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                                                                                                                       KI 2008 

 

Informationsveranstaltung für abgebende Schulen
Bildungsmöglichkeiten an den Beruflichen Schulen

Viele Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen haben noch keinen Ausbildungsvertrag. Sie müssen sich jetzt überlegen, wie sie ihre berufliche Zukunft gestalten möchten.   In unserem Bildungssystem gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, sowohl berufliche als auch allgemeine Abschlüsse - auch nach der Haupt-  oder Realschule - zu erlangen. Die Beruflichen Schulen in Lampertheim bieten dafür eine Vielfalt an Schulformen an.

Die Information darüber bildete den  Hintergrund für die Veranstaltung am Nachmittag des 11.12.2008.  Die Beruflichen Schulen haben im Oktober die  Klassenlehrer und -lehrerinnen der Abschlussklassen unserer „abgebenden“ Schulen eingeladen, sich  über das Bildungsangebot an den Beruflichen Schulen in Lampertheim zu informieren.

Im MediaMaxx gab Frau Polzin einen Überblick über die Vielfalt und Durchlässigkeit des Beruflichen Schulsystems. Ein anschließender Rundgang zeigte die moderne Ausstattung der Schule. Dabei konnten Kolleginnen und Kollegen der abgebenden Schulen sich ein konkretes Bild darüber machen, welche Bandbreite an Berufsfeldern die Schule abdeckt und wie Unterricht an den Beruflichen Schulen stattfindet.  

In abschließenden  Einzelgesprächen mit  Klassenlehrerinnen und –lehrern  der Abschlussklassen wurden die einzelnen Bildungswege und -angebote differenzierter dargestellt und besprochen.

St. Richter, 11.12.2008

 

 

"Schul-TÜV" gemeistert
Berufliche Schulen sind "überdurchschnittlich gut"

Vom 09.12.2008
 
pal. LAMPERTHEIM Dass sich die Beruflichen Schulen Lampertheim (BSL) einer viertägigen Schulinspektion unterziehen mussten, erfuhr das Schulleitungsteam vor den Sommerferien. "Organisatorisch hatten wir vieles zu erledigen", erinnerte sich Stefanie Richter, Abteilungsleiterin für den kaufmännischen Bereich.

Vom 23. bis 26. September statteten vier Mitarbeiter des Instituts für Qualitätsentwicklung (kurz IQ), einer Organisation des hessischen Kultusministeriums, den BSL Lampertheim den angekündigten Besuch an. "Es handelte sich um neutrale Fachleute, die etwa als Funktionäre oder Lehrkräfte tätig waren", bekräftigte die kommissarische Schulleiterin Gabriele Polzin.

Das Ergebnis der Inspektion, das die IQ-Mitarbeiter Ulrich Hüffmeier und Renate Storm auf der Gesamtkonferenz am 26. November vorstellten, stimmte das Schulleitungsteam sehr zufrieden. "Wir haben überdurchschnittlich gut abgeschnitten", freute sich Richter. Auch das Lehrerkollegium fasste den Inspektionsbericht positiv auf und will sich auf dem pädagogischen Tag am 31. März 2009 intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Die baulichen Anlagen sowie die Ausstattung der Schule mit Computern und einer Werkstatt bewerteten die Prüfer als besonders positiv. Wie dem Bericht zu entnehmen ist, leisten die Beruflichen Schulen "einen engagierten Beitrag zur Ausbildung und Förderung benachteiligter sowie ausbildungsplatzloser Jugendlicher und ist dabei mit lokalen Bildungspartnern vernetzt". "Damit ist vor allem die seit zwölf Jahren bestehende Kooperation mit der Biedensandschule gemeint", merkte Horst Saemann, Abteilungsleiter für den gewerblichen Bereich, an.

Zudem liegt laut Inspektionsbericht ein "freundliches Schul- und höchst positives Unterrichtsklima" an den Beruflichen Schulen vor. "Projekte wie die BuddY- oder Mediatorengruppen zeigen, dass auch die Schüler ins Boot geholt wurden", präzisierte Gabriele Polzin. Der Unterricht knüpfe an die Alltagserfahrungen der Schüler an und zeichne sich durch moderne Lern- und Sozialformen aus.

Die Schulinspektion findet an hessischen Schulen alle vier bis fünf Jahre statt. Im Vorfeld des Schulbesuchs nahmen 430 der rund 1000 BSL-Schüler an einer Onlinebefragung des Instituts für Qualitätsentwicklung teil. 60 Unterrichtssequenzen aus möglichst allen Jahrgangsstufen und Schulformen wurden besucht.

Außerdem wurden 30- bis 90-minütige Interviews mit Schülern, Lehrern, Ausbildern, Schulsozialarbeitern, Abteilungsleitern, der Koordinatorin für Fachpraxis, Ellen Dewald, sowie der kommissarischen Schulleiterin zum Arbeitsklima an der Schule geführt. Weiterhin analysierten die IQ-Mitarbeiter schulische Dokumente, wie das Schulprogramm oder den Stundenplan, und begutachteten bei einem Rundgang die räumlichen Voraussetzungen.

Die Überprüfung soll den Lehranstalten Anreize zur Verbesserung geben und gegebenenfalls auf Defizite aufmerksam machen, ohne die Vorzüge zu vernachlässigen. "Außerdem geht es um die Gegenüberstellung von Perspektiven, beispielsweise von Schülern und Lehrern", meinte Stefanie Richter. In Zusammenarbeit mit dem staatlichen Schulamt wollen die Beruflichen Schulen über neue Entwicklungsmaßnahmen entscheiden.

(c) Lampertheimer Zeitung:  Text und Foto

 

                                                                            
5. Schreibwettbewerb                    
F
ür Schülerinnen und Schüler der                                           
Berufsbildenden Schulen Lampertheim
Thema:
                     
mein Handy
                        und ich

 Wer schreibt Geschichten, Lieder, Gedichte,  Märchen,
Satiren, Science Fiction, dramatische Szenen, Nonsens
oder ganz anderes -  passend zu diesem Thema?  

Gebt euren Wettbewerbsbeitrag (mit Computer geschrieben)
bei eurem Deutschlehrer/eurer Deutschlehrerin
(oder bei Herrn Bold oder Frau Wolz)  ab.
Fügt ein Deckblatt mit folgenden Angaben
(ebenfalls mit Computer geschrieben) hinzu:

Name, Klasse,

Erklärung, dass die abgegebene Arbeit euer geistiges Eigentum ist. 

Ausschreibungszeitraum: 3.11.08 bis 19.12.2008

 Mit der Abgabe des Wettbewerbsbeitrages erklären sich die Teilnehmer/die Teilnehmerinnen damit einverstanden, dass diese Texte (innerhalb der Schule, aber auch über die Schul-Homepage) veröffentlicht werden.

Wir freuen uns auf viele interessante Beiträge

 Jede und jeder kann mitmachen. Teamarbeit ist ebenfalls gestattet. Eine Jury (Personen, die außerhalb der Schule tätig sind) wählt die interessantesten und gelungensten Beiträge aus. Diese werden dann  im Rahmen einer Präsentation der Schulöffentlichkeit vorgestellt und prämiert: 

                   1. Preis: 100 €

                   2. Preis:  75 €

                   3. Preis:  50 €

 Diese Preisgelder werden von der Volksbank Kreis Bergstraße/Lampertheim zur Verfügung gestellt.

 Die Fachschaft Deutsch der Berufsbildenden Schulen Lampertheim

    Verantwortlich für den 5. Schreibwettbewerb
Kristin Wolz, Dominic Bold

    Berufliche Schulen im November 2008


 

Großer Beratungsbedarf am Ausstellungsstand
Berufliche Schulen Lampertheim informieren über ihr Angebot am 29.10.2008

Großes Interesse von Schülerinnen und Schüler registrierten Lehrerinnen und Lehrer der Beruflichen Schulen am 2. Ausbildungsinfotag der HMS in Bensheim. Dieser Informationstag stand unter dem Motto:

DEIN WEG  - DEINE ZUKUNFT

Viele regionale Betriebe und Berufsschulen zeigten ihre vielfältigen Angebote zur Aus- und Weiterbildung.
Besonders großer Andrang war in der Zeit von 10.oo Uhr bis 12.30 Uhr am Stand der Beruflichen Schulen.
Informiert wurden die interessierten Schülerinnen und Schüler insbesondere über die Fachoberschule Wirtschaftsinformatik und Sozialwesen, über die Fachschule Sozialpädagogik sowie die Höhere Berufsfachschule für Sozialassistenz. Ebenso im Mittelpunkt standen Fragen zur Ausbildung im Rahmen der CISCO Akademie und der KFZ-Mechatroniker. Nun hoffen Gabi Eusterholz, Lucia Günther, Sabine Wandjo, Maria Späh, Klaus Allgeier, Volker-Michael Kietzmann und Horst Saemann, daß die intensiven und sehr persönlichen Laufbahnberatungen den Schülerinnen und Schüler ein Menge Perspektiven zeigen konnten!

      

    

Fotos VMK

 

 

Oktoberferien vom 6.10.2008 bis zum 17.10.2008

Für den Publikumsverkehr ist das Sekretariat in dieser Zeit geschlossen. Telefonisch erreichbar ist das
Sekretariat unter der Tel. Nr.: 06206/94090

Wochentage Uhrzeit Zeitraum
Dienstag und Donnerstag 09:00 bis 12:00 6.10. -10.10. 2008 und
13.10 bis 17.10.08

 

 

Großer Präsentationstag am 23.09.2008
(Auszubildende der Industrieabschlussklassen präsentierten ihre Projekte)

       

Auszubildende im Fachbereich Industrie müssen gegen Abschluss ihrer dreijährigen Berufsausbildung ein Projekt im Fachgebiet Betriebswirtschaftslehre präsentieren. Die Themenstellung der Projekte mussten  selbst erarbeitet werden. Nachdem die sechs Gruppen ihre jeweiligen Themen gefunden hatten, wurden diese in harter Arbeit bis zur Präsentationsreife bearbeitet. Ansprechpartner während der Erarbeitungsphase waren die Fachlehrerinnen Frau Ursel Schröder, Frau Doris Zeilfelder und Frau Sylvia Streibel-Skalitzky. Zuständig für die Organisation dieses, für die Auszubildenden so wichtigen Ereignisses, war Frau Ursel Schröder als Klassenlehrerin. Um auch den Ausbildern einen direkten Eindruck von der Projektarbeit ihrer Auszubildenden zu geben, wurden diese zur Präsentation am eingeladen.

   

Am 23.09. war es nun endlich soweit. Im Mediamaxx präsentierten sechs Teams vor den zahlreich erschienenen Ausbildern der Ausbildungsbetriebe, den Fachlehrern, Gästen und Berufsschülern der Industrieklassen aus der Mittelstufe ihre Projekte. Herr Günter Kirchenschläger sorgte als Schuladministrator dafür, dass die EDV gestützten Präsentationen reibungslos vorgetragen werden konnten.                                                                                    
Die vorgegebene Zeit für die Präsentation war jeweils 30 bis 45 Minuten. Dabei setzten die Auszubildenden die volle  multimediale Bandbreite ein. Bewertet wurden diese Vorträge natürlich auch. Die Fachkollegen setzen dafür ein  vorgegebenen Bewertungsraster ein! Standfestigkeit, Konzentration war an diesem Vormittag gefragt und wurde auch gezeigt. Die erfolgreiche Veranstaltung begann um 7.45 Uhr und endete um 13.45 Uhr, wobei  eine gründliche Reflexion im Unterricht folgen wird.

   
   (Pausentalk zwischen den Präsentationen)                                           (Geschafft. Nach über 6 Stunden: Zusammenpacken und Erleichterung)

 

Folgende Teams präsentierten ihre Projektarbeit:

Gruppe1: Nicolai Back, Michael Beyler, Vanessa Linn, Anne Pitzen und Jennifer Stay   
                 
Thema: In-Game Advertisement
Gruppe2: Simon Hartmann, Lukas Kwieciszewski, Jörg Päckert und Henning Pirsig
                 
Thema:  Markforschung
 Gruppe3: Karen Bittmann, Daniela Kohl, Uli Leidermann, Michael Massoth und Verena Pfenning
                  
Thema: Kommunikationspolitik - ein wichtiger Bestandteil des Marketing
Gruppe4:  Verena Frank, Daniel Michalsky, Bianca Reinhardt, Sonja Wagner und Elisabeth Wüst
                  
Thema: Volvic: Imageförderung durch soziale Verantwortung
Gruppe5:  Tima Ehret, Steffen Emig, Max Schwab und Tarik Sönmez
                  
Thema:  e Marketing
Gruppe6:  Marta Kavak, Uwe Lauinger, Julia Ofenloch und Angela Reischert
                  
Thema: Marketingkonzept am Beispiel von Nutella & GO

 

Text: Sylvia Streibel-Skalitzky; Fotos: Volker-Michael Kietzmann, 23.09.08

 

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Begegnungsnachmittag von Schülerinnen und Schülern
der beruflichen Schulen für Bewohnerinnen und Bewohnern des Altenheim
Maria Verkündigung im Rahmen eines Unterrichtsprojekts zum Thema Altersdemenz.

Was machst Du, wenn Du morgens aufwachst und nicht weißt, wo Du bist? Wie reagierst Du, wenn sich in Deiner Wohnung nur Fremde aufhalten? Wie fühlst Du Dich, wenn Dir jemand versucht zu erklären, dass alles, was Du erlebst, nicht wirklich ist? Weil jetzt das Jahr 2008 ist und Du hier in einem Altenheim lebst und nicht mit Deiner Tochter, die Du gerade so verzweifelt suchst, im Jahr 1950 in Berlin? Und wie geht man als Pflegekraft mit einer Bewohnerin oder einem Bewohner eines Altenheims um, der sich genau diese Fragen jeden Tag stellt?

Mit solchen Fragen beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler der Pflegeklasse der höheren Berufsfachschule für Sozialassistenz an den beruflichen Schulen Lampertheim im  Rahmen eines Unterrichtsprojekts zum Thema Demenz.
 

 

Als Höhepunkt des Projektes fand am 06.03.2008 ein Begegnungsnachmittag statt, den die Schülerinnen für Bewohnerinnen und Bewohner des Altenheims Maria Verkündigung mit tatkräftiger Unterstützung von Pflegedienstleitung Frau Fitzenreiter und den Pflegekräften der Wohnbereiche organisierten.

Bei Kaffee und Kuchen ging es vor allem darum, miteinander ins  Gespräch zu kommen. Dazu hatten die Schülerinnen selbst gebackenen Kuchen mitgebracht und eine Reihe kleiner Angebote zur Aktivierung von dementen Menschen vorbereitet.

Demenz steht als Überbegriff für eine Reihe von Erkrankungen des Gehirns, bei denen vor allem das Gedächtnis, die räumliche Orientierungsfähigkeit und die Sprache beeinträchtigt sind, oft verändert sich auch die Persönlichkeit der erkrankten Person. Die Krankheit Alzheimer ist die wohl bekannteste Form der Demenz. In Deutschland sind über eine Million Menschen von Demenz betroffen, Tendenz steigend (Zahlen: Deutsche Alzheimer Gesellschaft). Demenz ist schon heute der häufigste Grund für die Einweisung in ein Pflegeheim.

Begleitende Lehrkräfte

Diplom-Pflegepädagogin Elke Frank-Neumann (Klassenlehrerin)
Diplom-Pädagogin Sonja Kopmann

 

 

Schüler auf der Suche einen einen "Traumausbildungsberuf"
Berufliche Schulen präsentieren ihr Ausbildungsangebot am 6.9.2008

Auch in diesem Jahr veranstalte die Alfred Delp Schule unter Federführung des Rotary Clubs Lampertheim eine Berufsinformationsmesse. Neben vielen Ausbildungsbetrieben beteiligte sich auch die Beruflichen Schulen Lampertheim mit ihren Abteilungen Wirtschaft und Verwaltung, Sozialpädagogik, Pflege und Metalltechnik und zeigte ihre vielfältigen vollschulischen Ausbildungsmöglichkeiten..  

In der kaufmännischen Abteilung haben dieses Mal  Schülerinnen und Schüler der Höheren Berufsfachschule Wirtschaft und  Informationsverarbeitung und die Berufsfachschule Wirtschaft und Verwaltung ihre jeweilige Schulform mit Power Point Präsentationen und Plakaten vorgestellt. Sie konnten den interessierten Schülerinnen und Schüler aus der Haupt- und Realschule Informationen aus erster Hand geben.

         
       Schülerinnen präsentieren ihre Ausbildung an den BSL                       Möglichkeiten von neuen Bildungswegen zeigen

          
      Der Pflegeberuf - auch eine Ausbildungsmöglichkeit an den BSL            Projektarbeit von Schülerinnen des Fachbereiches Sozialpädagogik

      Text und Fotos: Stefanie Richter

 

Dienstreise Alberta 24.08.2008 bis 30.08.2008
Eindrücke von Doris Zeilfelder über ihre Reise nach Kanada

 

           

Allgemeine Beobachtungen:

Die folgenden Fakten mögen weithin bekannt sein, ich möchte sie dennoch im Hinblick auf meine Eindrücke nochmals formulieren:

 

bulletEs herrscht Mangel an qualifizierten Fachkräften-  „skilled labour“. Die Öl- und Gasindustrie in Alberta boomt,  aber auch in anderen Wirtschaftssektoren ist Arbeitskräftemangel überall spürbar.
bulletDer Pazifikraum hat sich bereits weitgehend neu formiert, die Orientierung nach Asien ist eine feste Größe. Dies gilt nicht nur im Hinblick auf Rohstoff- und Absatzmärkte, sondern auch im Hinblick auf den Arbeitsmarkt.  In Ansätzen gilt dies ebenso für Kontakte mit Lateinamerika.
bulletDie Ausbildung in den Colleges (nach Absolvierung der High-School) kostet Studiengebühren (plus Unterbringungskosten, Kosten der Lebenshaltung), wobei es günstige staatliche Kredite für Studenten gibt. Jedoch ist Ausbildung ein „Business“-Zweig,  bei dem die Colleges bzw. Universitäten in Konkurrenz miteinander stehen.

Aus dem genannten ergeben sich für mich folgende Konsequenzen im Hinblick auf eine Kooperation der hessischen beruflichen Schulen mit „Technical Colleges“ in Alberta.

 

bulletDie Technical Colleges sind sehr flexibel, orientieren sich stark an den Bedürfnissen der Wirtschaft und liefern sehr schnell die gewünschte und auch für den Absolventen erfolgversprechende Ausbildung. Es gibt sehr gute Ausbildungsmodelle und Kooperationsmodelle mit Industrieunternehmen. Insofern ist dies für deutsche Berufsschullehrer ein sehr interessantes Feld. In etwas anderer Form, jedoch auch sehr interessant, gibt es für Erzieher im Bereich kindlicher Früherziehung und Kindergarten evtl neue Aspekte.

 

bulletMan ist sowohl auf der Ebene der Schulbehörden als auch bei den Colleges sehr offen für internationale Kontakte, die bisherigen erfolgreichen Programme für „students“, von denen mir berichtet wurde,  laufen jedoch meist mit Japan, China, Korea, Mexiko, d.h. es kommen Studenten und Berufsschullehrer (instructors) aus diesen Ländern. Internationalität ist ein wichtiges Argument im Wettbewerb der Colleges untereinander, jedoch scheint es im Augenblick noch eher selten zu sein, dass die Studenten der Technical Colleges  Auslandserfahrung sammeln.

 

bulletAuch wenn es für deutsche Schüler beruflicher Schulen zunächst etwas „utopisch“ erscheinen mag, sollte man den Schülern verschiedene Wege und Möglichkeiten eines College- und/oder Praktikums in Kanada aufzeigen. Diese reichen von einem Kurzaufenthalt ( max.4 Wochen) an einem College bis zu einer Kombination mit bezahltem Praktikum, wobei letzteres eher nach den Abschlussprüfungen  praktikabel ist.

  
  Bibliothek im Technical College in Alberta                                                     Ausbildungsstätte für den KFZ -Bereich im College von Alberta  

 

 

 

Projekt Innensanierung in vollem Gange
Mittlerer Teil der Beruflichen Schulen betroffen / Cafeteria ist endlich fertig

Endlich ist es soweit. Seit Anfang des Jahres wird der mittlere Gebäudeteil der Beruflichen Schulen entkernt und von Grund auf saniert. Möglich wurde dies so schnell, weil das zuständige Bauamt des Kreises Bergstraße im Raum 61 den katastrophalen Zustand selbst feststellte.

   

   

Wie es nach der Sanierung aussehen könnte, das lässt sich an der neu eingerichteten Cafeteria erahnen. Nicht nur in den Pausen gibt es frische Brötchen, Kaffee und anderes, sondern es gibt auch frisch zubereitete kleine Gerichte als Mittagessen. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte nehmen das neue Angebot des Caterers gerne an.

 


Kietzmann, 2008

 

 

Das Projekt „Seh- und Hörbuch“ / „Pics `n sounds“ wurde in diesem Jahr zum sechsten Mal wiederholt und mit der Verleihung 5 goldener Edgars gekrönt!

 Die Studierenden der Fachschule für Sozialpädagogik haben in diesem Jahr unter der Leitung von Sabine Wandjo und erstmals Sonja Kopmann gesellschaftspolitisch relevante Themen bearbeitet und künstlerisch-medial umgesetzt (digitale Fotografie, Internet, Power Point, WinOnCD). Das Projekt erfolgte in gewohnt erfolgreicher Zusammenarbeit mit der Stadtjugendpflege (Manfred Scholz, Dipl. Soz.päd.). Das gemeinsame Interesse von Fachschule und Stadtjugendpflege liegt in dem Bestreben, die zukünftigen Erzieherinnen und Erzieher als Multiplikatoren in der Medienarbeit zu schulen, um so die kreative Nutzung medialer Möglichkeiten in der Kinder- und Jugendarbeit gezielt zu fördern.

 Die Präsentation im großen Saal der Lampertheimer Zehntscheune unterstand dem Gedanken, mediale Inhalte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Begrüßungsworte von Frau Polzin und den „Machern“ des Projekts leiteten die Veranstaltung ein, die inzwischen eine feste Einrichtung im Schulleben der Beruflichen Schulen Lampertheim geworden ist; sehr schöner Nebeneffekt ist seit Jahren die Teilnahme von ehemaligen Studierenden.

Bei der Medienpräsentation am 08.08.08 wurden Projektarbeiten mit folgenden Arbeitstiteln vorgestellt:

Zurück zur Menschlichkeit,  Samantha – eine wahre Lüge, Ein Planet im Härtetest, Wertschätzung, Mein Leben im TV, (K)ein Leben ohne Musik, ♀ ≠ ♂,  Das Projekt über das Projekt, Märchenhafte Haarspaltereien.

Die  Medienpreisverleihung („Goldener Edgar“) fand in den Kategorien „Beste Bilder / Beste Story / Beste Textdramaturgie / Bester Ton – Beste Effekte / Beste Darsteller“ statt und ging aus der Wertung des Publikums hervor.

Der voll besetzte Saal war den Abend über in gespannter Stimmung. Nachdem alle 9 Gruppen sich selbst und ihre Medienpräsentationen vorgestellt hatten, wurden von den über 210 Stimmberechtigten Wahlzettel ausgefüllt. Während die Jury diese anschließend auszählte, konnten es sich die Zuschauer in den Räumen des Jugendcafés mit Getränken und einem von den Studierenden gestifteten Büfett gut gehen lassen.

                                         

 In ausgelassener Atmosphäre wurden schließlich die Gewinner der begehrten Edgars gegen 22:30 Uhr gefeiert.

Die neuen 12er-Klassen, die im nächsten Jahr die Veranstaltung mit ihren Medienarbeiten bereichern werden, waren von den Darbietungen und dem Abend sehr beeindruckt. Eine derart aufwändige Präsentationsfeier würden sie nicht von anderen Schulen kennen ... .

Dann erst recht: Bis zum nächsten Jahr!

Sabine Wandjo

 

 

Fachschule für Sozialpädagogik

 Blockseminar der Berufspraktikantinnen in Nürnberg vom 17. – 21.06.08

 

 

Die „Vertiefungs- und Verselbstständigungsphase“ ist die dritte und letzte Ausbildungsphase innerhalb des einjährigen Berufspraktikums in der Ausbildung zur Erzieherin / zum Erzieher. Schwerpunkte dieser Phase sind unter anderem sowohl die Mitarbeit an konzeptionellen Fragen der eigenen Praxisstelle bzw. die Vertretung persönlicher pädagogischer Vorstellungen als auch die Reflexion der individuellen personalen und fachlichen Entwicklung während des praktischen Ausbildungsjahres.

Im August bzw. September werden 18 weibliche und 2 männliche Studierende an der Fachschule für Sozialpädagogik in Lampertheim die Methodische Prüfung ablegen und damit ihre staatliche Anerkennung erlangen.

Um auf diese Anforderungen positiv eingestimmt und für deren Bewältigung gut vorbereitet zu sein, veranstalteten die Klassen 14 FS 1 (Terheggen) und 14 FS 2 (Wandjo) ein viertägiges Blockseminar in Nürnberg.  

Im Mittelpunkt stand zunächst der Besuch des „Erfahrungsfeldes zur Entfaltung der Sinne auf der Wöhrder Wiese. Eine 2-stündige Führung und eine halbtätige Eigenerkundung entlang der aufgebauten und ausgestellten Wahrnehmungs- und Erlebnisstationen ließ eine Vielfalt von Erfahrungen zu – bekannte und unbekannte! Die Örtlichkeiten nannten sich u. a.

Begehbare Lehmskulptur - Platz der Steine - Kletterwald - Windkraftanlage - Schmiede - Bäume für die Menschenrechte - Klangsäule - Camera obscura - Begehbares Kaleidoskop - Flow Forms - Große Balancescheibe - Tastgalerie - Dunkelstationen im Hirsvogelbunker mit Dunkelgang, Dunkelcafè - Klangraum …

                                     

um nur einige zu nennen. Für die beiden Studierendengruppen war an diesem Tag einmal mehr klar geworden, dass eine facettenreiche und Gewinn bringende Fortbildung neben dem Wissenszuwachs auch sehr viel Spaß machen kann.

Die Darstellung personaler und fachlicher Themen, die jede Berufspraktikantin / jeder Berufspraktikant im Rahmen der Methodischen Prüfung leisten muss, haben wir in unterschiedlichen methodischen Schritten vorbereitet. Dazu nutzten wir den Seminarraum unseres Selbstversorgerhauses und vor allem die entspannte Atmosphäre (fern von Schule und sozialpädagogischem Praxisalltag!). Phasen der Individualarbeit, der Kleingruppensitzungen und Plenartreffen wechselten sich ab, intensive Gespräche ließen die Zeit verfliegen.

Verschweigen wollen wir erst gar nicht, dass die Fußball-Europameisterschaft an den Abenden ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit rückte; im Biergarten oder auf der Nürnberger Fanmeile verfolgten wir die Spiele mit Spannung. Unvergesslich der deutsche Sieg über Portugal …!!!

Nicht weniger bedeutungsvoll war, dass wir es neben den prüfungsbezogenen Anstrengungen schafften genießerisch zu leben. Die wechselnden Frühstücksdienste verschafften uns jeweils eine gediegene Grundlage; an manchen Nachmittagen pilgerten wir nach Nürnberg-City und verfehlten weder die Burg, die Märkte noch die letzten Ausläufer der Altstadt-Fußgängerzone. Und eben dort gaben wir unserem Blockseminar noch einen weiteren Schwerpunkt, nämlich die „Happy hour“ in der fränkisch-mexikanischen Enchillada-Bar ...

Gesamtfazit der Gruppe: Das war ein großer Schritt in Richtung Prüfung – möge diese auch zur „Happy hour“ werden!

Sabine Wandjo, 04.08.2008

 

 

Netzwerk mit Industriebetrieben der Region
14. Runder Tisch zwischen den Industriebetrieben und dem Fachbereich Industrie - 9.04.2008

Fachbereichsleiterin Doris Zeilfelder konnte bei der Begrüßung auf eine lange und sehr gute Zusammenarbeit
zwischen den ausbildenden Industriebetrieben und der kaufmännischen Abteilung zurückblicken. Über sieben
Jahre ist der Runde Tisch nun ein fester Bestandteil und bietet eine besonderst gut Plattform für den so wichtigen
Informationsaustausch zwischen Fachlehrern und Ausbildern!

Moderiert wurde dieser Runde Tisch von Karin Breckner. Im Mittelpunkt stand diesmal die Suche
nach Möglichkeiten und Perspektiven von Auslandspraktika der Auszubildenden in einer globalisierten
Arbeitswelt.
Frau Doris Zeilfelder öffnete damit einen ganzen neuen Bereich im Rahmen des Runden Tisches.
Welchen Gewinn können Auslandsaufenthalte von Auszubildenden langfristig für Unternehmen
bringen und ist dies überhaupt im Rahmen der Ausbildungszeit überhaupt möglich?

Dieser internationale Anstoß wurde im Grunde positiv aufgenommen und es wurde vereinbart, dies
beim nächsten Runden Tisch weiter zu erörtern!

    
 

Der nächste Runde Tisch findet am 29. Oktober 2008 von 14.oo Uhr bis 16.oo Uhr im Mediamaxx
der Beruflichen Schulen Lampertheim statt.

Lampertheim, 10.4.2008

                                  
                                                                   

Lucy zwischen Raum und Zeit

Von unserem Redaktionsmitglied Claudia Kölbl

Lampertheim. Fast wäre er ertrunken. Rettungssanitäter aber können den Mann wiederbeleben. Für kurze Zeit ist er dem Tod sehr nahe gekommen. "Es war wie ein Tunnel. Ich schien immer schneller zu werden", berichtete er später. Um Nahtoderfahrungen wie diese ging es gestern in den Beruflichen Schulen mit Physiker Markolf H. Niemz von der Universität Heidelberg. Der Autor des Buchs "Lucy im Licht" hielt im Media Maxx einen Vortrag. Wer keinen Sitzplatz mehr ergattern konnte, musste stehen. Klaus-Jürgen Kuhn Lehrer für Deutsch, Englisch und Ethik hatte Niemz bereits in Heidelberg auf einem Vortrag erlebt und ihn als Referent nach Lampertheim eingeladen.

"Seit es Menschen gibt, stellt sich die Frage, was passiert, wenn ein Mensch stirbt", leitet Niemz ein. Wie diese Frage mit der Relativitätstheorie Einsteins zusammenhängen kann, ließ Niemz Lucy, die Hauptfigur seines Buches, erklären. Lucy ist ein kleines Mädchen, das viele Fragen stellt und gut für Überraschungen ist. Die junge Wissenschaftlerin begleitete die Schüler der Beruflichen Schulen auf eine Reise durch Raum und Zeit.

Nachdenken über Schneeflocken

Und Lucy geht von folgender Annahme aus: "Mit dem körperlichen Tod wird unsere Seele (unser geistiges Ich, unser Bewusstsein) auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, damit sie ins Jenseits übergehen kann." Zudem schlägt Lucy eine Wette vor: "Ich wette, dass sich - ausgehend von dir höchstpersönlich - tatsächlich etwas naturwissenschaftlich Reales mit Lichtgeschwindigkeit durch unser Universum bewegt." Die Schüler der Beruflichen Schulen denken nach. "Licht", ruft eine Schülerin. Das gehe schon in eine richtige Richtung, sagt Niemz. Lucy schlüsselt das Rätsel schließlich auf. Die Antwort lautet: Wärmestrahlung. Jedes Lebewesen strahlt sie aus. Was aber passiert mit der Wärme, wenn ein Mensch stirbt?

Lucy beginnt mit einem Ausflug in die Relativitätstheorie Albert Einsteins. Lichtgeschwindigkeit sei immer konstant, Zeit nur relativ. "Es hängt davon ab, wie wir uns relativ zur Zeit bewegen", erläutert Niemz hierzu. Auch der Raum sei nicht absolut. Hierbei hänge es ebenfalls davon ab, wie man sich zu einem Gegenstand bewegen würde. Und letztlich sei die Wahrnehmung ebenfalls relativ. Lucy lässt die Schüler an Schneeflocken denken. Wenn Lucy stehen bleibt, rieseln sie senkrecht herunter. Rennt Lucy aber, fliegen sie ihr schräg ins Gesicht. Eine Frage der Wahrnehmung.

Könnte ein Mensch mit Lichtgeschwindigkeit über ein Sonnenblumenfeld fliegen, würde die Landschaft verzerrt erscheinen, es würde zu einem sogenannten Searchlight-Effekt (Scheinwerfer-Effekt) kommen. "Die Bilder, die hierbei entstehen", erklärt nun Niemz, " erinnern an einen Tunnel, ähnlich wie ihn Menschen mit Nahtoderfahrungen erlebt haben".

Man bekäme das Gefühl, in das Licht einzutauchen. Raum und Zeit würden verschwinden. "Sind das alles Zufälle?", fragt Niemz und erwartet keine Antwort. Jeder könne sich diese Frage einmal durch den Kopf gehen lassen. Er zumindest sei davon überzeugt, dass es sich nicht um Zufälle handele.

Südhessen Morgen 04. März 2008

 

„Mehr als ein Schlag ins Gesicht"

Klasse 12F0 1 der Berufsschule führt Theaterstück auf / Publikum sitzt mitten im Geschehen


 

   

Es ist Wahlkampfzeit. Jugendstrafvollzug; Erziehungscamps, Präventivmaßnahmen - kein Tag vergeht, ohne dass diese Begriffe, aus dem Fernseher oder dem Radio tönen. Wäh­rend sich die Politiker einen verbalen Schlagabtausch lie­fern, haben Berufsschüler das Thema Jugendkriminalität und Gewalt in Form eines Theaterstücks verarbeitet.

Die Fachoberschulklasse 12F01, mit Schwerpunkt Sozialwesen, hat das Stück selbst entwickelt. „Wir beschäftigen uns im Unterricht mit dem Thema Gewalt, wozu wir Rollenspiele durchgeführt haben. Die Schüler waren sofort Feuer und Flamme und wollten selbst etwas auf die Beine stellen. Über so viel Engagement war ich natürlich positiv über­rascht", berichtete die Lehrerin Sabine Wandjo.

Die Aufführungen fanden im kleinen Rahmen statt. Das Publikum bestand aus anderen Schulklassen; Sinn und Zweck bestehe, laut Wandjo und Leh­rer Tobias Helfrich, darin, dass Schüler andere Schüler unterrichten und so Verantwortung übernehmen. „Wir möchten andere Jugendliche zum Nachdenken anregen. Mit einem Theaterstück gelingt das sicher besser, als durch reines Diskutieren", sagte die 20-jährige Daniela Ahmadian. Die 19 Jahre alte Tamara Konietzka nickte zustimmend: „Ich denke, dass man andere Jugendliche von Schüler zu Schüler besser erreichen kann. Das Publikum sitzt bei unseren Aufführungen mitten im Geschehen."

Insgesamt fünfmal führte die 12F0 1 das Stück gestern auf. An beiden Enden des Klassen­zimmers war eine kleine Büh­ne aufgebaut, dazwischen saß das Schülerpublikum. In ver­schiedenen Szenen stellten die Akteure realitätsnahe Situatio­nen nach: „Verpiss' Dich, Du Schlampe", schrie es im abge­dunkelten Zimmer. Aus einer anderen Richtung brüllte ein Schüler: „Schau Dich doch einmal an." Eine verzweifelte, Stimme entgegnete zaghaft: „Aber ich kann doch auch nichts dafür, wie ich aussehe. Wozu lebe ich überhaupt noch." Die Klasse stellte ver­schiedene Situationen zuhause und in der Schule nach. Auf der einen Seite der hilflose Außenseiter, auf der anderen Seite die pöbelnde Menge das Publikum zwischen den Fronten und ins Geschehen involviert. Jedes mal wurden die Opfer gemobbt und beschimpft, bis sie heulend am Boden lagen. .

 

                                   

Nach der Aufführung waren die zuschauenden Schüler gefragt: „Was haltet Ihr von dem Stück? Habt Ihr solche oder ähnliche Situationen vielleicht selbst schon einmal beobachtet oder erlebt?" Die Meinungen gingen auseinander: „Die Sze­nen kommen so sicherlich schon öfters vor, allerdings denke ich, dass sie etwas über­trieben dargestellt waren", so eine Meinung aus dem Publi­kum. „Ich fand die Konflikte sehr real und habe sie zum Teil auch schon selbst so erlebt", sagte eine andere Schülerin. Darauf angesprochen, was den Zuschauern bei der Auffüh­rung durch den Kopf gegangen sei, entgegnete eine Jugendliche beeindruckt: „Ich hatte Gänsehaut und mir ist es eis­kalt den Rücken heruntergelaufen." Nach und nach entwi­ckelte sich eine lebhafte Diskussion zwischen den Schülern. Als Grund für erhöhte Gewaltbereitschaft Jugendlicher nannten die Schüler neben aggressionsgeladener Musik, Gruppenzwang im Freun­deskreis, Erziehungsmethoden und Umgangston der Eltern sowie den Drang nach Aufmerksamkeit.

Nach der Diskussion stellte die Klasse „leise Fragen", die jeder für sich - im Stillen - beantworten sollte:„ Wann ha­be ich eingegriffen und ein Op­fer geschützt? Bin ich selbst schon einmal Opfer gewesen? Oder war ich schon einmal Täter?" Abschließend warfen die Akteure persönliche Kom­mentare und Fazits in den komplett abgedunkelten Raum: „Gewalt ist mehr als ein Schlag ins Gesicht", „Gewalt ist keine Lösung", „Schaust Du noch oder hilfst Du schon?"

Die 22-jährige Özgül Bendes fasste, im Namen ihrer Klas­senkameraden, zusammen: „Wir sind mit der Aufführung sehr zufrieden. Sogar so genannte laute Klassen, die unser Stück sahen, verhielten. sich ruhig. Ich glaube, dass wir schon etwas bewirken konnten."

Lampertheimer Zeitung; 23.2.2008

 

 

 

 

Bewerbungsgespräche sind für Schulabgänger

immer wieder eine Herausforderung
 


(Mediamaxx in den Beruflichen Schulen Lampertheim am 11. Februar 2008)

 

                

Um sicherer zu diesen Gesprächen zu gehen, luden auch in diesem Jahr die Fremdsprachenassistentinnen und ein Fremdsprachenassistent Schüler und Schülerinnen der Erich-Kästner-Schule ein, um praktische Erfahrungen zu sammeln.

Die Schüler der Beruflichen Schulen hatten vorab eine "Scheinfirma" gegründet und sehr viele Stellenangebote in den verschiedensten Berufsfeldern angeboten. Nachdem die zahlreichen Bewerbungen eingegangen sind, wurde eine Sichtung vorgenommen und viele Schüler der Erich-Kästner-Schule zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen.

Am 11.02.2008 besuchte uns eine Hauptschulklasse mit dem Klassenlehrer Herrn Feick und am 12.02.2008 kam eine Realschulklasse mit der Klassenlehrerin Frau Jung zum Bewerbungsgespräch.

Unterstützt wurde in diesem Jahr die Veranstaltung durch Herrn Jens-Peter Brand von der Firma Schreiber-Brand und Partner, Lampertheim-Hüttenfeld. Seine Rolle bestand hauptsächlich darin, die Bewerbungsgespräche zu beobachten und im Anschluss daran direkt praktische Tipps zur Verbesserung des Bewerbungsgespräches aus der Sicht eines Personalchefs zu geben.

Nach Abschluss der Gespräche waren alle Beteiligten der Meinung, dass das Bewerbungstraining auch in diesem Jahr wieder ein großer Erfolg war.

Verantwortlich für das Projekt waren neben der Klasse 12FR1 auch Frau Heiderose Greiff,

Fachlehrerin für Rhetorik und Projektleiterin.

Verantwortlich für den Text: Frau H. Greiff
Fotos: VM. Kietzmann

 

 

Schreibwettbewerb 2007/2008

 

 

             

 

1. Preis

Jeannette Hammel (12 SO3)

Remorse „Gewissensbisse“

Es regnete und der Regen passte zu ihrer Stimmung. „Wie klischeehaft“, musste sie unwillkürlich denken. Es war wie in einem schlechten Film, in dem etwas Schreckliches geschehen war. Das gefiel ihr überhaupt nicht. Und doch musste sie diese Gedanken zulassen.
Mio war normalerweise nicht dermaßen theatralisch oder depressiv. Sie war immer ein kleiner Sonnenschein gewesen. So lange, bis die Sache mit Kouji geschehen war. Heute war Mios 22. Geburtstag und zeitgleich der schlimmste Tag in ihrem Leben.
Drei Stunden zuvor:
Das Telefon klingelte, und Mio schlug verschlafen die Augen auf. Sie war noch immer wütend auf Kouji. Dieser Streit ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. Naiv und kindisch hatte er sie genannt. Und heute – an ihrem Geburtstag – würde er wieder angekrochen kommen. Sich bei ihr entschuldigen. „Hallo?“ brummte sie, fast unverständlich in den Hörer. „Mio? Oh Liebes...“, es war Koujis Mutter Kagura. Die Stimme der Frau klang gedrückt, ja fast von Tränen erstickt. „Das Krankenhaus hat bei uns angerufen“. Mios Selbstsicherheit und ihre Überzeugung gegenüber Kouiji waren verschwunden. Sie war hellwach. Kagura würde nicht anrufen, wenn Kouji nicht passiert wäre. Das wusste Mio genau.
„Was ist mit Kouji?“
„Er hatte einen Autounfall...“
Mio schluckte schwer, während Kagura sich scheinbar die Nase schnäuzte„Er ist heute Nacht gestorben.“
Koujis Mutter sprach sehr leise, doch Mio empfand es als Schrei, der in ihrem Kopf widerhallte. Die ernüchternde Erkenntnis, die nur sehr langsam in ihren Kopf sickerte, wurde noch in ihrem Gehirn verarbeitet, als sie auflegte. Sie sprach kein Wort des Trostes oder der Trauer. Ihre dunkelgrauen Augen füllten sich mit Tränen, als sie sich in ihren langen, schwarzen Haaren festkrallte. Langsam verstand sie, was Kagura ihr gesagt hatte. Kouji, ihr geliebter Kouji, war tot. Gestorben In seinem Auto. Nach dem Streit.

Der Streit! Er war der Auslöser von alledem gewesen. Hätten die beiden sich nicht gestritten... Wäre er  vielleicht noch am Leben.

Mio gab sich die Schuld. Sie hätte nur nachgeben müssen. Warum konnte sich nicht nachgeben? Warum war sie nur so stur? Noch immer  drei Stunden nach dieser Nachricht – rannen ihr die Tränen die Wangen hinunter. Sie saß zusammen gekauert auf ihrem Bett und starrte ins Nichts. Alle, woran sie denken konnte, war Kouji. Sich wünschte sich zu ihm. Zurück zu dem vorigen Abend, um nachzugeben. Um ihm noch mal zu sagen, dass sie ihn liebte. Um ihn vom Gehen abzuhalten. Um ihn noch mal bei sich zu haben.

Kurze Zeit später streifte sie unruhig durch ihre Wohnung. Ging von einem Zimmer ins nächste, nur um jedes Mal erneut in Tränen auszubrechen. In jedem Zimmer war noch sein Geruch. Erinnerungen. An jeder Wand hingen Bilder von ihm und ihr. Im Vergnügungspark, im Restaurant, am Valentinstag. Es gab noch eines, vielleicht zwei, auf denen sie noch zur Schule gegangen waren. Auf ihrem Nachttisch stand eines, welches die beiden im Park zeigte. Sie standen Arm in Arm, vor einem großen Brunnen. Es war der Tag, an dem er ihr den Heiratsantrag gemacht hatte. Der Ring, den er ihr gegeben hatte, hing an ihrer Halskette. Damals hatte er einen Ring gekauft, der ihr zu groß war. Sie hatte lachen müssen.

Doch heute... war ihr nicht mehr nach Lachen zumute. Es war, als würde sie nie wieder lachen können. Da war nur Schmerz, innen wie außen. Sie hasste sich selbst für all die Dinge, die sie am Abend zuvor noch gesagt hatte. Es war wie immer, wenn die beiden sich stritten. Am Tag danach saß sie spätestens irgendwo in ihrer Wohnung und fühlte sich schlecht. Sie hatte Kouji nie lange böse sein können. Was sollte sie nun tun? Sollte sie Koukis Familie fahren? Zu seiner Mutter? Mit ihr trauern? Doch wenn sie genauer darüber nachdachte, wollte sie das nicht. Sie wollte sein Elternhaus nicht betreten. Sie mochte seine Mutter. Kagura war eine sehr nette Frau, die Mio sofort gemocht hatte. Diese Frau saß nun auch Zuhause und trauerte um ihren einzigen geliebten Sohn. Doch Mio wollte ihren Schmerz nicht teilen. Sie konnte Kagura nicht sagen, dass die beiden sich gestritten hatten. Das würde all das nur noch schrecklicher machen.

Ihr wurde mehr und mehr klar, dass sie Kouji noch viel mehr geliebt hatte, als sie es eigentlich zu ihm gesagt hatte. „Das ist doch immer so ... man erkennt erst, was man hatte, wenn es weg ist ....“, flüsterte sie vor sich hin. Sie öffnete das Fenster, um den Regen und die Kälte zu spüren. Doch sie spürte nichts. Alles was sie spürte, war, wie jemand an ihr rüttelte.

Sie schlug die Augen auf. Sie lag in ihrem Bett. Sie drehte sich um zu demjenigen, der sie aufgeweckt hatte. Ihre Augen weiteten sich, als sie Kouji sah. Sie fiel ihm dankbar um den Hals. Er war noch da. Er lebte noch. Und er hatte sie angelächelt. „Guten Morgen, mein Schatz... Nicht so stürmisch...“ Es tat gut, seine Stimme zu hören. „Ich hab gedacht, du wärst wütend auf mich...“, sagte sie, ganz leise. Er nahm sie in seine Arme und sagte: „Wie könnte ich wütend auf dich sein? Ich liebe dich doch.“ Nachdem sie eine Weile so da gesessen hatten, sagte er: „Alles Gute zum Geburtstag, meine Süße!“

Es war also doch alles nur ein Traum gewesen. Doch, was waren das für Blutspitzer auf dem Bett?

 

 

 2. Preis

Sabine Sperl, 12 FS1

 Es kommt anders, als man denkt...

 Von zu Hause vertrieben

Und doch dort geblieben 

Als Kind schon gefangen

Wär so gern gegangen 

Den Körper betrogen

Die Seele belogen 

Dann endlich raus

Ein anderes Zuhaus 

Bereit zu lieben

Dort geblieben 

Drei Jahre lang schön

Zeit, wieder zu gehen 

Gebrochen das Herz

Von Trauer und Schmerz

Kein Daheim

Wieder allein 

Entscheidung gefällt

Auf mich gestellt 

Das Beste draus gemach

Und endlich gelacht 

Mal dort, mal da

Der Weg unklar 

Mal schlecht, mal gut

Mal Angst, mal Mut

Bin groß, bin klein

Ich lach, ich wein’ 

Überleg mir noch

Aufzuhörn zu denken

Keinen Gedanken zu verschwenden

Anders kommt’s doch!

  

3. Preis

Inna Steingauer, 12 FO2

 .... und dann kam alles anders

Nach langem Warten und Hoffen

habe ich meine große Liebe getroffen.

Dachte nur an ihn, bei Tag und bei Nacht.

Und hab’ dadurch viele schlaflose Nächte verbracht.

 

..... und dann kam alles anders!

Ich war viel zu eifrig und wie besessen,

schöne Momente und die Liebe schienen vergessen.

Er brach mir mein Herz mit einer Nachricht.

Und das hat er getan ohne jegliche Nachsicht.

Schmerzen, Leid und Sehnsuchtskummer

nagten an mir jede Stunde.

Dich zu hassen war nicht möglich,

doch du hattest nicht viel Zeit nötig!

 Und wenn du kommst zu mir zurück,

wär’ das nicht mein großes Glück?

Aber kehr ich dann zu dir zurück?

Du hast mein Herz gebrochen entzwei!

Auch wenn man es flickt,

bleibt trotzdem eine Naht dabei...

 

Sonderpreis 

BEINARBEIT

                       (oder: Wie ein Drache tanzen lernt)

 

-Eine Fantasy Komödie-

   

Geistiges Eigentum von Simon Heiser,

  Klasse 12FOS

Prolog

 Vor seinen Augen lag die kleine Stadt der Menschen in Schlaf.

Nur vereinzelt konnte sein reptilienhafter Blick noch flackernde Lichter hinter schmutzigen Fenstern ausmachen; seiner Erfahrung nach wurden jene späten Lichter meist von Nachtschwärmern wie verliebten Paaren oder Trunkenbolden benötigt, die aus dem einen oder anderen offensichtlichen Grund nicht einschlafen konnten. Menschen!

Er hatte eigentlich nicht viel übrig für diese kleinen, weichhäutigen Leutchen, die sich in Gemeinschaften zusammenrotten mussten, um den Gefahren des Landes zu trotzen, aber eine von ihnen, ein ganz besonderes Weibchen, würde er demnächst brauchen.

Er schnaubte und Rauch entstieg seinen Nüstern, verschwand geisterhaft im Dunkel der Nacht.

Seine gelben Augen machten indes zielsicher das Haus des erwähnten Menschenweibchens aus und er musste unwillkürlich ihren Sinn für Schönheit loben. Selbst im fahlen Mondlicht waren deutlich die Unmengen an Blumen zu erkennen, die ihr liebliches Dasein in Kübeln fristeten oder sich zart um das Haus ringelten. Das ließ nicht gerade an eine tumbe Bäuerin denken.

Fofnir breitete seine Schwingen aus.

Die Erde hielt den Atem an, Hasen flüchteten in ihren Bau.

Er machte sich keine Gedanken, dass die Menschen ihn bemerken könnten, das war früher schon vorgekommen und eines hatten die Warmblüter im Laufe der Zeit gelernt: Dass es ihrer Gesundheit nicht zuträglich war, ihn zu verfolgen!

Er hatte nicht umsonst all die Jahrhunderte überlebt.

Als er sich, so leise es mit zwanzig Schritt Spannweite eben möglich war, in die Lüfte erhob, dachte er an jenes besondere Menschlein, das ihm helfen würde, seinem Namen Ruhm zu verschaffen und endlich das Mosaik seiner Herkunft zusammenzusetzen.

 

Große Namen waren für Drachen sehr wichtig ...

 

Kapitel 1

Ashley schlug die Hände über dem Kopf zusammen.

„Nein, nein, nein!” ertönte ihre Stimme zwischen den Ellbogen hervor. „So wird das nie was!”

 

Nicht zum ersten Mal, seit sie unfreiwillig ihre Heimat verlassen hatte, fragte sie sich, was sie hier eigentlich tat.

 

„Unfreiwillig ihre Heimat verlassen” ist sehr freundlich und nicht eigentlich treffend ausgedrückt. Vielmehr ist ihr eines Tages das passiert, worüber sie in unzähligen billigen Fantasy- Filmen so herzhaft hatte lachen müssen und was sie mit aller Ernsthaftigkeit, die eine Siebzehnjährige aufbringen konnte, als kompletten Unsinn abgetan hatte. Eines Tages hatte sich die Tür ihres Kleiderschrankes aufgetan, einen zischelnden und funkelnden Dimensionsriss ausgespuckt und sie mit Haut und Haar und ihrem gesamten Besitz in eine völlig fremde Welt befördert, ohne eine Rückfahrkarte dazulassen.

„Hier ticken die Uhren anders”, sagen manche Leute, wenn sie in ein fremdes Land kommen und Recht haben sie eigentlich immer. Ashley hatte das Beste daraus gemacht, was genau, das erfahren wir noch. Jedenfalls drang ihre verzweifelte Stimme gerade zwischen ihren Armen hervor und sie zweifelte; an sich, an dem Begriff Logik, eigentlich an allem, aber besonders an den beiden Gestalten, die sich im Augenblick mit ihr im selben Raum befanden.

Die Beiden starrten sie über die Entfernung ihres Wohnzimmerteppichs mindestens ebenso entgeistert an, wie sie es bei ihrer ersten Begegnung getan hatten. Damals hatte es an ihrer für diese Welt ungewöhnlichen Erscheinung gelegen und an Ashleys pinkfarbene bauchfreie Oberteile und die knallengen Hosen hatten sie sich mittlerweile wirklich gewöhnt, aber ihre hysterische Art war etwas völlig anderes.

„Du bist ein Wolf!” schrie Ashley verzweifelt. „Also brüll auch wie einer!”

Jetzt starrten die beiden Gestalten, ein aufrecht gehender, erschreckend muskulöser Wolf und ein Zwerg, der fast nur aus Bart zu bestehen schien, einander an; wie zwei Kinder, die von ihrer Mutter beim Griff zum Keksglas erwischt worden waren. Ein haariges Augenlid des Werwolfs zuckte und er versuchte, sich unter der Stimme seiner Therapeutin klein zu machen.

Es misslang gründlich.

“Ich ... “, nuschelte der Wolf unschlüssig.

„Nichts ich!” Ashley atmete tief durch. „Wenn du nicht endlich kapierst, dass du größer und stärker bist als andere und jeden Deppen in der Luft zerreißen kannst, werden sie dir ewig auf der Nase rumtanzen! Dein Brüllen sollte denen durch Mark und Bein gehen!”

„Aber deine Nachbarn ... “ , argumentierte der Werwolf. Er hieß übrigens Leon. Ein Faden von Geifer rann von seinen Reißzähnen auf den Teppich.

„Wen interessieren meine beschissenen Nachbarn?” fragte Ashley außer sich. Die ganze Welt schien nur noch aus ihrem drohenden Gesicht zu bestehen (das unter anderen Umständen sehr hübsch sein konnte, wie Leon wusste). „Meine Nachbarn halten mich doch sowieso für eine Hexe oder noch schlimmeres!”

Sie erinnerte sich an diesen, auf groteske Weise erheiternden Tag, als sie sich mitsamt ihres Kleiderschrankes im Garten eines ihrer Nachbarn materialisiert hatte und beruhigte sich langsam wieder. Auch wenn sie ihre Heimat seitdem nie wieder gesehen hatte, war das Gesicht des alten Herren doch zu köstlich gewesen. Ihre Nachbarn hatten sich (verständlicherweise) niemals wirklich an sie gewöhnen können. “Es wird sie kaum stören, wenn ein Werwolf in meinem Haus heult!”

Also versuchte Leon zu knurren, aber es klang traurig und ohne Elan.

Dann nahm er den kleinen, gläsernen Behälter, den er von Ashley zu ihrer ersten Sitzung bekommen hatte zur Hand (warum ein siebzehnjähriges teenie, girlie, dingsbums Mädchen einen Werwolf zur Therapie hatte? Nun, IRGENDEINER Beschäftigung musste sie ja nachgehen, oder?). Es waren Kopfschmerztabletten. Drei davon warf es sich trocken in den Mund.

„Ein Wölfchen bist du, eine rückgratlose Promenadenmischung!” tobte Ashley (niemand sagte, dass sie ihren Job gut machte ....).

Der Werwolf senkte den Kopf.

„Vielleicht bist du ein wenig hart mit ihm?” meldete sich die Stimme von Ashleys zweitem Gast, dem Zwerg, unter seinem eigenen Teppich aus Bart hervor. Der Blick aus seinen braunen Knopfaugen wirkte eingeschüchtert und mitfühlend dem Werwolf gegenüber.

„Du bist ganz still!!!”, schrie das Mädchen jetzt wieder, sich in einen neuerlichen Wutanfall hinein steigernd.

„Du, Gorbald, bist kein Stück besser! Pah! Ein Zwerg, der Schlachten und Kriegen entsagt hat! Pah! Kein Wunder, dass du von zuhause rausgeflogen bist!”

„Ich bin nicht geflogen im Sinne von ...”

„Pah!”

Die Augen des Zwergen glitzerten feucht.

 

 

 

„Aber wir sind hier doch bei einer Therapie”, sagte er weinerlich. „Da bekommt man normalerweise doch geholfen und wird nicht ... “

„Es reicht!”, unterbrach ihn Ashley. Immer wenn sie wütend war, hüpfte der Inhalt ihres knappen Oberteils in alle Richtungen.

Der Zwerg Gorbald fand das normalerweise sehr niedlich. Heute nicht.

„Ihr zwei seid Loser! Ich will euch doch nur helfen, aber selbst nach tausend Sitzungen werdet ihr noch immer Loser sein. Ihr verschwendet euer sauer verdientes Geld an mir!”

„Welches Geld?”, wagte Leon zu fragen. “Du warst doch so nett und ...”

„Nenn mich nicht nett!”, kreischte Ashley schrill. „Ich bin nicht nett! Ich werde ... “ Noch einmal wurde Ashley unterbrochen.

Nicht von einem ihrer Schützlinge, sondern von etwas, das sie gut und gerne für den Weltuntergang gehalten hätte. Die Erde bebte und zerfetzte Teile des Daches regneten ins Wohnzimmer, die Ostwand des Raumes wurde regelrecht herausgerissen und ein Brüllen raste durch ihren bis dato jungfräulichen Gehörgang, als hätten sich alle Trompeten und Elefanten des Universums zusammengetan, um den Untergang alles Lebendigen anzukündigen.

Ashley wurde von stacheligen und schuppigen Drachenklauen gepackt und in die Höhe gereckt, heraus aus der Wärme ihrer Behausung und hinein in die Kälte der Nacht. Ihre Stimme wurde zu neuen Höchstleistungen getrieben, in Sphären, die Hysterie und Cholerikerdasein niemals hätten erreichen können.

„Iiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeehhhhhhh!!!! !”

Sie strampelte mit Füßen und Händen, doch alles half nichts. Obwohl ihr Verstand den Supergau im Wohnzimmer noch nicht einmal ansatzweise verarbeitet hatte, fühlte sie sich schon von stinkenden Schwingen wie von einem Wirbelsturm in die Lüfte gehoben und von der Gnade einer Ohnmacht verschluckt.

Zu verängstigt, um einen Finger zu rühren, blickten Zwerg und Werwolf, von Staub, Holzsplittern und Büstenhaltern und Unterwäsche in Mädchenfarben bedeckt, auf den eisenharten Bauch des Drachen, der sich in den Himmel schwang und wünschten sich nicht zum ersten Mal, die Idee mit der Selbsthilfegruppe gründlicher überdacht zu haben.

  

Kapitel 2

 

 

Nicht viele Werwölfe, außer den grausamsten und blutrünstigsten unter ihnen, sind wirklich mit ihrem Schicksal zufrieden. Die Gründe liegen auf der Hand:

Orale Hygiene wird durch verwesende Fleischbrocken zum Problem, Haare wachsen an außergewöhnlichen Stellen und beim Anbandeln mit der netten Dame von nebenan ist es keine Verbesserung der Chancen, wenn ein erwachsener und geistig scheinbar klarer Mann plötzlich wie von Sinnen beginnt, sich hinter dem Ohr zu kratzen (mit dem Fuß)!

Zum Vorteil aller Werwölfe ist es, dass sich wenigstens Verwandlungen anhand der Mondphasen zeitlich bestimmen lassen.

Leon hatte diesen Vorteil nicht.

Sein Fluch verlief unkontrolliert, von Emotionen geleitet.

So kam es, dass er sich am ganzen Leib zitternd und in einen nackten Menschen zurück verwandelt im Wohnzimmer seiner Therapeutin wieder fand.

Naja, in dem Trümmerhaufen, der vom Wohnzimmer übrig geblieben war.

Der Zwerg Gorbald saß gebeugt neben ihm und tätschelte ihm den Rücken, er hatte noch immer ein hellblaues Unterhöschen auf dem Kopf, schien dies jedoch nicht zu bemerken.

„Geht es dir gut?”, fragte Gorbald.

Leon richtete zögernd den Blick auf seinen bärtigen Bekannten und fand in dessen Augen eine nie dagewesene Art von Entschlossenheit, deren Ursprung und Ziele er sich noch nicht ganz erklären konnte. Jedenfalls brachte dieses seltsame Flackern auch sein eigenes Zittern wieder etwas unter Kontrolle.

„Ich bin zumindest nicht verletzt” (was ein Wunder war), entgegnete der Werwolf und dachte dann daran, seinen kleinwüchsigen Leidensgenossen nach den Gründen für dieses Funkeln in den Augen zu fragen; dieser kam ihm jedoch zuvor, indem er grimmig nuschelte:

„Wir müssen Ashley retten.” Leon war verwirrt.

In den Tiefen seines Herzens wusste er natürlich, dass dieses Vorhaben das einzig Richtige sein konnte, nicht zuletzt, weil das Mädchen vielleicht die Einzige war, die ihn mit ihrer Selbsthilfegruppe aus seinen Depressionen und vielleicht auch aus seinem Fluch holen konnte.

(Ihr seid Loser und werdet ewig Loser bleiben)

Trotz aller hysterischen Anfalle (Leon und Gorbald kannten das Wort Pubertät nicht!) war Ashley eigentlich immer gut zu ihnen gewesen und hatte noch nicht einmal Geld für ihre Therapiestunden genommen ... Und sie hatten immer wieder zu ihr kommen dürfen; sie hatte sehr viel Zeit für sie verschwendet, mit der sie stattdessen hätte tun können, was immer Mädchen in ihrem Alter tun mochten.

Leon und Gorbald sahen einander an, lauschten eine Weile auf den Rhythmus ihrer Herzschläge. Ein grimmiges Lächeln wurde ausgetauscht.

Dann nickten sie sich zu.

Besser hier verschwinden und Ashley retten, bevor die wütenden Nachbarn hier auftauchten und ihnen beiden die Schuld für das Desaster gaben.

 

 

Kapitel 3

 

 

 

Bald lag die kleine Stadt hinter ihnen; soweit, dass sie sie schon nicht mehr am Horizont sehen konnten. Die Beiden boten einen seltsamen Anblick, weiß getüncht vom Staub der Trümmer und mit entschlossenen Mienen.

Leon, der schon wieder die Verwandlung in einen Werwolf durchgemacht hatte, trug ein merkwürdiges, wuscheliges rosa Etwas in den Krallen, das Ashley einst als „Pompom” bezeichnet hatte. Sie hatte ihnen erzählt, dass man dort, wo sie herkam, mit zweien dieser Gegenstände einen Tanz namens “Cheerleading” praktizierte. Was es damit auf sich hatte, verstand Leon nicht, aber immerhin roch dieses flauschige Ding sehr stark nach Ashley, so dass es ihm leicht fiel ihre Witterung aufzunehmen.

Immer wieder hielt er an, um zu schnuppern, erst am Pompom, dann in der Luft.

„Hier entlang”, „in diese Richtung”, oder „sie muss in der Nähe von dort drüben sein”, waren darauf folgende Aussagen, die der Werwolf mit solcher Inbrunst und Glaubwürdigkeit von sich gab, dass Gorbald nicht ein einziges Mal an Leons scheinbar phänomenalen Geruchssinn zweifelte. Nach einigen Stunden legten sie unter einem großen Baum eine Pause ein, um ein wenig auszuruhen und um etwas zu essen.

Gorbald packte nach dem kargen Mahl eine Harfe aus und begann zu spielen.

„Das klingt gut”, sagte der Werwolf, nachdem einige Töne durch die Luft geplätschert waren. „Ich dachte immer, Zwergenmusik bestünde aus ohrenbetäubendem Lärm, der selbst das Gehör von Toten beleidigt.” Gorbald grinste, ohne im Spiel inne zu halten.

„Damit hast du recht. Immerhin wurde Zwergenmusik erfunden, um die Gehörgänge von Toten zu beleidigen. Oder was würdest du tun, wenn finstere Zauberer regelmäßig versuchten, deine Heimat mit Heeren von Untoten zu überfallen?”

Ein wehmütiger Ausdruck, der stark nach Heimweh aussah, huschte über das Gesicht des Zwergen. „Aber ich persönlich kann mit solcher Art von Musik mehr anfangen. Sie erinnert mich an Klänge aus einem zauberhaften Elfenwald, durch den ich einst wanderte. Seitdem wollte ich nichts mehr lernen, als Harfe zu spielen.”

 

Man sollte meinen, dass es für einen einzigen Tag im Leben einer einzigen Person (egal ob Mensch, Werwolf oder Zwerg) spektakulär genug ist, wenn ihre Therapeutin während einer laufenden Sitzung von einem Drachen aus ihrem Haus entführt wird, zudem wenn das Haus noch dazu zusammenstürzt, heute jedoch schien unseren beiden Helden nichts erspart zu bleiben:

Eine Gestalt stürzte, zu schnell um sie auf den ersten Blick zu erkennen, aus den Zweigen des Baumes, landete laut schreiend und mit Gepolter auf der Harfe des Zwergen und begrub sie unter sich. Die Gestalt rührte sich nicht mehr.

Fassungsloses Staunen.

Wieder einmal.

„Ächz, uff ...”, röchelte die Gestalt.

Lange Mähne, zierlicher Körperbau, spitze Ohren ...

„Ein Elf!”, konstatierte Leon.

„Meine Harfe ...”, stammelte der Zwerg, dessen Hände noch immer so geformt waren, als hielten sie das feingliedrige Musikinstrument. „Er hat meine Harfe zerschmettert!” Sein Gesicht, der Teil, den man unter dem Bart und den buschigen Augenbrauen erkennen konnte, wurde kreideweiß.

Plötzlich verspürte er den Drang nach Schlachten ...

Und Krieg ...

„Argh!”

Ungewöhnlich sanft für jemanden mit Wolfsklauen rollte Leon den herabgestürzten Elfen zur Seite und förderte ein liebliches aber schmerzverzerrtes Antlitz zu Tage.

Und eine zerbrochene Harfe ...

Schlachten ...

Krieg ...

Die Finger des Zwergen ballten sich zu Fäusten.

„Bleib bitte ruhig, ja?”, sagte Leon beschwörend. „Lass all die Sitzungen bei Ashley nicht umsonst gewesen sein.”

„Warum umsonst? Da ging es doch gerade darum ...”

„Urgh, aua ...” , stöhnte der Elf und rieb sich Kopf und Brustkorb.

Gorbald zählte in Gedanken langsam bis zehn und sammelte dabei die Überreste seiner Harfe auf. Währenddessen half Leon dem Elfen auf die Beine. Erst jetzt registrierte dieser, was er mit seinem Sturz angerichtet hatte und übersah dabei völlig, dass er außerhalb einer Vollmondphase einem Werwolf gegenüber stand.

 

 

 

 

„Es ... es tut mir Leid”, stotterte er mit einer Stimme, die irgendwie weder männlich noch weiblich war, jedoch bezaubernd klang.

„Grmpf!” , knurrte der Zwerg beleidigt.

„Wie kann ich das ... das wieder gutmachen?” „Grmpf!”

„Ich erstatte euch den Schaden”, meinte der Elf hoffnungsvoll.

Gorbalds Augen fixierten das Gesicht des Elfen und was seine Hände am liebsten getan hätten, war abzusehen am ständigen Öffnen und Schließen der Fäuste. Er grummelte: „Das kostet dich mindestens ... “

Doch Leon unterbrach ihn, wohlwollend die Schnauze zu einem sabbernden Lächeln verzogen. Ihm war eine Idee gekommen.

„Mir fällt da etwas ein. Damit könntet ihr den Schaden wieder gutmachen, Elf.” Ein schwaches Grinsen formierte sich auf dem Gesicht des Elfen, während er sich Staub von der Kleidung klopfte.

Leon suchte kurz nach den richtigen Worten (was in Anbetracht der Situation nicht einfach war), dann erklärte er seinem Gegenüber, was vor kurzem vorgefallen war.

Der Elf hörte aufmerksam zu.

„Helft uns also unsere Ashley zu retten und alles ist vergeben und vergessen”, schloss Leon.

„Moment mal ... “ knurrte der Zwerg.

„Pst!” Zum ersten Mal schien die Stimme des Werwolfs bedrohlich zu klingen. Sein Gefährte jedenfalls verstummte. „Was sagt ihr dazu?”

Der Elf legte seine rechte Hand ans Herz, setzte einen feierlichen Gesichtsausdruck auf und sprach:

„So wahr ich hier stehe, schwöre ich, dass ich euch helfen werde, eure, eure ... äh ... “ „Selbsthilfegruppenleiterin” half Gorbald grollend.

“Eure Selbsthilfegruppenleiterin aus den Klauen dieses Ungetüms zu retten. Obgleich mir nicht wohl bei dem Gedanken ist”, fügte er ein klein wenig weniger begeistert hinzu. “Immerhin soll eure Prinzessin wieder sicher sein!””

Der Elf, der wohl dachte, dass “Selbsthilfegruppenleiterin” so etwas wie einen Titel bezeichnete, schwellte seine Brust.

„Sie ist eigentlich keine ... “ , begann Leon, doch ein scharfer Schmerz am Schienbein, der Zwerg hatte dagegen getreten, ließ ihn verstummen.

„Dann ist es beschlossen!”, sagte Gorbald laut, nun wieder mit besserer Laune und einem Ausdruck, der sagte „wenigstens diese kleine Gaudi lasse ich mir nicht nehmen” auf dem Gesicht.

„Lasst uns aufbrechen”, seufzte unser Werwolf.

 

 

Kapitel 4

Vor der Drachenhöhle.

Der Schwefelgestank war atemberaubend. Die verbrannte Einöde war bar jeden Lebens.

Die zahllosen Skelette und angesengten Rüstungsteile verstorbener Recken waren ein Mahnmal an vorwitzige Glücksritter, die versuchen wollten, entführte Prinzessinnen (oder Selbsthilfegruppenleiterinnen) aus den Klauen des Bewohners der vor ihnen liegenden Höhle zu befreien.

„Mir wird schlecht”, jammerte der Elf, der sich als Dias vorgestellt hatte und er stolperte über das aus dem Boden ragende Ende eines rostigen Schwertes.

„Und mir wird schlecht bei dem Gedanken, dass du meine Harfe unbrauchbar gemacht hast, davon wird mir wirklich schlecht!”, grummelte Gorbald.

„Hört auf damit”, zischte Leon, dem sein neu gewonnenes Selbstvertrauen gut zu Gesicht stand. Er roch ein letztes Mal an Ashleys Pompom und warf es dann über die Schulter fort. Versöhnlicher fügte er hinzu:

„Schließlich sollen Drachen gute Ohren haben.”

I1ias blickte verständnislos drein. „Sind Drachen nicht Reptilien? Die haben meines Wissens nach überhaupt keine ... “

Knurren aus Richtung des Zwergen. „Entschuldigung.”

Leon seufzte.

“Lasst uns hineingehen. Wer weiß, welche Qualen Ashley da drinnen ertragen muss?!” Ilias hielt in seinem Marsch inne und schien aufmerksam zu lauschen.

„Was ist?”

„Ich höre etwas. Es kommt aus der Höhle. Es klingt wie ... “

 

 

Kapitel 5

 

  

 

„Nein, nein, nein! So wird das nie was! Du musst lächeln dabei und achte auf deine Beinarbeit!”

Ashley warf ihre Pompoms (zwei trug sie als Ersatz immer bei sich, so wie andere Batterien für ihren Walkman) zu Boden und stampfte wütend mit dem Fuß auf. Schweiß klebte blonde Haare und pinke Strähnen an ihrem Gesicht fest. Um ihrer Verzweiflung Herrin zu werden, trat sie einen alten Totenschädel quer durch die von großen Feuern beleuchtete Höhle.

Fofnir, der gewaltige Drache, schnaubte ergeben und warf mürrisch und genervt die beiden Bäume, die ER als Pompoms benutze, zur Seite. Der Krach glich einem Gewittersturm.

„Beinarbeit!” grollte er und schlängelte sein ungeheures Gesicht dem Mädchen entgegen.

„Jawohl, Beinarbeit!” meinte Ashley und drückte einen Zeigefinger in seine Schnauze. Blitzschnell führte sie eine komplizierte Cheerleader- Choreographie vor Fofnirs Augen durch, die in einem knochenbrecherischen Spagat endete. Sie stand auf und grinste, als hätte sie ein Publikum von Dutzenden, geifernden Halbstarken vor sich. „Darauf kommt es an! Und auf die Ausstrahlung. Beides hast du nicht. Du wirst es nie lernen, wenn ... !

„Jajaja! Schon gut, schon gut! Weiter!” verlangte das monströse Ungetüm.

„Ich kann nicht glauben, dass ich das umsonst mache!”

Fofnir deutete mit einer Klaue von Daumen, die so lang war, wie einer von Ashleys Armen, über seine Schulter auf einen mächtigen Haufen Gold, der sich im hinteren Teil der Höhle befand. Einige Edelsteine funkelten darin.

„Hrmpf!”, schnaubte diesmal Ashley. „Das ist wohl das Mindeste. Wegen absoluter Talentlosigkeit, verdammt nochmal.”

 

Nach einer kurzen Pause:

„Machen wir weiter.”

 

Kapitel 6

 

 

 

Als die Gefährten die Höhle betraten, staunten sie nicht schlecht.

 

Und dann kommt doch alles anders ...

 

Ashley, als Inbegriff einer zickigen Schulverein- Cheerleadergöre (keiner von ihnen wusste, was eine Cheerleadergöre war) mit einem gewaltigen grünen Drachen, der nur aus Panzerplatten, Schuppen und Stacheln zu bestehen schien, an ihrer Seite und dieses Monstrum versuchte doch tatsächlich die schwunghaften Bewegungen ihrer Choreographie zu kopieren.

Das war zuviel.

Kinnladen fielen herunter.

Augenlider zuckten.

Leon verwandelte sich zurück in einen (nackten) Menschen.

„Was macht ihr denn hier?”, fragte Ashley spitz und ein wenig aus der Ruhe gebracht. Sie hatte natürlich die Hände an ihre Hüften gestemmt. Ohne es zu wollen, tat der Drache es ihr nach, bemerkte wie lächerlich das aussah und schaffte es gerade noch rechtzeitig einen drohenden Gesichtsausdruck aufzusetzen.

„Die Frage ist doch viel eher ... “, begann Gorbald.

„ ... was du hier machst!?”, endete Leon.

Der große, Furcht einflößende Drache und die kleine, ebenfalls Furcht einflößende Ashley sahen einander an. „Nach was sieht es denn aus? Ich gebe Tanzunterricht!”

So vieles lag Leon auf der Zunge, so viel dessen Bedeutung ihm fremd war, unergründliche kosmische Zusammenhänge, die es zu entschlüsseln und auszusprechen galt, doch alles, was er heraus bekam, war:

“Warum?”

„Weil ... “ begann Ashley, doch sie wurde von der stinkenden, Erd erschütternden Stimme des Drachen unterbrochen.

„Das ist meine Schuld.” Alle warteten gespannt. Ihre Gesichter sagten: „JA?” „JA?”

„Nun, ich beginne am besten so: Ihr müsst wissen, dass Namen für uns Drachen sehr wichtig sind. Unsere gesamte Existenz und unsere Macht drehen sich um unsere Namen, Während einiger Studien habe ich endlich herausgefunden, was meiner bedeutet. Mit dieser Erkenntnis werde ich Ruhm und Ehre unter meinesgleichen ernten.”

„Und?” sprach I1ias aus, was alle dachten.

“Nun, übersetzt bedeutet mein Name “der über den Himmel tanzt”, schön, nicht wahr? Ich kann also nur zur wahren Bestimmung meiner Existenz gelangen, indem ich ... “

„Indem du tanzt!”, erriet Gorbald.

„Exakt”, sagte der Drache.

„Aber warum hast du Ashley nicht einfach um Tanzstunden gebeten, anstatt sie zu entführen?”, fragte Leon. Niemand störte sich an seiner Nacktheit.

Der Drache Fofnir schob seinen Hals nach vorne und blickte den Wolfmann an, wie einen geistesschwachen, begriffsstutzigen Idioten.

In dieser Haltung verharrte er einen quälenden Moment. “Ich bin ein Drache, alles klar?”

“Alles ist nun in Ordnung?”, fragte Leon.

Ashley zwang sich zu einem Lächeln. Sie war unerhört schön dabei.

“Selbstverständlich. Fofnir ist ein guter Gastgeber, auch wenn er kein Talent zum Tanzen hat.” Tiefes Grollen.

„Aber daran werden wir feilen. Er wird seinem Namen alle Ehre machen und dann komme ich nach Hause für weitere Therapie Stunden. Versprochen.”

Mit diesen Worten nahm sie die Grundstellung einer relativ simplen Choreographie ein , und Fofnir sammelte seine Bäume auf.

Kinnladen fielen herunter.

Augenlider zuckten.

Ohne es zu wissen, hatten Fofnir und Ashley den Grundstein für ein besseres und selbstbewussteres Leben unserer Helden gelegt; durch eben dieses Abenteuer.

 

Leon konnte nicht anders, er verwandelte sich wieder in einen Wolf.

 

ENDE

 

Mein Dank gilt an dieser Stelle Benedikt und Wolfram, meinen Partnern an einem Schulprojekt, für das „Beinarbeit“ die Grundlage war.

 

Hat Spaß gemacht, Jungs!

Simon Heiser, Biblis, Dezember 07

 

 

 

 

12 Auszubildende erwerben das Fremdsprachen-Zertifikat der KMK in Englisch
 

Im November 2007 unterzogen sich 12 angehende Industriekaufleute der Klassen 11BSI und 12BSI in Wiesbaden mit Erfolg einer nicht alltäglichen Prüfung: sie bewiesen ihre guten und zum Teil sehr guten  Englischkenntnisse und erwarben das  Fremdsprachen-Zertifikat der KMK in Englisch.

 


 

Bereits im Vorjahr hatten sich die ersten vier Schülerinnen an die Prüfung gewagt, zwei von ihnen nahmen jetzt auf der nächst höheren Niveaustufe teil.

 

Geprüft werden in dieser externen Prüfung die Rezeption (das Verstehen mündlicher und schriftlicher Mitteilungen), die Textproduktion, die Mediation  (Übersetzen oder Umschreiben) und die Interaktion (Gesprächsführung).

 

Europa wächst zusammen und Fremdsprachen werden auch im Beruf immer wichtiger. Was

heißt aber bei Bewerbungen:„Ich spreche gut Englisch“?  Mit dieser Zusatzqualifikation haben die Schülerinnen und Schüler die Bestätigung, dass ihre berufsbezogenen Sprachkenntnisse innerhalb des europäischen Referenzrahmens, der von A1 bis C2 reicht, bei B1 (Threshold) und B2 (Vantage) liegen.

 

Anerkennenswert sind auch die Eigeninitiative bei der Anmeldung, das Durchhaltevermögen bei den Vorbereitungen - immerhin blieben in den Monaten vor der Prüfung die meisten, um zusätzlich zum normalen Berufschulunterricht noch 2 Stunden Englisch zu büffeln – und der Mut zum Risiko, denn wer setzt schon gerne die Prüfungsgebühren von 40,-- bis 60 Euro „in den Sand“?

 

Erfreulicherweise unterstützen die meisten Betriebe die Anstrengungen ihrer Auszubildenden und ermutigen zur Teilnahme an der Prüfung, so dass ich hoffe, dass  auch in den nächsten Jahren noch weitere Prüflinge auch aus anderen Ausbildungsberufen hinzukommen.

 
Nähere Informationen zum Zertifikat bei mir oder unter
www.iq.hessen.de (Standardsicherung/KMKFremdsprachenzertifikat)

 
 

Doris Zeilfelder
 

Maßgeblichen Anteil an dem erfolgreichem Abschluss  hatte Frau Doris Zeilfelder, Fachlehrerin für Englisch, Spanisch und BWL. Das wussten auch die erfolgreichen Auszubildenden zu würdigen.

Ki, 18.01.2008

 

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