Archiv 2011
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Die NEWS 2011
Backen für einen guten Zweck
Ein paar Tage Weltstadtflair geatmet
Wenn Kinderaugen strahlen
Runde um Runde schwitzen für Somalia
Generalprobe für den Abschluss
Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim auf Ausbildungsmesse an der ADS
Hilfe für Somalia
Reitplätze für die ganze Welt aus Lampertheim
In der "kampffreien Zone neue Kraft schöpfen"
Mehr als Apps and Bytes - Wirtschaftsinformatik ist cool
"Die richtige Balance finden": Bildungspreis für Selbert-Schülerinnen
Pressespiegel: Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage
Wir haben den Titel - Schule ohne Rassismus
Besuch der Bundestagsabgeordneten Christine Lambrecht
Comenius-Treffen in Cassino/Italien
Förderkreis der ESS mit neuem Vorstand
Ma vie en rose - 183 Tage Frankreich pur
Fremdsprachen- und Informatikassistenten der ESS trainieren Haupt- u. Realschüler der Erich-Kästner-Schule
Pressespiegel zum HR-Sinfonieorchester am 24.02.2011 an der Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim
7. Schreibwettbewerb 2010/2011 "Achtung! Auf Gleis 7..." an der Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim
Pressespiegel zu den Tagen der offenen Türen der Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim
Wir holen den Titel! Aktionen zur "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" der Fachoberschule für Sozialwesen
Betriebs- und Schmierstoffe in Fahrzeugmotoren - Schulung an der Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim"

 

Backen für einen guten Zweck

Die Weihnachtsbäckerei der 12 FOS Sozialwesen

Weihnachtsstimmung kam bei den Schülern der 12 FOS Sozialwesen bereits am Mittwochvormittag auf. Gemeinsam mit Patricia Weber trafen
sich einige Schüler (darunter vor allem die Mädels ;-)) nach der vierten Unterrichtsstunde zum gemeinsamen Plätzchenbacken in der Schulküche.
Neben Spaß und Vorfreude auf Weihnachten galt diese von der SV eingeleitete Aktion aber vor allem einem guten Zweck: Der Erlös davon soll
der SV zur Erneuerung der Schultoiletten zur Verfügung gestellt werden.

Nachdem sich nun alle zahlreich in der Küche samt Einkäufen versammelt hatten, konnte das Backen beginnen. Fast vier volle Stunden brachten
die Schüler damit zu die Teigmasse zu formen und anschließend bunt zu verzieren. Zum guten Schluss fehlte nur noch eine weihnachtliche
Verpackung, in der man die buntgemischten Plätzchensorten, darunter Vanillekipferl, Schokocookies und Buttergebäck, unter die Leute bringen konnte.

Die beiden kommenden Tage, brachte die Klasse damit zu, die köstlichen Leckereien in den beiden Pausen vor der Cafeteria zu verkaufen.
Der Aufwand hat sich gelohnt, denn von knapp 100 Päckchen Gebäck blieb letztendlich kein einziges mehr übrig und somit war die Aktion
ein voller Erfolg.

 

 

Text und Fotos: Alina Kemen (12FOSS)

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Ein paar Tage Weltstadtflair geatmet

Comenius Projekt: Schüler und Lehrkräfte der Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim in Wien

Zum ersten Mal weg von Zuhause, zum ersten Mal fliegen, zum ersten Mal in einer Weltstadt – kein Wunder, dass bei manchen Schülern die Gefühle Achterbahn fuhren,
als sie mit ihren Begleitlehrern am Abflugschalter in Frankfurt dem Unbekannten entgegen fieberten. 

Vom Flughafen in Wien ging es mit S- und U-Bahn direkt zur Unterkunft in die österreichische Hauptstadt, dem Zentrum der ehemaligen riesigen österreichisch-ungarischen
Monarchie, die sich vom Balkan bis ins heutige Polen erstreckte. Langsam tasteten sie sich an all das Neue heran. Es ist nicht einfach, einen U-Bahn-Fahrplan zu lesen und
sich im lärmenden Straßengewirr zurecht zu finden. Diese Ängste aber wurden schnell überwunden und die Schüler fuhren neugierig und selbstständig zum Stephansplatz, um
einen Blick in den weltberühmten Stephansdom mit seiner nicht weniger berühmten Glocke, Pummerin genannt, zu werfen und dann in den weihnachtlich geschmückten Straßen
dieser multikulturellen Stadt in ein schier unglaubliches Lichtermeer einzutauchen, das bezauberte und auf das bevorstehende Weihnachtsfest einstimmte. Der rappende
Weihnachtsmann scharte schnell eine Menschenmenge um sich, bevor es weiter ging durch die Kärntner Straße, um einen Blick in all die wunderschönen Auslagen zu werfen
und die Stadt auf sich wirken zu lassen.

Am Abend dann, völlig erschlagen von den vielen neuen Eindrücken, freuten sich die Jugendlichen trotzdem schon auf den nächsten Tag, wo sie bereits vertraute Gesichter
aus Österreich (Wien), Italien (Cassino) und Rumänien (Hermannstadt) wiedersehen und neue kennen lernen würden. So ergab es sich dann von selbst, dass sie an den
folgenden Abenden auch schon einmal gemeinsam mit den italienischen Schülerinnen auf dem Zimmer in der Pension Small Talk in englischer Sprache probierten.

Zusammengeführt und möglich gemacht hat diesen internationalen Austausch ein von der EU gefördertes Comenius Projekt (Programm für lebenslanges Lernen). Schüler
sollen die Chance erhalten, in multikulturellen Lerngruppen an gemeinsamen Vorhaben zu arbeiten, sich in Akzeptanz und Toleranz gegenüber Fremden zu üben und sich
nicht zuletzt gemeinsam über das "Endprodukt" zu freuen. Das Projektthema lautet: „Diverse, but EU-nited - unser multikulturelles Klassenzimmer“

Die Federführung hat die Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) und die Projektleitung liegt in den Händen von Inge Reger. Dem Treffen in Wien waren Besuche im rumänischen
Hermannstadt, Lampertheim und im italienischen Cassino vorangegangen.

Unsere Gastgeber, die österreichischen Kollegen, gaben sich in diesen Tagen sehr viel Mühe, alle Lehrkräfte und Schüler bei gemeinsamen Unternehmungen einander näher
zu bringen und ihnen neben der Arbeit am Projekt in der Berufsschule für Gastgewerbe einige Highlights ihrer Stadt zu zeigen. Dazu gehörten neben einer Stadtrundfahrt mit
der Trambahn – Wien hat das größte Trambahnnetz der Welt - und einer Führung durch das Rathaus auch ein Bummel über den Christkindlmarkt am Rathaus und eine Fahrt
mit dem Riesenrad im Prater. Beeindruckt war man bei der Führung durch das über 300 Jahre alte Kellerlabyrinth der Sektkellerei Schlumberger, wo man viel Wissenswertes
über Herkunft und Herstellung von Sekt und Champagner sowie über „Degorgieren“ und „Dosage“ erfuhr. Auch durfte man Flaschen auf hölzernen Rüttelpulten rütteln –
ein Arbeitsgang, der bis heute von Hand durchgeführt wird.

Die Prunkräume von Schloss Schönbrunn konnten dann mit einem Audioguide selbstständig entdeckt werden.

Aber Wien ist nicht nur für seine Sehenswürdigkeiten und Kaffeehäuser bekannt, sondern auch für seine exzellente Küche wie Schnitzel und Backhendl und all die wunderbaren
Mehlspeisen, die man nicht nur im Edelheurigen , sondern natürlich auch in einfachen Wirtshäusern, wo man keine Touristen trifft, genießen darf.

Ausgebildet werden Wiener und österreichische Köche und Restaurantfachleute unter anderem an der Berufsschule für Gastgewerbe, deren Auszubildende bereits viele Preise
und Pokale gewonnen haben und auf welche die Schule zurecht stolz sein kann. Beim gemeinsamen Kochen in der Schule waren somit auch die Schüler der ESS und ihre Lehrerinnen
Eleonore Dewald und Martina Naydowski fachmännischer „Kontrolle“ ausgesetzt. Aber die ESS musste sich nicht verstecken und hat, ebenso wie die Italiener und die Rumänen,
mit den gezauberten Gerichten beeindruckt..

Die Rezepte einer großen Zahl feiner und wohlschmeckender Suppen, Vorspeisen, Hauptspeisen, Desserts und Cocktails aus Deutschland, Italien, Österreich und Rumänien
werden im nächsten Jahr in einem Kochbuch erscheinen – um nur ein Ergebnis des internationalen Projektes zu nennen, an dem dann über zwei Jahre hinweg gearbeitet worden
sein wird,. Alle freuen sich auf dieses ungewöhnliche Kochbuch genauso wie auf die Abschlussveranstaltung im Mai 2012 in Lampertheim.

Text: Marita Hopp

Foto: Thomas Bährer

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Pressespiegel

Wenn Kinderaugen strahlen

Aktion: Schüler überraschen Initiatoren des Projekts "Weihnachten im Schuhkarton"

Die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" ist seit gestern beendet. Für den letzten Abgabetag der Päckchen für Kinder in Not hatte die
Sammelstellenleiterin Heike Ulrich eine Sonderöffnungszeit eingerichtet. Bei der sechswöchigen Sammelaktion gab es anstrengende Tage
für die Baptisten, an denen sie viel Zeit investiert haben.

Schließlich mussten sie an den Annahmezeiten präsent sein, die abgegeben Päckchen nach nicht erlaubten Artikeln durchsehen, Schuhkartons
mit Geschenkpapier bekleben, mit den gespendeten Sachen bestücken und außerdem für die Reise in das Berliner Zentrallager fertigmachen.
Während der Sammelaktion glich das Haus der Familie Ulrich einer Weihnachtsmannwerkstatt.

In mehreren Zimmern türmten sich die bunt beklebten Päckchen, die Rita Embach in große Umzugskartons gepackt hatte. Damit die mit
Sorgfalt bestückten Schuhkartons zum Abtransport rechtzeitig fertig wurden, haben die ehrenamtlichen Helfer die eine oder andere
Sonderschicht gefahren. "Aber wir machen die Arbeit gern, unser Herz hängt daran", sagt Heike Ulrich.

Für eine große Überraschung sorgten gestern die Schüler der Klassen Ernährung und Sozialpädagogik sowie des Berufsvorbereitungsjahres (BVJ)
der Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim (ESS) und ihre Klassenlehrerin Regine Hindel: Sie klopften an die Tür von Heike Ulrich.
Die jungen Leute überreichten liebevoll gepackte Schuhkartons, deren Inhalt sie selbst eingekauft hatten. Durch den vorweihnachtlichen
Eifer wurde die Lampertheimer Hauptsammelstelle um 24 Weihnachtspäckchen reicher. Damit könnten, erklärte Heike Ulrich, die
ESS-Schüler ein kleines Wunder bewirken. Die Organisatorin erhält den Jahresbericht des Projektträgers - er trägt den Titel
"Geschenke der Hoffnung" - und gibt Einblicke in bewegende Erlebnisse.

Ergreifende Bilder

Auch auf den Internetseiten der Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" sind ergreifende Bilder und ein Film von der Verteilung zu sehen.
"Manche Kinder in den Empfängerländern kennen keine Geschenke und werden das Päckchen als einziges Weihnachtsgeschenk
erhalten", berichtete Heike Ulrich den Schülern. Mit ihren Geschenken - darunter Schulmaterial, warme Kleidung und Süßigkeiten -
wollen auch die jungen Lampertheimer Päckchenpacker Kinderaugen zum Strahlen bringen.

Botschaft ins Päckchen gelegt

Beschlossen wurde die gemeinsame Teilnahme der Klassen an diesem Projekt im Lehrerzimmer der Elisabeth-Selbert-Schule,
wo sich die Klassenlehrerinnen Regine Hindel - sie hatte von der Aktion im "Südhessen Morgen" gelesen - und Lucia Günther über
ihre Ideen ausgetauscht hatten.

Schülerin Yeliz Ocak berichtete, dass die Schüler auch eine Botschaft in englischer Sprache in die Päckchen hineingelegt haben.
"Wir wollen die Kinder ein bisschen glücklicher machen", nannte sie das Motiv der Schüler.

Rosi Israel, Südhessen Morgen,
16. November 2011

Foto: Rosi Israel

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Pressespiegel

Runde um Runde schwitzen für Somalia

Spendenaktion: Schüler und Lehrer der Elisabeth-Selbert-Schule in Lampertheim laufen für Notleidende / Über 870 Euro gesammelt

Michelle Kamuff und Yeliz Ocak frieren. Die Schülerinnen der Elisabeth-Selbert-Schule stehen im Adam-Günderoth-Stadion in Lampertheim
und graben die Hände in die Hosentaschen. Vor den 16-Jährigen liegen 400 Meter - mindestens eine Runde wollen sie im Rahmen der
Spendenaktion "Laufen für Somalia" auf dem Sportplatz zurücklegen. Ein Rückzieher kommt für sie trotz des eisigen Windes nicht infrage.

"Wir wollen den Menschen in Somalia helfen", sagt Michelle. "Nicht nur, indem wir Kaffee und Kuchen verkaufen. Mit unserem Spendenlauf
können wir viel mehr einnehmen und mehr bewirken." Die Mädchen haben die Aktion mit Schülern der 11. Klasse aus den Fachbereichen
Ernährung und Sozialpädagogik gemeinsam organisiert.

Sie wollen nun Vorbilder sein und mit einer Eröffnungsrunde andere zum Laufen und Spenden motivieren. Muffins und Kaffee für Zuschauer
und Sportler gibt es trotzdem zu kaufen - es ist ja bereits ein bewährtes Konzept. Weitere Gelder sammelten die Jugendlichen vorab in der
Innenstadt bei Unternehmen und Privatpersonen. Circa 530 Euro haben die Lampertheimer Sponsoren zugesagt oder vorab gespendet. Für
diesen Betrag müssen die Schüler jetzt im Stadion laufen. Die Geldgeber erhalten dann im Anschluss einen Beleg, dass für ihre Spende
tatsächlich ordentlich geschwitzt wurde.

Spenden für Medizin und Essen

Alle Einnahmen sollen an die "Aktion Deutschland Hilft, das Bündnis der Hilfsorganisationen" überwiesen werden, sagt Stephanie Schwan.
Die Politiklehrerin an der Elisabeth-Selbert-Schule hat im Unterricht die Katastrophe in dem ostafrikanischen Land besprochen und den Lauf
als Projektleiterin vorbereitet. Die Bilder von hungernden Kindern haben die Klasse betroffen gemacht.

"Die Menschen brauchen mehr Medikamente und Lebensmittel", sagt Schülerin Michelle. Bei der Aktion im Stadion treten Lehrer und
Jugendliche aller Jahrgänge an die Startlinie. Mit orangefarbenen Zetteln in der Hand laufen sie los, nach jeder Runde gibt es einen
Stempel darauf und damit zwei Euro für Somalia. Die Anzahl der Runden bleibt jedem selbst überlassen. Ob die Strecke bei einem
Spaziergang oder im Sprint zurückgelegt wird, ist egal - nur ins Ziel kommen müssen die Läufer.

Trotzdem ist Linus Marquetant zu schnell gerannt. Nach drei Runden braucht der Schüler erst mal eine Verschnaufpause. Weitermachen
will er dennoch: "Eigentlich wollte ich fünfzehn Runden laufen, jetzt finde ich noch drei zusätzliche realistisch", sagt der 16-Jährige. Und
schließlich wird es beim Laufen schön warm: "Bei diesen herbstlichen Temperaturen laufen die Schüler extra viele Runden", so Lehrerin Stephanie Schwan.

Yasmin Akbal, Südhessen Morgen, 8. Oktober 2011

ESS: Schüler laufen für Somalia

Bewölkter Himmel und kalter Wind konnten die Schüler der Elisabeth-Selbert-Schule am Freitagvormittag nicht von ihrem Vorhaben abbringen.
Trotz des unangenehmen Wetters hielten sie an ihrem Spendenlauf unter dem Titel „Laufen für Somalia – Run for Somalia“ fest. Schon kurz vor
10 Uhr versammelten sich die Schüler im Adam-Günderoth-Stadion, um sich auf ihre Läufe vorzubereiten und einander anzufeuern.

„Die Schüler wollten es unbedingt durchziehen. Sie waren sehr motiviert“, erklärte Lucia Günther, Lehrerin für Ernährungs- und Sozialpädagogik.
Entstanden war die Idee der sportlichen Spendenaktion im Unterricht von Politiklehrerin Stephanie Schwan. „Somalia und die dortige Hungersnot
waren für meine Klasse und mich im Sommer natürlich ein aktuelles Thema. Die Schüler wollten etwas tun und haben nach einer anderen Lösung
als Waffelbacken und -verkaufen gesucht. Und so kam die Idee mit dem Spendenlauf auf. Davor haben wir durch unseren Flohmarkt in Bensheim
auch schon ungefähr 600 Euro eingenommen. Erst hatten wir wegen des Wetters den Gedanken, den Lauf abzusagen. Es war ja heute Morgen
noch gar nicht sicher, ob es regnet oder nicht. Aber die Schüler waren sehr beharrlich. Trotz des Wetters wollten sie unbedingt laufen“, berichtete sie erfreut.

Um 10 Uhr machten sich die ersten Läufer bereit für ihre Runden. Alle Schüler waren von den Lehrern aufgefordert worden, Sportkleidung
mitzubringen. Die Sponsoren der Läufer stammen zum größten Teil aus Lampertheim und der Umgebung. Manche der Schüler entschieden
sich auch ganz spontan zum Laufen. Einige Klassen wurden von ihren Lehrern gesponsert. Jeder Läufer hatte einen Zettel mit seinem Namen
bei sich, und nach jeder Runde bekamen die Läufer einen Stempel, damit belegt werden konnte, dass die erforderliche Anzahl an Runden
auch erreicht wurde. Organisiert wurde die Aktion von Stephanie Schwan, die auch die Leiterin des sozialen Fachbereichs der Schule ist.
Aber viele Lehrer und Schüler beteiligten sich bei den verschiedenen Aufgaben, die mit dem Spendenlauf verbunden waren. So halfen einige
Schüler beim Eintragen der gelaufenen Runden und andere versorgten die Läufer mit Äpfeln und Wasser. Und zwischendurch ließ sich kurz
auch mal die Sonne blicken.

Die Geschwindigkeit beim Laufen variierte. Nicht alle Schüler liefen schnell, aber trotz des unterschiedlichen Tempos war das Ziel, die
entsprechende Anzahl an Runden zu laufen. Ingesamt kamen bei dem Spendenlauf der Elisabeth-Selbert-Schule 873 Euro zusammen.
Die Erträge aus den Spendendosen und dem Verkauf von Kaffee und Kuchen vor Ort werden nach den Herbstferien dazugezählt.
„Ich denke, dass wir die 900 Euro knacken können“, sagte Stephanie Schwan zuversichtlich: „Es haben ungefähr 250 Schüler am
Lauf teilgenommen. Nach den Ferien öffnen wir dann die Spendendosen. Aber ich bin sehr zufrieden mit unserem Ergebnis.“
Der Betrag wird gemeinsam mit der zuvor erreichten Geldsumme der „Aktion Deutschland hilft, das Bündnis der Hilfsorganisationen“
überwiesen. Auf diese Weise kommen Flohmarkt und Lampertheimer Spendenlauf den Hungernden und Notleidenden in Somalia und
anderen Teilen Ostafrikas zugute.

 

 

Im Rahmen einer sportlichen Spendenaktion für Somalia machen sich Elisabeth-Selbert-Schüler auf die Socken.

Fotos: AfP Asel

Steven Werry, Lampertheimer Zeitung, 8. Oktober 2011

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Pressespiegel

Generalprobe für den Abschluss

AUSBILDUNG Abschlussklasse der Industriekaufleute muss sich vor Publikum behaupten

Die Abschlussklasse zum Industriekaufmann (12. Klasse BSI) an der Elisabeth-Selbert-Schule in Lampertheim (ESS) ließ sich für die
Vorbereitung auf die bevorstehende Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ganz besondere Präsentationen
einfallen. Nach dreijähriger dualer Ausbildung, bestehend aus zwei Tagen Unterricht und drei Tagen betrieblicher Ausbildung in der Woche,
sieht die Klasse ihrem Ende der Ausbildung und dem eigentlichen Start ins Berufsleben entgegen.

Die Schüler stellten am Freitagvormittag fünf verschiedene Projekte, die im Rahmen des Unterrichts behandelt wurden, einem Publikum vor.
Die Beteiligten hatten sich hierzu selbstständig in Gruppen à fünf Mitgliedern zusammengefunden und die Themenwahl selbstständig zu treffen.
Für die Durchführung und Umsetzung der Projekte hatten sich die Auszubildenden an einige wenige aber wichtige Vorgaben seitens der
Schulleitung zu halten. Jedes Gruppenmitglied sollte sich mündlich gleichberechtigt einbringen und in der schriftlichen Ausarbeitung, welche
vier Wochen zuvor abgegeben wurde, gleichwertig beteiligen. Dieser mündliche und schriftliche Teil ergibt zusammen schließlich die Endnote
für das dritte und letzte Lehrjahr.

Der Aufbau der Präsentation war den Schülern selbst überlassen. Ob Messevorbereitung oder nachgestellte Konferenz, der Ideenreichtum
war groß - und realitätsnah. Bereits seit den Sommerferien liefen die Vorbereitungen für die Projekte und Präsentationen, die sich durchaus
sehen lassen können. Die fünf Gruppen beschäftigten sich mit der theoretischen Vermarktung neuer Produkte von deren Herstellung bis zum
Vertrieb. So wurde zum Beispiel eine Firmengründung durchgespielt und deren theoretischer Absatz drei neuer Getränkearten von 2008
bis 2011 vorgestellt. Die Mitglieder dachten sich eigenständig einen Produktnamen aus und stellten in einer Konferenz einen Radio- und
Fernsehwerbeclip vor.

Jedes Gruppenmitglied widmete sich einem anderen Aufgabengebiet, wie der Personalabteilung oder der Forschung und Entwicklung.
Eine andere Gruppe beschäftigte sich mit dem Vertrieb diverser Duftsprays, welche je nach Einsatzgebiet etwa in Kaufhäusern die Kaufbereitschaft
der Kunden steigern sollen. Zwei weitere Gruppen beschäftigten sich darüber hinaus mit der Herstellung eines neuen Shampoos oder
der Herstellung neuer Abendkleider. Innovativ handelte vor allem die Bäckereigruppe, welche einen Frühstücksservice in Büros und
ähnlichen Einrichtungen als erweiterte Dienstleistung anbot.

„Ziel dieser Präsentationen stellt vor allem die Stärkung der Sicherheit während des Präsentierens vor einem größeren Publikum dar
und dient somit als Vorbereitung auf die finale Abschlussprüfung vor der IHK“, erklärte die Klassenlehrerin Ursula Schröder. Das Publikum
bestehe neben einigen Ausbildern auch aus zahlreichen Schülern der jüngeren Jahrgangsstufen, welche sich auf diesem Weg selbst Ideen
und Anregungen für ihre eigene Abschlussprüfung nehmen können, so die Klassenlehrerin.

Zur Unterstützung standen den Schülern neben der Klassenlehrerin auch die Lehrerinnen Sylvia Streibel-Skalitzky, Doris Zeilfelder
und Jutta Eschelbach mit Rat und Tat zur Seite. Die eigentliche Abschlussprüfung vor der IHK wird im Mai des nächsten Jahres stattfinden.
Dabei werden die Schüler einzeln zu firmenbezogenen Themen geprüft. Zunächst wird eine fünf- bis zehnminütige Präsentation der
Berufsschüler abgehalten, welcher eine Fragerunde seitens dreier Prüfer folgt. „Man kann die heutigen Präsentationen also als
Generalprobe für die Abschlussprüfung betrachten“, fasst Doris Zeilfelder zusammen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Abschlussprüfung steht bevor, deshalb haben sich die Elisabeth-Selbert-Schüler

besondere Präsentationen zu Übungszwecken einfallen lassen.

Fotos: AfP Asel

Annika Kaupe. Lampertheimer Zeitung, 01.10.2011

 

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Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim auf Ausbildungsmesse an der ADS

Drei Wochen früher als in den vergangenen Jahren und bei hochsommerlichen Temperaturen fand in diesem Jahr
die Ausbildungsmesse an der Alfred-Delp-Schule (ADS) in Lampertheim statt. Neben zahlreichen Betrieben aus
der Region, Polizei, Bundeswehr, Agentur für Arbeit und Versicherungen präsentierten auch Schüler und Lehrer
der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) das breit gefächerte Bildungsangebot. 

Viele interessierte Jugendliche nahmen die Chance wahr und informierten sich ausführlich über die unterschiedlichen
Ausbildungsberufe und Bildungswege an der ESS, den Beruflichen Schulen des Kreises Bergstraße im Schulzentrum West.

Ein großer Dank gilt dem Rotary Club und dem Kollegium der Alfred-Delp-Schule für die hervorragende Organisation der Veranstaltung.

 

 

 

 

Text und Fotos: Marita Hopp

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Hilfe für Somalia

Um einen Beitrag zur Milderung der derzeitig schwierigen Situation in Somalia zu leisten, hatte Ludwig Kellermann
von der Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim (ESS) die Idee, auf einem Flohmarkt Gegenstände zu Gunsten der
Menschen in Somalia zu verkaufen.

Seinem Aufruf, Gegenstände für diesen Flohmarktverkauf zur Verfügung zu stellen, kamen viele Personen in und
außerhalb der Schule nach. Gespendet wurden Bücher, Spiele, Bilder, Radios, Fahrräder, Schmuck, Rasenmäher,
Kleider, Geschirr und vieles mehr. 

Mit viel Verhandlungsgeschick verkauften Patricia Weber, Inge Reger, Felix de la Munoza, Ludwig Kellermann
und Thomas Bährer von der ESS auf dem Flohmarkt in Bensheim die gespendeten Sachen. Die Freude über
den Erlös von insgesamt 606,88 Euro ist sehr groß. Es ist schön, dass mit solchen Aktionen einigen Menschen
in Somalia geholfen werden kann.

von Links: Patricia Weber, Ludwig Kellermann, Inge Reger, Thomas Bährer

Foto und Text: Thomas Bährer

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Reitplätze für die ganze Welt aus Lampertheim

Vorstand des Förderkreises der ESS bei Bacher Trainingssysteme in Lampertheim

Wolfgang Bachers Vater und Großvater waren Hufschmiede. Er selbst ist mit Pferden aufgewachsen und hat
nicht nur einen Reiterhof in Lampertheim, sondern hat bis vor nicht allzu langer Zeit auch selbst Trabrennen
gefahren. Die besten Voraussetzungen also, um das Hobby und den Beruf miteinander zu verbinden:
Wolfgang Bacher baute Trainingsanlagen für Pferde. 

Aber was hat das alles mit dem Förderverein der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS), Berufliche Schulen des
Kreises Bergstraße, zu tun? Aufmerksam wurde der Verein auf Bacher durch ein Vorstandsmitglied, denn
gemäß seiner Satzung soll der Förderkreis nicht nur ein finanzielles Unterstützungsorgan für schulische
Belange sein, sondern als Bindeglied zwischen Schule und Ausbildungsbetrieben fungieren. So werden
Vorstandssitzungen gerne extern abgehalten, um zum einen die Betriebe in unmittelbarer Umgebung
besser kennen zu lernen und zum anderen um das Ausbildungsangebot der ESS vorzustellen. 

Schnell war ein Termin mit Bacher vereinbart, der sehr gerne über sein Unternehmen informierte und bei
einer Führung ausführlich den Produktionsprozess erläuterte.

1987 kam er aus Mannheim nach Lampertheim und baute zunächst Trainingsanlagen für Pferde. Seit 12
Jahren leitet er in der Rosenaustraße ein mittelständisches Unternehmen, das auf den ersten Blick wie
ein Recyclinghof aussieht. Dieser Eindruck ist durchaus richtig, denn Bacher macht aus Industrieresten
den Belag für hochwertige Reitplätze, die überall auf der Welt wegen ihrer hervorragenden Qualität
höchstes Ansehen genießen.

Eigentlich begann alles im Jahr 2004, als ein Landschaftsarchitekt aus Luxemburg ihn bat, ihm aus der
Klemme zu helfen und für die Olympischen Spiele in Athen sein Produkt Geotex für die Reitplätze zu
liefern. Bacher sagte zu und bekam vier Jahre später den Zuschlag für die Olympischen Spiele in
Hongkong und setzte sich damit gegen viele internationale Bewerber durch.

Was ist Geotex, ein Name, der bei uns viele Assoziationen hervorruft, und was hat Kunststoff auf einem
Reitplatz zu suchen, der für den Laien aus Sand besteht? Früher wurde Sand mit Holzspänen vermischt,
denn der Boden muss elastisch sein, damit die Gelenke der Pferde nicht überlastet werden. Holz aber
verrottet nach einer gewissen Zeit, d. h. der Boden muss ständig erneuert werden.

1985 kam ein Holländer auf die Idee, dem Sand Geotextil unterzumischen, das im Wesentlich aus
Polyester besteht. Geotex wird dem Sand beigemischt und verbindet sich mit ihm. Das Material ist
extrem haltbar und witterungsbeständig und gewährleistet konstante Bedingungen für Pferd und Reiter.

Hersteller aus ganz Europa liefern Produktionsreste von Vliesstoffen, die im Straßenbau, für Bekleidung,
im medizinischen Bereich und für vieles mehr verwendet werden, nach Lampertheim. Nach deutschem
Recht handelt es sich bei diesen Produktionsresten um Abfall, der sonst zum Teil verbrannt werden würde.

Bacher veredelt das Material, das er bisher überall hin, außer nach Australien und Neuseeland, geliefert hat.

Aber nicht nur die Qualität seines Produkts ist einzigartig, auch seine Einstellung als Arbeitgeber.
Bacher beschäftigt nicht nur Mitarbeiter, die als schwer vermittelbar gelten und ihm von der Agentur
für Arbeit geschickt werden, sondern auch Behinderte. So ist sein ältester Mitarbeiter, der bereits
seit 30 Jahren aktiv im Unternehmen tätig ist, behindert. Auch diese Mitarbeiter sind es, die für
die einzigartige Qualität des Produkts und dessen Erfolg stehen. Und da das Unternehmen weltweit
agiert und in Englisch, Französisch und Spanisch korrespondiert, freut sich Bacher auf Praktikanten,
die an der ESS zu Fremdsprachenassistenten ausgebildet werden.

Text: Marita Hopp

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Elisabeth-Selbert-Schule: Schulseelsorgeraum im Rahmen einer ökumenischen Andacht eingeweiht / Kirche sieht gesellschaftlichen Auftrag

In der "kampffreien Zone" neue Kraft schöpfen

Mit einer ökumenischen Andacht ist der Schulseelsorgeraum an der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) eingeweiht worden.
Künstler und Bildhauer Martin Morbach hat der Schule dabei ein ganz besonderes Geschenk gemacht: ein rundes Holzrelief,
verziert mit einem Keltenkreuz im Inneren. Es schmückt den Raum und begleitet die Arbeit der Seelsorger.

Zu den Gästen zählte bei der Vorstellung Dekan Karl Hans Geil vom Evangelischen Dekanat Ried, der durch die kleine
Andacht führte. Er dankte vor allem den beiden Schulseelsorgern - dem evangelischen Pfarrer Walter Staude, und seinem
katholischen Kollegen Peter Schoeneck -, die die Seelsorge an der ESS verantworten. "In der Einweihung dieses Raumes
wird deutlich, dass wir als Kirche auch einen Dienst an der Gesellschaft wahrnehmen", sagte Dekan Geil. Gerade in einer
Schule, in der viele Nationalitäten und Kulturen aufeinander träfen, sei der Seelsorgeraum ein guter Rückzugspunkt, um
miteinander und in Ruhe ins Gespräch zu kommen.

"Es wird deutlich, dass die Arbeit der Kirche über die kirchlichen Grenzen hinaus geht, denn Arbeit an und mit jugendlichen
Menschen in der Schule ist wichtig", sagte Geil weiter. Dabei verwies er auf das von Martin Morbach geschnitzte Holzrelief,
das den Titel "mittendrin" trägt. "Das passt genau, denn auch die Kirche arbeitet mittendrin in der Welt, mitten in der Lebenswelt
der Schule", so der Geistliche. Gerade in einem stressigen Umfeld wie der Schule fehlten oft die Rückzugsmöglichkeiten.
In diesem Raum könnten die Jugendlichen das finden, was sie suchten - Ruhe und Geborgenheit. Das Holzrelief möge dabei
ein Zeichen der Besinnung sein.

Aber auch für Freuden- und Krisengespräche sei hier Platz. "Wenn ich mit Jugendlichen spreche, dann wird mir immer wieder
bewusst, dass die Schule nicht ausschließlich ein Ort des Unterricht, sondern vielmehr der Beziehungsarbeit ist", unterstrich
Karl Hans Geil. Es gehe oftmals darum sich vor anderen zu beweisen und den Anforderungen gerecht zu werden.
Der Schulseelsorgeraum hingegen sei eine "kampffreie Zone", die jeder zu jeder Zeit betreten könne.

Bildhauer Martin Morbach erklärte, welche Gedanken er beim Schnitzen des Holzreliefs, das vom Evangelischen Dekanat
Ried gespendet wurde, gehabt habe: "Mit dem gebrochenen Holz und in der Mitte wollte ich die Widerstände darstellen,
denen wir täglich begegnen", meinte Morbach. Anschließend brachten die beiden Seelsorger Schoeneck und Staude
das Holzrelief an der Wand an, damit es die Schüler und Lehrer in ihrem Schulalltag begleiten möge.

Ort in Krisensituationen

"Dieser Raum soll nicht nur ein Ort der schulischen Disziplin, sondern des Menschen in seiner Ganzheit und in Krisensituationen sein",
sagte Schulleiterin Gabriele Polzin. Sie dankte dabei den beiden geistlichen Kollegen, dass sie sich immer Zeit für die Jugendlichen
nähmen, auch über die Schule hinaus.

Kristina August, Studienleiterin und Pfarrerin am Religionspädagogischen Institut der Evangelischen Kirche in Hessen und
Nassau (EKHN), dankte für die Offenheit der Schule. Andreas Matzke vom Katholischen Dekanat sprach von einem
"Zelt Gottes und unter den Menschen". Für einen schönen musikalischen Abschluss sorgte Ana Gabriele Helwig mit dem Lied "Halleluja". nik

Südhessen Morgen,
12. August 2011

 

Im Spalt steht die Hoffnung: ESS hat Schulseelsorgeraum

EINWEIHUNG Die Elisabeth-Selbert-Schule hat nun einen Schulseelsorgeraum mit einem symbolträchtigen Kunstwerk

Mit schwerstem Gerät - Kettensäge, Bandschleifmaschine, Bandsäge und Schnitzeisen beispielsweise - hat sich Martin Morbach
an die Arbeit gemacht, um für den neuen Schulseelsorgeraum der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) etwas ganz Besonderes
zu kreieren. Heraus kam ein Relief aus Holz, das am Donnerstag in feierlicher Runde enthüllt und aufgehängt wurde. Das Werk
nennt sich „Mittendrin“.

Zirka 16 Stunden habe Morbach in die verschiedenen Arbeitsgänge gesteckt, erzählte der Bildhauer und Schreiner. Das Thema
„Kreuz“ war die Motivationsrichtung seiner Arbeit. „Ich war damals fasziniert vom Keltenkreuz - von der Einheit, die Kreis und Kreuz
dabei bilden“, erklärte Morbach seine Idee, ein kleines Kreuz in das hölzerne Rund zu integrieren. Sichtbar wird es durch einen Spalt,
der ebenfalls einen symbolischen Hintergrund hat: „Es steht für die gespaltene Erde, zum Beispiel für die verschiedenen Religionen
oder Kontinente. Im Spalt steht das Kreuz für die Hoffnung“, so der Künstler.

Rückzugsgebiet „beim Kampf mit der Ablenkung"

Dekan Karl Hans Geil begrüßte zur Einweihung des Schulseelsorgeraums neben ESS-Mitarbeitern auch Vertreter der Katholischen
und Evangelischen Kirche. „Die Arbeit der Seelsorge und die Arbeit der Kirche soll heute einen Raum bekommen“, so Geil. Den Raum
beschrieb er als Wirkungsstätte der Volkskirchen auf einem säkularen Boden. Der Schulseelsorgeraum soll ein Angebot an die Schüler
sein, ein Rückzugsgebiet „beim Kampf mit der Ablenkung“ zu finden, so Geil. Darunter verstand er beispielsweise die Verlockung, sich
im Unterricht unter dem Tisch mit dem Handy abzulenken. In diesem Raum könne man so sein, wie man ist, und müsse sich nicht verstellen.

Ansprechpartner für die Schüler sind die beiden Seelsorger Walter Staude (evangelisch) und Peter Schoeneck (katholisch). Sie stehen
den Hilfesuchenden beiseite, reden oder schweigen mit ihnen - je nach Bedarf.

Säule der Einrichtung

Auch die Schuldirektorin Gabriele Polzin hob die Wichtigkeit des Schulseelsorgeraums hervor: „Er ist eine Säule der Einrichtung.“
In der Schule befänden sich Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und unterschiedlichen Alters sowie Schüler,
die entweder von zuhause aus ideale Startbedingungen mitbekämen oder nicht. „Hier sollen alle gute Lernbedingungen
vorfinden“, sagte Polzin mit Blick auf den neuen Raum. Die Arbeit darin habe Einfluss auf das Klima der Schule - und nun
endlich auch eine Stätte.

Andreas Matzke, der als Vertreter des Bistums Mainz anwesend war, bezeichnete derartige Räume als „Mangelware“
an den Schulen, weswegen er besonders glücklich sei, dass die ESS einen solchen zur Verfügung stelle.

Mit dem Relief von Martin Morbach, welches vom Evangelischen Dekanat Ried finanziert und gespendet wurde, hat der
Schulseelsorgeraum, der zurzeit noch etwas leer aussieht, den ersten Blickfang erhalten. Doch so soll es nicht bleiben.
Neben dem Klavier und der Tafel, die sich ebenfalls darin befinden, erhalten demnächst auch noch Bilder ihren Platz.

Peter Schoeneck und Walter Staude (von links) präsentieren ein Kunstwerk,
das seit Donnerstag den neuen Schulseelsorgeraum der Elisabeth-Selbert-Schule schmückt. Foto: AfP Asel

Jan Millenet, Lampertheimer Zeitung,
12.08.2011

 

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Fachhochschulreife an der ESS in einem Jahr

Die Computerbranche boomt und sucht dringend qualifizierte Fachkräfte. Die Elisabeth-Selbert-Schule
Lampertheim (ESS) bildet sie aus!

Seit fast 10 Jahren sind die Beruflichen Schulen eine CISCO Academy. CISCO, ein weltweit führender
Hersteller von Netzwerkgeräten, stellt Partnerschulen ein ONLINE-Curriculum mit sehr viel Übungsmaterialien
zu Grundlagen von Netzwerken und deren Einsatz in einer multimedialen Welt kostenlos zur Verfügung.

Auf einer elektronischen Plattform, weltweit verknüpft, wird online gelernt, werden Tests und Abschlusstests
geschrieben, Simulationsprogramme zur Erstellung von Netzwerken erstellt und überprüft, in die Praxis
übertragen in Kombination mit dem traditionellen Unterricht; also eine sehr gute Vorbereitung für den
beruflichen Einsatz im IT Bereich sowie fürs Studium an einer Fachhochschule.

Die ESS bietet interessierten jungen Menschen mit mittlerem Schulabschluss und mindestens zweijähriger
beruflicher Tätigkeit die Möglichkeit, in einem Jahr die Fachhochschulreife zu erwerben und ermöglicht
damit den Zugang zum Studium an einer Fachhochschule bzw. einer Hochschule.

Die Fachoberschule bereitet außerdem auf die Übernahme von Aufgabenbereichen in mittleren und
gehobenen Funktionen vor oder schafft die Voraussetzungen für eine selbstständige Tätigkeit.

Es werden auch Polizeibewerber aufgenommen, wenn sie sich dem Auswahlverfahren für die Einstellung
in den Polizeidienst des Landes Hessen unterzogen und eine Einstellungszusage erhalten haben.

Text: Marita Hopp

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Pressespiegel

„Die richtige Balance finden“: Bildungspreis für Selbert-Schülerinnen

ABSCHLÜSSE Bildungspreis für drei Absolventinnen der Elisabeth-Selbert-Schule

Ihre lang ersehnten Abschlusszeugnisse haben am Mittwochmittag 30 Schüler im „MediaMaxx“ der Elisabeth-Selbert-Schule
erhalten. Die Absolventen beendeten damit ihre dreijährige Ausbildung als Bürokommunikations-, Büro- oder Industriekaufleute.

Ändernde Erfahrungen im Alltag

Nachdem Stefanie Richter, Abteilungsleiterin für Wirtschaft und Verwaltung, in ihrer Eröffnungsrede die letzten drei Jahre
Revue passieren ließ und auf die sich durch die Ausbildung ändernden Alltagserfahrungen der Absolventen einging, trat
Prof. Dr. Jürgen Schröder für eine kurze Laudatio vor die Zuhörerschaft. Der Mannheimer Hochschullehrer überreichte im
Namen der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Rhein-Neckar in feierlicher Haltung den drei besten Absolventen den
mit 50 Euro dotierten Bildungspreis, welchen er in Form eines Schecks an drei Auszubildende übergab. „Mit dem Scheck
können Sie natürlich machen, was Ihnen beliebt“, kokettierte Professor Schröder und betonte die Bedeutung des
Zusammenspiels von Betrieb und Schule.

Die seit 1956 bestehende Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie zeichnet seit drei Jahren die besten Absolventen mit
dem Bildungspreis aus. Nachdem die Kaufleute in ihrem Unternehmen Fuß gefasst haben, können sie die Möglichkeit
zu einem berufsbegleitenden Studium an der Akademie wahrnehmen und den Abschluss zum Betriebswirt (VWA) beziehungsweise
Bachelor of Arts in Business Administration (BA) erwerben.

Ausgezeichnet wurde neben den beiden Industriekauffrauen Katja Wassong und Severin Hoock die Bürokauffrau Anna Schmidt,
die ihre Ausbildung in der Miltex GmbH absolvierte. Das Viernheimer Unternehmen hat sich auf die Herstellung unterschiedlicher
Bodenschutz-, Schmutzfang- und Arbeitsplatzmatten spezialisiert.

Zur Freude der jungen Absolventin Schmidt erschien auch Geschäftsführer Andreas Felber, der es sich nicht nehmen ließ, bei der
Preisverleihung selbst zur Kamera zu greifen, um ein Foto von seinem Schützling zu knipsen. Auch weitere Unternehmensvertreter
aus Lampertheim und Region wie zum Beispiel Heike Grossel von Parka-Hannefin aus Hüttenfeld oder Thomas Stocklin vom
Informationstechnologieunternehmen COM Plan + Service waren anwesend.

Balance zwischen Arbeit und Leben

Professor Schröder betonte, dass sich durch die Teilnahme an berufsbegleitenden Studienangeboten 89 Prozent der Teilnehmer
in ihrer beruflichen und finanziellen Situation verbessert hätten. Fachlehrerin Doris Zeilfelder, die an der Elisabeth-Selbert-Schule
alle Wirtschaftsfächer unterrichtet, wünschte ihren Schülern zum Abschluss „Gesundheit, Zufriedenheit und die richtige Balance
zwischen Arbeit und Leben“. Um nicht zu sehr der Wehmut anheimzufallen, schloss sie ihre Laudatio mit einem Bierbaum-Zitat:
„Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“

Die drei besten Absolventen werden mit dem 50 Euro dotierten Bildungspreis geehrt.

Foto: Asel

Lampertheimer Zeitung, 24.06.2011

André Heuwinkel

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Pressespiegel

ESS: Als Schule gegen Rassismus und mit Courage ausgezeichnet

Türschild verpflichtet

Die Elisabeth-Selbert-Schule hat ein neues Türschild bekommen. Dies wäre an und für sich kein Grund, die Presse einzuladen und die
Schulgemeinde zur Übergabe zu versammeln. Doch dieses Türschild trägt die Aufschrift "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"
und ist somit etwas ganz Besonderes. Es wird nur solchen Bildungseinrichtungen verliehen, die nachweisen können, dass hier nicht
weggesehen, sondern aktiv gegen Rassismus und Vorurteile angegangen wird.

Initiator der Aktion war Lehrer Tobias Helfrich, der an den Beruflichen Schulen die Fächer Sozialpädagogik, Sozialwesen, Politik
und Wirtschaft unterrichtet. Er hatte von dem bundesweiten Projekt "AktionCourage" erfahren und wollte auch an der
Elisabeth-Selbert-Schule ein Zeichen für ein faires, demokratisches Miteinander der verschiedenen Nationalitäten setzen.

Gleich mehrere Klassen zogen begeistert mit und sprudelten, so Helfrich schmunzelnd, nur so über vor Ideen. Die meisten
Schüler konnten eine Menge eigener Erfahrungen dazu beitragen, über ein halbes Jahr lang beschäftigten sich die Jugendlichen
mit dem Thema. Es gab eine Diskussionsrunde mit der Mannheimer Migrantenorganisation "Die Unmündigen", eine Theateraufführung,
eine Aktion, bei der 750 Unterschriften gesammelt wurden und andere Projekte. "Dabei merkten wir, dass es in allen von uns eine dunkle
Seite gibt, die Vorurteile pflegt und Diskriminierungen zulässt", berichtete Helfrich ernst.

Als Anerkennung für das gezeigte Engagement gab es von der Projektkoordination in Berlin nun das Türschild, das, eingebettet in ein
kleines Rahmenprogramm, feierlich im Innenhof überreicht wurde. Giovanna Caterina Messina und Kristina Wagner zeigten sich als
unterhaltsame Moderatorinnen, Natascha le Coz sang das Lied "Use Somebody" und Christiana Schulze trug das Gedicht "Gegen Rassismus"
von Lars Nonne vor. Ein weiterer musikalischer Beitrag, "Another Day in Paradise", kam von Tanja Denz.

Als Höhepunkt übergaben Natascha le Coz, Julian Müller sowie Yeliz Ocak dann das aussagekräftige Türschild an Schulleiterin
Gabriele Polzin und Schulsprecher Anon Wongyadaeng.

Gabriele Polzin war sichtlich stolz auf ihre engagierten Schüler, warnte aber davor, sich auf dem Erreichten auszuruhen.
Der verliehene Titel sei gleichzeitig eine Selbstverpflichtung, sich auch künftig gegen Rassismus einzusetzen. Auch der Schulsprecher
bezeichnete das Schild als ein wichtiges Symbol. Als bunten Abschluss ließen die Jugendlichen 600 Ballons steigen, an die Kärtchen
geknotet waren, auf denen jeder Schüler notieren konnte, was ihm persönlich für eine friedliche und tolerante Welt wichtig ist. Ja

Südhessen Morgen, 19. Mai 2011

 

„Gemeinsam ein Zeichen setzen“: Schule gegen Rassismus

AUSZEICHNUNGEN Die Elisabeth-Selbert-Schule darf sich „Schule ohne Rassismus“ nennen und sieht die
Titelverleihung als Verpflichtung

Die Elisabeth-Selbert-Schule hat am Dienstagvormittag zur Titelverleihung „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage
(SOR-SMC)“ in ihren Schulinnenhof eingeladen. Rund 150 Schüler und Lehrkräfte waren erschienen, um dieses Event in einem
würdigen Rahmen zu feiern. Anlässlich der Titelverleihung ist für die einstündige Veranstaltung, die von den Schülerinnen Giovanna
Caterina Messina und Kristina Wagner moderiert wurde, eine Bühne im Innenhof aufgebaut worden.

1.000 Schulen und 750.000 Schüler

Für das Projekt zeichnete Tobias Helfrich verantwortlich. Er unterrichtet an der Elisabeth-Selbert-Schule die Fächer Sozialpädagogik,
Sozialwesen, Politik und Wirtschaft und stellte im Rahmen des Projekts den Kontakt zu „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“
her. Die Einrichtung wirkt im Rahmen des „AktionCourage e.V.“ und beschreibt sich auf ihrer Homepage selbst als „größtes Schulnetzwerk
in Deutschland“, an welchem sich über 1.000 Schulen und 750.000 Schüler beteiligten.

Das Netzwerk tritt für eine demokratische Umgangskultur in deutschen Bildungseinrichtungen ein. „Wir haben gemerkt, dass es in der
Integration insgesamt viele Unstimmigkeiten gibt. Jeder hat zwar seine Vorurteile - wichtig ist es aber, diese zu erkennen und gegen
sie anzukämpfen“, sagte Pädagoge Helfrich. Insgesamt 100 Schüler haben der Schule durch verschiedene Aktionen wie zum Beispiel
einem Theaterstück, das Alltagsdiskriminierungen wie Homophobie oder Sozialchauvinismus behandelte, zur Titelverleihung verholfen.
Der Titel sei hierbei nicht als Preis oder Auszeichnung für bereits geleistete Arbeit zu verstehen, sondern sei eine Selbstverpflichtung für
die Gegenwart und Zukunft.

750 selbstverpflichtende Unterschriften

750 selbstverpflichtende Unterschriften der Schulgemeinde gaben den Anstoß zur Verleihung. Bei strahlendem Sonnenschein
präsentierten Schulsprecher Anon Wongyadaeng und Direktorin Gabriele Polzin das Türschild, mit welchem sich die Schule fortan
schmücken darf. „Dieser Preis ist für uns eine Aufforderung, bei dem Thema Rassismus und Diskriminierung nicht wegzusehen.

Wir alle - ob Schüler oder Lehrer, sind verpflichtet, weiterhin langfristige Projekte gegen Rassismus anzuschieben und sie für die
Zukunft zu unserem Thema zu machen.“ Auch Schulsprecher Anon Wongyadaeng fand Worte des Dankes: „Diese Auszeichnung
ist ein Symbol. Noch wichtiger ist es aber, dass wir heute alle zusammengekommen sind, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen.“

Die Veranstaltung, die durch mehrere musikalische Darbietungen und eine Gedichtrezitation abgerundet wurde, fand durch 600 mit
Postkarten versehene Luftballons, die gen Himmel stiegen, ein sehenswertes Ende. „Hierfür mussten wir
die Coleman Barracks um
Erlaubnis fragen“, kokettierte Tobias Helfrich abschließend.

André Heuwinkel,

Lampertheimer Zeitung, 19. Mai 2011

 

 

 

 

 

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Wir haben den Titel!!!

Ankündigung: Titelverleihung am 18.5.2011 von 11:00 bis 12:00 Uhr im Innenhof der Schule - mit fantastischen Highlights

750 Unterschriften und verschiedene weitere Aktionen an der Elisabeth-Selbert-Schule haben gezeigt, dass sich die

Schulgemeinde intensiv mit den Themen „Rassismus und Diskriminierung“ auseinandergesetzt hat und
dies auch zukünftig tun möchte.

Das Engagement hat sich gelohnt. Die Projektkoordination in Berlin sieht alle Voraussetzungen erfüllt,
um der Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim den Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage (SOR-SMC)“ zu verleihen.

Dies möchten wir nun feiern. Es sind unterschiedliche Aktionen von Schülerinnen und Schülern geplant.

Wir freuen uns auf die Feier und wünschen allen viel Spaß!

Text: Giovanna Caterina Messina und Tobias Helfrich

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Besuch der Bundestagsabgeordneten Christine Lambrecht

Christine Lambrecht während der Diskussion

 Das kritische Publikum

Besser als ihr Ruf? Vorurteile gegenüber Politikerinnen und Politikern. Unter diesem Motto stand die gemeinsame Diskussionsrunde zwischen den Schülerinnen
und Schülern der Eisabeth-Selbert-Schule und der SPD-Bundestagsabgeordneten Christine Lambrecht am 29.03.2011 im MediaMaxx.

Anlass des Treffens waren die im Mai geplanten Klassenfahrten der Fachoberschule Sozialwesen und der beiden Klassen der Fachschule für Sozialpädagogik
nach Berlin, die von der Politikerin unterstützt werden.

Der Arbeitsalltag und Arbeitsaufwand von Abgeordneten waren ebenso Bestandteil der lebhaften Diskussion, wie auch das Ernst nehmen der Sorgen und Nöte
von einfachen Bürgern. Die Abgeordnete beantwortete die Fragen nicht nur bereitwillig, sondern gewährte auch Einblick in ihr „Privatleben“. So berichtete Frau
Lambrecht nicht nur von ihrem Werdegang zur „Berufspolitikerin“, der mit ihrem Engagement in der Anti-Atomkraftbewegung und der Friedensbewegung
begonnen hatte, sondern auch vom Alltag und den Problemen als Abgeordnete. Insbesondere eine Anekdote verdeutlichte den Anwesenden, unter welchem
gesellschaftlichen Fokus die Politiker bzw. Politikerinnen stehen: Als sie sich dazu entschloss, in ihrem Heimatort Viernheim auf das Auto zu verzichten
und auf das Fahrrad umzusteigen (nicht nur aufgrund des Umweltschutzes, sondern auch wegen der sportlichen Aktivität und der damit einhergehenden
positiven Begleiterscheinungen für die Figur), wurde der Verzicht auf das Auto prompt zum Ausgangspunkt wilder Spekulationen. Schnell machte das
Gerücht in Viernheim die Runde, dass der Abgeordneten der Führerschein abgenommen worden war. Selbst ihre Mutter wurde auf die (angeblichen)
Verfehlungen ihre Tochter angesprochen. Glücklicherweise konnte das Gerücht von ihr schnell entkräftet werden!

Die Politikerin zeigte sich sehr beeindruckt vom Wissen und den kritischen Fragen der Schülerinnen und Schülern der Elisabeth-Selbert-Schule. Nicht nur
die beiden Initiatoren der Diskussionsrunde Tobias
Helfrich (Klassenlehrer der FOS) und Christian Hörnle (Lehrer im Vorbereitungsdienst im Fach Politik- und Wirtschaft)
bewerteten den Besuch als sehr gelungen. Auch Thomas Bährer, der stellvertretende Schulleiter, zog eine positive Bilanz. Unter großem Beifall und dem Bedauern
der anwesenden Schülerinnen und Schülern, dass die Veranstaltung zu kurz gewesen sei, endete der Besuch nach einer Stunde.
 

Text und Fotos: Christian Hörnle und Tobias Helfrich

 

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Comenius-Treffen in Cassino/Italien

Mitte März machten sich acht Schüler und vier Lehrkräfte der Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim auf den Weg
nach Italien. Dort fand in der Zeit vom 13.03.-18.03.2011 das 2. Treffen der Comenius-Schulen aus
Lampertheim/Deutschland (Elisabeth-Selbert-Schule), Wien/Österreich (Berufsschule für das Gastgewerbe)
und Cassino/Italien (Instituto Profesionale de Alberghiero) statt.

Was ist  COMENIUS? Das europäische Programm für schulische Bildung - gefördert von der EU – unterstützt die
Mobilität von Schülern, Lehramtsstudenten und Lehrkräften, fördert das Erlernen moderner Fremdsprachen und
ermöglicht innovative Wege der Zusammenarbeit und Partnerschaft schulischer Einrichtungen in Europa.

Da der Flieger aus Frankfurt als letzter landete, wurden die Lampertheimer von den italienischen Gastgebern und
den österreichischen Partnern bereits sehnsüchtig am Flughafen in Rom erwartet. Es waren keine Unbekannten mehr.
Man kannte sich bereits seit der Auftaktveranstaltung in Deutschland, die vom 29.11 – 2.12.2010 an der
Elisabeth-Selbert-Schule stattgefunden hatte. Schüler und Lehrer pflegen seither den Kontakt. Gemeinsam
ging es mit dem Bus nach Cassino, ca.150 km südlich von Rom.  

Das gemeinsamen Vorhaben in Cassino begann mit einem freundlichen Empfang beim dortigen Bürgermeister.
So wurden bereits am ersten Tag alle Gäste über die historische Bedeutung der Stadt informiert, in ihre kulturellen
und touristischen Besonderheiten eingeweiht. Gleich im Anschluss durfte die Gruppe erleben, mit welcher Hingabe
und Ernsthaftigkeit alle Schüler der Stadt gemeinsam das alljährliche mittelalterliche Festival von Cassino gestalten
und austragen.

Mit Spaß und Begeisterung widmeten sich die Schüler aller drei Länder den  geplanten Projekten aus den Bereichen:
Lebenswelten: „Jugendliche in unterschiedlichen europäischen Ländern“ und Ernährung: „Wir kochen gemeinsam
landestypische Gerichte“. Hierbei fand ein reger kommunikativer Austausch statt. Die Schüler bekamen die
Möglichkeit, sich zu aktuellen Themen miteinander auszutauschen, Antworten aus verschiedenen Perspektiven
zusammen zu tragen und mit den Begleitern der Projekte anderer EU-Staaten ins Gespräch zu kommen.

Sicherlich war die Verköstigung des gemeinsamen Menüs einen Höhepunkt des Aufenthaltes. Das Menü bestand
aus italienischer Vorspeise, österreichischem Zwischengericht, deutschem Hauptgericht und Desserts aus allen
drei Ländern.

Gespräche und Erlebnisse auf gemeinsamen Fahrten zu historischen Stätten in Cassino, Monte Cassino, dem
Küstenstädtchen Gaeta und Rom haben sicherlich auch zur Förderung des interkulturellen Verständnisses
beigetragen, die Fremdsprachenkenntnisse und das geografische Wissen der Schüler erweitert. Nicht zuletzt
waren alle von der Gastfreundschaft und der herzlichen Art der Italiener angetan, von kulturträchtigen und
malerischen Plätzen Italiens begeistert und dankbar für den fachlichen und geistigen Austausch mit Menschen
anderer Nationen.

Text: Inge Reger

 

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Förderkreis der ESS mit neuem Vorstand

Der Förderkreis der Elisabeth-Selbert-Schule wird von einem neuen Vorstand geleitet.

Aus Altersgründen bzw. privaten Gründen sind die bisherige Schriftführerin Erika Krämer-Tomczak, die Schatzmeisterin
Martha Adler und die Beisitzerin Siglinde Kühlwein aus dem Vorstand ausgeschieden.

Unter dem bisherigen und neuen 1. Vorsitzenden Dieter Blepp wurden folgende Positionen neu besetzt:

                                               - 2. Vorsitzende: Regine Hindel

                                               - Schatzmeister: Hugo Schumacher

                                               - Schriftführerin: Marita Hopp

                                               - Beisitzer/in: Karin Breckner und Jürgen Brenner

Gemäß der Satzung soll der Förderkreis nicht nur ein finanzielles Unterstützungsorgan für schulische Belange sein,
sondern als Bindeglied zwischen Schule und Ausbildungsbetrieben fungieren. Dieser Grundidee trägt auch die
aktuelle Zusammensetzung des Vorstandes Rechnung. Während Hindel und Hopp dem aktuellen Lehrerkollegium
angehören, sind Breckner und Schumacher ehemaliger Lehrer der ESS.

Blepp (Inhaber der Lampertheimer Firma LTG) und  Brenner (Mitarbeiter der Sparkasse Worms-Alzey-Ried)
fungieren als Vertreter der Ausbildungsbetriebe. Die Schulleitung arbeitet als unmittelbare Nutznießerin mit
dem Vorstand zusammen und unterstützt den Vorstand bei der Festlegung der Bedarfsschwerpunkte.

Seit der Gründung im Jahre 2002 konnten immerhin finanzielle Mittel in Höhe von 65.000 € der ESS zur
Verfügung gestellt werden. Diese wurden zu den unterschiedlichsten Anschaffungen und Finanzierung
von Projekten genutzt, beispielsweise für die Ausstattung eines Medienraumes, der Anschaffung von
Maschinen im Werkstattbereich, der Gestaltung des Atriums, dem Aufbau eines Gartens mit einem
Glas-Gewächshaus, usw.

Auch für die Weiterbildung des Kollegiums (z. B. buddy-Projekt) und die Förderung von Kernkompetenzen
bei den Schülern (z. B. Lesekompetenz) stellte der Förderkreis finanzielle Mittel zur Verfügung. Klassen-
und Schulprojekte der unterschiedlichsten Art wurden und werden gefördert. Neben der Fort- und Weiterbildung
werden auch kulturelle Veranstaltungen gefördert, wie z.B. der Besuch von Theaterveranstaltungen oder aktuell
eine Aufführung des hr-Sinfonie-Orchesters in der Sporthalle des ESS.

Letztlich beschäftigt der Förderkreis eine Aufsichtsperson in der Mediothek auf 400 €-Basis. Dadurch erhält
die Schülerschaft die Möglichkeit, sich zum Lesen von Büchern und Fachzeitschriften oder zur Beschaffung
von Informationen über das Internet während des Schulalltags zurückziehen zu können. 

Woher kommen nun die finanziellen Mittel für die Unterstützung?

Ein Teil resultiert aus den Mitgliedsbeiträgen der rund 50 Mitglieder, ein anderer Teil aus Spendenaufkommen
von Firmen und Privatpersonen, die ganz gezielt angesprochen werden, ob sie bereit sind, konkrete Vorhaben
zu unterstützen. Wegen der Gemeinnützigkeit der Projekte können Spendenbescheinigungen ausgestellt
werden. Weitere Mittel wurden in der Vergangenheit durch die Durchführung von Kursen beschafft, so z. B.
durch Kochkurse für Männer,  Backkurse, Schwimmkurse für Senioren, Einführungskurse in den EDV-Bereich.
 Alle Kurse wurden von Kollegen der ESS geleitet.

Bei der Sparkasse Worms-Alzey-Ried mit der Bankleitzahl 553 500 10 ist ein Konto unter der Nummer
317 637 9 eingerichtet, auf das jederzeit Spenden für den Förderkreis eingezahlt werden können. Alle
Einzahlungen werden förderungswürdigen Maßnahmen der Fort- und Weiterbildung zugeführt.

Text: Hugo Schumacher

von links: Jürgen Brenner, Marita Hopp, Hugo Schumacher, Dieter Blepp, Regine Hindel, Karin Breckner

Foto: Gabriele Polzin

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Ma vie en rose

183 Tage Frankreich pur

Begonnen hatte alles mit dem Abschluss meiner vollschulischen Ausbildung als Fremdsprachenassistentin im Juni 2010
' an der Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim.

Im Anschluss an diese Berufsausbildung gibt es das Angebot, im Rahmen des europäischen Programmes
„Leonardo da Vinci“ ein halbes Jahr ins Ausland zu gehen, um dort die erlernten Sprachkenntnisse mithilfe
eines Sprachkurses und Praktikums zu vertiefen. Damals hatte ich noch keine Ahnung davon, was mich im
schönen Toulouse, auch „La ville en rose“ („die rosarote Stadt“), wirklich erwarten würde.

Ende August und bei Temperaturen von fast 40° C im Schatten begann nun mein Abenteuer mit einem
3-wöchigen Französischkurs in der Sprachschule „Langue Onze“, ganz zentral gelegen und nicht weit
entfernt von Sehenswürdigkeiten wie dem Capitole, der Pont Neuf und der Garonne. In diesen drei
Wochen hatten die vier weiteren Teilnehmerinnen des „Leonardo Programms“ und ich reichlich Gelegenheit,
Kontakte zu anderen Schülern aus aller Welt zu knüpfen und uns spielerisch in das Alltagsleben einzufinden.

Nach dieser kleinen Einführung in Sprache und französische Kultur begann das Praktikum, das uns mithilfe
der Sprachschule vermittelt wurde. Dieses absolvierte ich von Mitte September bis Ende Februar bei der
Zeitarbeitsfirma „Adecco à Domicile“, die sich um die Personalbeschaffung im Bereich Kinderbetreuung,
Seniorenpflege und Haushaltshilfe kümmert. Neben meiner bereits erlernten kaufmännischen Fähigkeiten
konnte ich ebenfalls meine sprachlichen Kenntnisse in die Praxis umsetzen und mir viele neue Arbeitsmethoden
und sprachliche Mittel aneignen.

Meine Freizeit nach der Arbeit und an den Wochenenden verbrachte ich damit, die Stadt zu erkunden und
Reisen in ganz Frankreich zu unternehmen. Dank der recht günstigen Zugverbindungen und Sonderangebote
hatte ich die Möglichkeit, mir Städte wie Bordeaux, Montpellier, Carcassonne und Paris anzusehen.
Die Gastfreundlichkeit der Familie, bei der ich lebte, bot mir des Weiteren die Gelegenheit, am französischen
Leben teilzunehmen. So konnte ich Weihnachten im Kreise einer französischen Familie feiern, wurde
zu einem Ausflug aufs Land und zu mehreren Abendessen eingeladen, wodurch mir Sprache und Kultur
sowie die französische Küche näher gebracht wurden.

Trotz all dieser erfolgreichen Erfahrungen war dieser Aufenthalt nicht immer leicht für mich. Es ist nicht
einfach, sich von heute auf morgen einer anderen Kultur und Arbeitsweise komplett anzupassen. Vor allem
auf sprachlicher Ebene hatte ich anfangs einige Schwierigkeiten zu überwinden. Jedoch sollte man nie den
Mut verlieren und sich dieser besonderen Herausforderung jeden Tag aufs Neue stellen, denn nach schon
wenigen Wochen konnte ich bei mir selbst bemerkenswerte Fortschritte feststellen und alles in allem habe
ich in diesen sechs Monaten beruflich sowie privat wertvolle Erfahrungen gesammelt, die mich auf meinem
weiteren Berufs- und Lebensweg prägen werden und die meinen Aufenthalt zu einem vollem Erfolg gemacht haben.

Bericht: Alina Kemen

Die zweijährige vollschulische Ausbildung zum Fremdsprachenassistenten/zur Fremdsprachenassistentin
an der Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim (ESS) ermöglicht den direkten Einstieg in das Berufsleben
und die Teilnahme am Leonardo-Programm (wahlweise vier oder sechs Monate). Wer sich weiter qualifizieren
möchte, kann mit dieser abgeschlossenen Berufsausbildung in einem Jahr die Fachhochschulreife an der
ESS erwerben und danach ebenfalls mit Leonardo (großzügige finanzielle Unterstützung durch EU-Mittel)
ein Praktikum im Ausland (Toulouse, San Sebastian, Dublin, Cork oder Edinburgh) absolvieren.

Eine weitere Alternative ist, die Fachhochschulreife parallel zur zweijährigen Berufsausbildung zum
Fremdsprachenassistenten/zur Fremdsprachenassistentin zu erlangen. Neugierig geworden? Kommen
Sie zu uns, wir beraten Sie gern. Ansprechpersonen an der ESS zu diesem Ausbildungsgang sind Stefanie
Richter und Marita Hopp (Leonardo).

Kontakt: Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim, Carl-Lepper-Str. 1, 68623 Lampertheim, Tel: 06206 94090,
E-Mail: bsl-info@kreis-bergstrasse.de, www.BSLonline.de

 

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Souverän im Bewerbungsgespräch

Fremdsprachen- und Informatikassistenten der Elisabeth Selbert Schule trainieren Haupt- und
Realschüler der Erich-Kästner-Schule

Die Assistenten für das Fremdsprachensekretariat und die Informatikklasse der ESS luden auch dieses Jahr wieder
Schüler der Erich-Kästner-Schule zum Projekt „Bewerbungstraining“ nach Lampertheim ein. Planung und Durchführung
wurden von beiden Klassen in Zusammenarbeit mit der Fachleiterin Carmen Wenz erarbeitet und gestaltet.

Das Projekt war in mehrere Arbeitsphasen unterteilt. Zunächst wurde eine fiktive Firma gegründet, für die dann
Stellenanzeigen verfasst und den Schülern der Erich-Kästner-Schule übermittelt wurden. Dabei musste beachtet
werden, dass die angebotenen Berufe auf die jeweiligen Schulabgänger zugeschnitten waren, da es sich bei den
„Bewerbern“ sowohl um zwei Haupt- als auch zwei Realschulklassen handelte. Nach Eingang der Bewerbungsunterlagen
wurden diese eingesehen und auf Fehler überprüft. Parallel dazu wurden ein kurzer Einstellungstest, berufsspezifische
Fragen und ein Bewerbungsbogen erstellt. Im Anschluss planten die Schüler dann detailliert die Tagesabläufe
und Vorstellungsgespräche.

Für jede eingeladene Klasse begann der Tag mit einer Präsentation über die fiktive Firma der Klassen 12 HBF
und HBI. Danach wurden die Schüler der Erich-Kästner-Schule in zwei Gruppen unterteilt. Während die einen
den Einstellungstest machten, wurden mit den anderen so praxisnah wie möglich Einzel- oder Gruppenvorstellungsgespräche
geführt. Nach den jeweiligen Vorstellungsgesprächen erhielten die Bewerber durch die Schüler der 12 HBF
und HBI eine persönliche Rückmeldung mit Verbesserungsvorschlägen.

Nach der Führung durch das Schulgebäude wurden alle Schüler der EKS um eine schriftliche Evaluation des
Projekttages gebeten. Die Schüler der EKS, die sich über ihren weiteren Lebensweg noch nicht im Klaren sind,
hatten auch Gelegenheit, sich über die verschiedenen Möglichkeiten der schulischen Aus- und Weiterbildung
an der ESS zu informieren. Gerade für die Hauptschüler war daher die Führung durch den sehr gut ausgestatteten
Werkstattbereich interessant. Realschüler konnten sich über die vielfältigen Möglichkeiten einer vollschulischen
Ausbildung informieren. So konnte das verbreitete Missverständnis ausgeräumt werden, dass Berufliche Schulen
nur ein Teil des dualen Ausbildungssystems seien.  

Besonders über ihre eigene vollschulische Ausbildung konnten die Schüler der 12 HBF und HBI informieren.
So besteht zum Beispiel für die Sprachinteressierten die Möglichkeit, im Anschluss an die zweijährige Ausbildung
ein mehrmonatiges Auslandspraktikum zu machen, und zwar im Rahmen des von der EU geförderten Leonardo-Programms.
Die zweijährige Assistenten Ausbildung berechtigt ebenfalls zum anschließenden Besuch der Fachoberschule (FOS).
Der FOS-Abschluss kann aber auch parallel zur Ausbildung erworben werden.

Trotz kleinerer Anfangsschwierigkeiten waren alle vier Tage ein großer Erfolg. Beide Seiten konnten aus diesem
Bewerbungstraining viel lernen und erfahren, welche Bedeutung fehlerfreie Bewerbungsunterlagen, eine sorgfältige
Auswahl der Kleidung sowie Vorabinformationen über das Unternehmen für die eigene berufliche Laufbahn haben.

In der Feedback Runde wurde deutlich, dass die Schüler der Klasse 12 HBF und HBI während ihrer zweijährigen
Ausbildung nicht nur gelernt haben, selbstständig zu arbeiten, Veranstaltungen professionell zu planen, durchzuführen
und zu moderieren, sondern auch zu improvisieren. Sowohl kaufmännisch als auch fremdsprachlich sind sie sehr gut
auf den Beruf vorbereitet und ihre exzellenten EDV-Kenntnisse entsprechen in allen Punkten den heutigen Anforderungen.

Text: Christopher Kola (12HBI)

Foto: Samira Steffan (12HBI)

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Pressespiegel zum HR-Sinfonieorchester am 24.02.2011 an der Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim

Morgenstimmung? „Kenn' ich“

Jugendarbeit: Auf seiner „Hessen-Schultour“ macht das HR-Sinfonieorchester in Lampertheim Station und erntet Jubel

Früher, vor 300 Jahren etwa, war es oft nicht anders: Zur Musik wurde geredet, gelacht; mal ging einer raus, mal kam eine rein. Desinteresse
spiegelt das Verhalten mancher Lampertheimer Schüler beim Gastspiel des HR-Sinfonieorchesters an ihrer Schule ganz offenkundig nicht - eher
den ungezwungenen Umgang mit einer Kunst, die einst ein böser Mensch mit dem Etikett „ernste Musik“ beklebt hat.

Es hat ja auch keiner kommen müssen zu diesem Klangereignis in der Turnhalle der Elisabeth-Selbert-Berufsschule in unmittelbarer Nähe
des Rheins. „Unsere Lehrerin hat uns darauf angesprochen“, sagt Faris (18), der den Fachbereich Sozialpädagogik besucht. Mit Erfolg:
„Aus meiner Klasse sind alle da.“ Insgesamt hören ein paar hundert - auf Stühlen oder auf dem Boden - dem Orchester zu: aufmerksam,
aber nicht erstarrt.

Die Begeisterung teilt sich auch den Gästen mit. „Mir macht das manchmal mehr Spaß als ein konventionelles Programm“, bekennt
Konzertmeister Ulrich Edelmann. Da ist er wohl kein Einzelfall: „Viele aus dem Orchester möchten hier mitmachen.“ Schließlich sei
die Idee aus dessen Reihen gekommen. „Die große Mehrheit steht hinter dem Projekt“; und obendrein werde der Schul-Besuch als
regulärer Dienst anerkannt. Das Projekt, das ist die zum vierten Mal angebotene „Hessen-Schultour“ des Rundfunk-Sinfonieorchesters.
Aus etlichen Bewerbern wurden in diesem Jahr acht Schulen ausgesucht, die an vier aufeinanderfolgenden Tagen jeweils ein etwa
einstündiges Programm geboten bekommen; neben den Lampertheimern waren diesmal die Münsterer Schule auf der Aue und die
Albert-Einstein-Schule in Groß-Bieberau dabei.

Gemessen an den Aussagen der Schüler ist mindestens der Auftritt am Rhein ein rauschender Erfolg. „Erst habe ich ja keine Lust
gehabt“ , sagt die angehende Sozialassistentin Stefanie (18), „jetzt aber schon. Das Video von heute will ich auf jeden Fall haben.“
Ihr drei Jahre älterer Studienkollege Arash lobt, das sei doch mal „etwas ganz anderes im Schulalltag“. Sandra (25) findet es schlicht
„fantastisch“.

Das kommt nicht von ungefähr. Von den 44 Orchestermusikern werden in der akustisch erstaunlich brauchbaren Halle sieben
appetitliche Häppchen gereicht. Etwas bemüht hat man sie auf das Thema Fußball getrimmt; so steht jeder Komponist für ein
Weltmeister-Land. Aber wer so viel Applaus und Jubel bekommt, hat Recht.

Neben einem Tango von Astor Piazzolla und ein bisschen „West Side Story“ gibt es abenteuerliche Eigen-Arrangements der
Orchestermusiker zu hören: „The Girl from Ipanema“ tanzt zur Air aus Bachs dritter Orchestersuite. Daran haben die Musiker
Spaß und ihr Dirigent auch. José Luis Gómez Rios (32), im Vorjahr Gewinner des Frankfurter Solti-Dirigierwettbewerbs, legt
in der Kurzfassung von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ einen respektablen Stepptanz zum Sommer aufs Hallen-Parkett.

Seine Celli mogeln übermütig ein paar Zwischentöne in das Stück, so dass HR2-Moderator Niels Kaiser an rundum gute Laune
anknüpfen kann. Das Abschreiben von Komponisten vergleicht er mit der Guttenberg-Methode, Fragen der Schüler zu
Musiker-Laufbahnen oder dem Wert von Instrumenten gibt er mit kecken Bemerkungen an die Interpreten weiter.

Ein Orchestervorspiel sei so etwas wie ein Casting, erfahren die jungen Leute da, auch, wie ein Fagott klingt. Pädagogik
ist ja der Hintergrund der Schultour, die Begeisterung wecken und Wissen vermitteln soll. Vieles machen die Lampertheimer
Zuhörer schon wie die in aller Regel deutlich älteren Besucher klassischer Konzerte: zu früh klatschen etwa oder Kommentare
während der Darbietung abgeben. Zu Griegs „Morgenstimmung“ ist aus mehr als einem Mund zu hören: „Kenn' ich.“

Hier kann das in jeder Beziehung lobenswerte Projekt anknüpfen. Erfüllt ist die Mission längst nicht. Auf die Frage, wer von den
Schülern ein Instrument spiele, meldet sich kaum jemand. Bei einem Gymnasium auf der aktuellen Tour seien es immerhin rund
80 Prozent gewesen, erzählt Konzertmeister Edelmann.

Und Klassik hören? „Eigentlich nicht so“, gibt Sandra zu. Anna (24) hat „irgendwas von Mozart daheim“. Arash gehört als künftiger
Sozialassistent zur einzigen Fachgruppe, die in Lampertheim Musikunterricht bekommt. „Ich höre Klassik“, sagt er. Stefanie will
es ihm gleich tun: „Das hat mich überzeugt“, sagt sie. Jetzt wolle sie sich ein wenig umhören.

Dr. Christian Knatz, Darmstädter Echo (25. Februar 2011) und

Starkenburger Echo (26. Februar 2011)

 

Spitzenspiel mit spanischer Beteiligung

ESS: hr-Sinfonieorchester zu Gast in den Beruflichen Schulen Lampertheim / Bühne gegen Sporthalle ausgetauscht

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel - diese alte Fußballerweisheit galt gestern auch für das hr-Sinfonieorchester. Im Rahmen der
Schultour - einem Projekt des Sinfonieorchesters und des Netzwerks "Musik und Schule" - machten die Musiker des Hessischen
Rundfunks Halt an der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS). Und spielten damit ihren zweiten Schulauftritt an diesem Tag. Ermüdungserscheinungen?
- Fehlanzeige! Stattdessen lieferten die Musiker ein spannendes Spitzenspiel.

Vergleiche am laufenden Band.

Wie viel Fußball und Orchestermusik tatsächlich gemeinsam haben, bewies Moderator Niels Kaiser: So bezeichnete er beides als
Mannschaftsportart, verglich den ersten Geiger mit dem Kapitän, das Flügelhorn mit der Vuvuzela und den Solisten mit dem Stürmer,
der "allein vorm Tor steht", dem "keiner mehr helfen kann". Nicht zuletzt passe, lobte er, der Auftrittsort "Sporthalle" wunderbar zum
Konzertprogramm mit dem Titel "Fußballweltmeister und ihre Komponisten". Und mit ihrem Dirigenten - dem Spanier José Luís Gómez
Ríos - hatten die Frankfurter sogar einen "Weltmeister" mitgebracht.

Mit Elgars "Pomp and Circumstance" - "einer Art zweiten englischen Hymne", wie Kaiser erklärte - eröffneten die Musiker ihr furioses
Programm. Mit kurzen, eingängigen und vor allem abwechslungsreichen Stücken bescherten sie rund 300 ESS-Schülern und Lehrern
eine kurzweilige Musikstunde in der Sporthalle.

Ruhige, melancholische Melodien wechselten sich ab mit lebendigen, kraftvollen und lauten Passagen. Im Programm viele bekannte
Werke, darunter eine Kurzfassung - "ähnlich wie die Bundesliga-Spielzusammenfassung" - der "Vier Jahreszeiten". Ein Raunen ging
durch die Schülerreihen, als die ersten Töne von Griegs "Morgenstimmung" ertönten. "Aus der Licher-Werbung" half Kaiser den Schülern
auf die Sprünge. "Norwegens Frauen waren 1995 Weltmeisterinnen", erklärte der Moderator Griegs "Daseinsberechtigung" im
WM-Konzertprogramm. Eine Mischung aus flottem und sentimentalem Tango hatte das Orchester aus Argentinien mitgebracht,
quirlige, ausgelassene Musik aus Brasilien.

Aus Deutschland stand die "Mission No. 9" auf dem Programm - ein Arrangement bestehend aus Beethovens "Ode an die Freude"
und der Titelmelodie des Films "Mission Impossible". "Denn bei uns im Sinfonieorchester heißt es ,mission is possible'", scherzte
Kaiser. "In die Verlängerung" ging es mit einem schwungvollen Mambo aus den USA. Zuvor hatten die Schüler Zeit, Fragen an die Musiker zu richten.

"Wir wollen über die Schultour Ohren erreichen, die mit Orchestermusik nicht so vertraut sind", erklärte "Mannschaftskapitän" Uli
Edelmann. Er glaube, viele Schüler seien überrascht, was man aus einem Sinfonieorchester alles herausholen könne, so der
erste Geiger. "Wir fühlen uns in vielen Stilen zu Hause, von Barock über Jazz bis hin zur Filmmusik." "Das war großartig", lobte
eine Schülerin die 44 Musiker, den Dirigenten und Moderator Kaiser.

Als "großes Glück" bezeichnete Schulleiterin Gabriele Polzin die Tatsache, dass die ESS unter vielen Bewerbern zu den acht
Schulen gehörte, die das Orchester besuchte. Eine Laola-Welle gab es zwar nicht, aber Standing Ovations zum Finale.

Anne-Kathrin Jeschke, Südhessen Morgen,

25. Februar 2011

 

Wie wird man Dirigent?: hr-Sinfonieorchester begeistert in Elisabeth-Selbert-Schule

KLASSIK hr-Sinfonieorchester begeistert bei Konzert in Elisabeth-Selbert-Schule

Eine Schulsporthalle als Bühne für ein klassisches Konzert? Sehr ungewöhnlich, aber durchaus sinnvoll, wenn man jüngeren
Menschen Orchestermusik näher bringen möchte. Der mehr als eine Stunde dauernde Auftritt des Sinfonieorchesters des
Hessischen Rundfunks in der Elisabeth-Selbert-Schule (Berufliche Schulen) hinterließ bei Schülern und Lehrern sichtbar Eindruck.
Seit der Spielzeit 2007/08 gibt es die Schulkonzertreihe des hr-Sinfonieorchesters in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk „Musik und Schule“.

Der Andrang war groß, viele saßen auf dem Boden oder lehnten an der Wand. Und niemand bereute sein Kommen, denn
das Orchester bot beste Unterhaltung: mit klassischer Musik, aber auch modernen Arrangements. Der Kabarettist Niels
Kaiser führte sehr kurzweilig durch das Programm. Beispielsweise wies er darauf hin, dass Orchestermusik nicht nur in
Konzertsälen oder auf Tonträgern zu hören ist, sondern auch in Hollywood-Streifen. Für Filmmusiker werde bei Sinfonieorchestern
geklaut, ähnlich wie es Verteidigungsminister Guttenberg auch getan habe.

Vivaldi im Stehen

Die ausgewählten Musikstücke bezogen sich auf verschiedene Länder beziehungsweise stammten aus unterschiedlichen Kulturen.
Um das Interesse der Jugendlichen zu wecken, hieß das Programm „Fußballweltmeister und ihre Komponisten“. Da waren denn
auch Musikstücke aus Norwegen und den USA dabei - die Frauen-Nationalmannschaften waren in der Tat schon Weltmeister.
Besonders gut an kamen Stücke, die viele zumindest schon teilweise gehört haben: zum Beispiel Vivaldis „Vier Jahreszeiten“.
„Das dauert eigentlich 45 Minuten. Aber wie in der Sportschau haben wir das Beste zusammengefasst“, meinte Kaiser. Die
Musiker spielten Vivaldi im Stehen und lebten die Musik. Für diese Darbietung gab es großen Beifall, die Spielfreude
faszinierte das Publikum.

Sehr ungewöhnlich, aber auch mitreißend war die Bossanova-Version eines Stücks von Johann Sebastian Bach. Während
dieses lässige Arrangement für Brasilien stand, ging Ludwig van Beethoven für Deutschland ins Rennen: Der kannte zwar
noch keinen Fußball, schrieb aber die heute Völker verbindende „Ode an die Freude“, die das hr-Sinfonieorchester mit einer
Melodie aus dem Film „Mission impossible“ mischte - beeindruckend.

Fragerunde zum Abschluss

Vor dem letzten Titel (Leonard Bernsteins „Mambo“ aus der „West Side Story“) gab es eine Fragerunde. Eine Schülerin lobte
das Konzert als „großartig“ und wollte wissen, wie man Dirigent wird. Der preisgekrönte Dirigent José Luis Gómez Rios
antwortete auf Englisch: indem man selbst erst einmal in einem Orchester mitspielt. Ob das einer der Anwesenden tun wird,
darf angesichts des Alters bezweifelt werden. Doch das Interesse an klassischer Musik wurde auf jeden Fall geweckt.

Oliver Lohmann, Lampertheimer Zeitung,

25. Februar 2011

 

hr-Sinfonieorchester gab sich weltmeisterlich

Innerhalb der Schultour 2011 gastierte das Ensemble in der Elisabeth-Selbert-Schule in Lampertheim

José Gómez Ríos, 1. Preisträger des 5. Internationalen Dirigentenwettbewerbs "Sir Georg Solti" in Frankfurt 2010, dirigierte
das hr-Sinfoieorchester am Donnerstag in der ESS-Sporthalle.

Was haben Fußball und klassische Musik gemeinsam? Eine ganze Menge! Und dies konnten die Schüler der Elisabeth-Selbert-Schule
in Lampertheim am Donnerstag hautnah hören und erleben. 44 Musiker und Musikerinnen des hr-Sinfonieorchesters hatten ihre
Instrumente ausgepackt und gaben in der Sporthalle ein Konzert. Mit klassischen und modernen Klängen begeisterte das Ensemble sein Publikum. 

Ein wichtiger Baustein in der Jugendarbeit des hr-Sinfonieorchesters ist das Netzwerk "Musik und Schule". Diese gemeinsame
Initiative des Hessischen Rundfunks und des Hessischen Kultusministeriums umfasst eine Reihe von Aktivitäten und möchte
Jugendliche an klassische Musik heranführen. Seit der Spielzeit 2007/08 gibt es als neues Projekt zudem regelmäßig eine
"Hessen-Schultour". Das hr-Sinfonieorchester spielt hierbei in hessischen Schulen und bietet den Schülern so ein Erlebnis
klassischer Musik in ihrem Alltagsumfeld. In acht Schulen macht das Orchester während der Schultour 2011 Station und eine
dieser Schulen ist die ESS in Lampertheim. "Seit dem es dieses Projekt gibt, habe ich unsere Schule beworben und bin
sehr froh, dass wir jetzt ausgewählt wurden", erzählte Elisabeth Ecker, Lehrerin in der Sozialpädagogik.

Am Donnerstag verwandelte dann das Ensemble des hr-Sinfonieorchesters unter der Leitung von José Luis Gómez Ríos
die Sporthalle der ESS in einen Konzertsaal. Auf Turnmatten, Stühlen und Bänken hatten sich die Konzertbesucher niedergelassen
und um 12:30 Uhr setzte das Orchester in großer kammermusikalischer Besetzung zu dem etwa einstündigen Konzert an.
"Fußballweltmeister und ihre Komponisten" unter diesem Motto gab es eine musikalische Reise von England über Italien
bis in die USA. Markus Höller und Hans-Reiner Schmidt haben speziell für dieses Projekt das Programm rund um die großen
Fußballnationen arrangiert. Der hr2-Moderator Niels Kaiser führte durch das Programm. In seinen kurzweiligen Moderationen
zeigte er, wie viel Fußball und Musik gemeinsam haben. Er gab den Schülern außerdem Informationen zu die einzelnen Kompositionen
und stellte die "Mannschaftsaufstellung" des Orchesters vor.

Wie modern klassische Musik sein kann, erlebten die Zuhörer an dem Stück "Mission No. 9. In dieser Komposition wurde
Beethovens 9. mit der Titelmusik des Films "Mission Impossible" verbunden und bereits bei den ersten Klängen war das
junge Publikum begeistert. Bevor es mit Bernsteins "Mambo" in die Verlängerung ging, hatten die Schüler die Möglichkeit
zu einem Gespräch mit dem Dirigenten sowie den Musikern, das sie gerne nutzten und Fragen zur Arbeit des Ensembles,
der Ausbildung der Musiker und den  Instrumenten stellten. Und eine der Zuhörerinnen lobte das Ensemble:"Es war großartig!"

Vanessa Heß, TIP-Verlag,

24. Februar 2011

Fotos: Klaus Röckel

 

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Pressespiegel zum Schreibwettbewerb

Texte, die verändern und verbinden: Selbert-Schule kürt Sieger im Schreiben

SCHREIBWETTBEWERB Sieger der Elisabeth-Selbert-Schule geehrt / Tanja Zöller ganz vorne

Ihre Erzählungen kreisen um Adoption, Drogenmissbrauch, falsche Liebesbeziehungen und Selbstmordgedanken - aber sie nehmen
alle ein gutes Ende. Zum siebten Mal waren die Schüler der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) Lampertheim zur Teilnahme an einem
Schreibwettbewerb aufgerufen. Am Mittwochabend wurden die Sieger prämiert.

„Achtung! Auf Gleis 7…“ lautete das Thema der diesjährigen Ausschreibung, an dem sich insgesamt 26 Schüler beteiligten. Tanja
Zöller, Annika Adamek und Judith Nickel sowie Andrea Ulbrich wurden für ihre Leistungen an diesem Abend ausgezeichnet. Nach
der musikalischen Eröffnung durch Natascha Lecoz, begleitet auf der Gitarre, begrüßte Initiatorin Kristin Wolz Teilnehmer, Mitwirkende
und Gäste. In ihren einleitenden Gedanken verwies die Deutschlehrerin auf den Überfluss an medial inszenierten Wettbewerben wie
Deutschland sucht den Superstar oder Stefan Raabs Suche nach der Grand-Prix-Gewinnerin Lena, die gerade für Jugendliche heute
allgegenwärtig sind.

Engagement, Können und Mut

„Was kann die Schule dem entgegensetzen?“, fragte sie. „Hier wird man nicht berühmt.“ Umso lobenswerter und wichtiger sei die
Teilnahme der Schüler, die mit ihren Texten Engagement, Können und Mut unter Beweis gestellt hätten. „Um eine Geschichte zu
schreiben braucht man Zeit, Geduld und Übung“, betonte Wolz, „und diese Erfolgserlebnisse währen länger.“

Vor der Übergabe der Urkunden und Preise in Höhe von insgesamt 275 Euro für die Plätze eins bis drei sowie einen Sonderpreis
durch Jürgen Manske von der Volksbank eG Darmstadt-Kreis Bergstraße, die zum siebten Mal die Geldpreise gespendet hatte,
wurden die Siegertexte verlesen. Diese Aufgabe übernahmen für die Plätze eins und zwei Günter Loy und Sonja Götz, beide ehrenamtlich
und als Lesepaten an der ESS tätig sowie Jury-Mitglied Barbara Burkard von der Stadtbücherei Lampertheim.

Erster Platz für Tanja Zöller

Der erste Platz ging an Tanja Zöller für ihren lebhaft geschriebenen Text über eine junge Frau, die sich nach dem Ende einer
schwierigen Liebesbeziehung am Bahnhof steht und sich das Leben nehmen will. Am Ende kann ihre Schwester sie vor diesem
Fehler bewahren. Sie findet ins Leben zurück und das Glück in einer neuen Liebe. Mit dem zweiten Platz wurde Annika Adamek
ausgezeichnet, für ihre Erzählung über ein junges Mädchen auf der Suche nach ihren leiblichen Eltern. Statt Glück findet sie
verwahrloste Zustände und ihren kleinen Bruder, den sie mit zu sich nimmt und den ihre Adoptiveltern aufnehmen.

Auch der dritte Preis, ein Text von Judith Nickel, beschreibt das Leben einer jungen Frau, die nach Drogenmissbrauch und
Schulabbruch nur knapp dem Tod auf den Gleisen entgeht. Doch auch ihre Geschichte, die sich rund um Gleis 7 dreht, nimmt
eine positive Wendung. Neben den drei Preisträgerinnen wurde Andrea Ulbrich für ihre wiederholte Teilnahme mit einem Sonderpreis
ausgezeichnet. Alle anderen Teilnehmer erhielten einen Trostpreis.

Buchhandlung erstmals in der Jury

„Wir haben alle Texte zwei oder drei Mal gelesen, um uns eine Meinung zu bilden“, erläuterte Manske die schwierige Aufgabe der Jury.
„Die Auswahl ist uns sehr schwer gefallen.“ Neben seiner Kollegin Gabriele Kissel, ebenfalls von der Volksbank eG Darmstadt-Kreis
Bergstraße, Barbara Burkhard von der Stadtbücherei Lampertheim, Reinald Fuhr, Pastor der evangelischen Gemeinde Hüttenfeld
und Physiker Dr. Herbert Wolz gehörte Sven Kehl von der Buchhandlung Pegasos in diesem Jahr erstmal der Jury an.

Dass die Auswahl der Sieger schwer gefallen sei, bekräftigte auch Jury-Mitglied Burkhard. „Die Texte nehmen ein gutes Ende“,
erläuterte sie. „Es gelingt ihnen, etwas zu verändern, dass ist das verbindende Element.“ 

Julia Neuert, Lampertheimer Zeitung, 18.02.2011

 

Elisabeth-Selbert-Schule: Prämierung nach Schreibwettbewerb

Jury zeichnet Schüler-Texte aus

Die Musik hat das erste Wort: Mit einer kleinen musikalischen Einlage beginnt im MediaMaxx der Elisabeth-Selbert-Schule
die Prämierung des siebten Schweibwettbewerbs. "Achtung! Auf Gleis 7..." lautete dieses Mal das Thema. 26 Schüler der
Beruflichen Schulen des Kreises Bergstraße haben sich beteiligt.

"Das ist wieder eine recht gute Beteiligung", betont Kristin Wolz, die für den Wettbewerb und die Preisverleihung verantwortlich
ist. Die Deutschlehrerin begrüßt Teilnehmer, Preisträger, Jury und Gäste und erläutert Sinn und Zweck der Veranstaltung, bei der
es, anders als etwa bei "Deutschland sucht den Superstar" nicht um den schnellen Erfolg gehen dürfe. "Schule", sagt sie, "kann
keinen schnellen Erfolg bringen." Um gut schreiben zu können, brauche es Übung. Aber das werde leider oft als "uncool" bewertet.
Weit gefehlt, meint die Deutschlehrerin und verweist an dieser Stelle auf das positive Beispiel Natur. Die Natur arbeite leise, langsam
und sie nehme sich Zeit.

Zeit für die anspruchsvolle Arbeit nahmen sich auch die jungen Schreiber, und was am Ende dabei herauskam, konnte sich sehen
lassen. So jedenfalls bewertete die Jury - unter anderem bestehend aus Barbara Burkard von der Stadtbücherei Lampertheim,
Reinald Fuhr, dem Pastor der evangelischen Gemeinde Hüttenfeld, oder Physiker Herbert Wolz - die von den Schülern eingereichten Aufsätze.

Es sei sehr, sehr schwer gewesen, die drei Gewinner herauszufinden, betont Jürgen Manske, der die Preise, die von der Volksbank
gestiftet worden waren, an Tanja Zöller (1. Platz - 100 Euro), Annika Adamek (2. Platz - 75 Euro) und Judith Nickel (3. Platz - 50 Euro)
überreicht. Andrea Ulbrich erhält den Sonderpreis (50 Euro).

Eigene Identität finden

Die Arbeiten der Erstplatzierten handeln von der Schwierigkeit, erwachsen zu werden, den Drogen den Kampf anzusagen,
das Leben zu bejahen und davon, seine eigene Identität zu finden. Wer sich für die Inhalte näher interessiert, kann sich online
weiter informieren. "Sämtliche Arbeiten", sagt Kristin Wolz am Schluss, "werden ins Internet gestellt". klm

Südhessen Morgen, 18.02.2011

 

Die Siegertexte:

1. Preis

Tanja Zöller, 10 BFSK

Da stand ich nun. Ich hatte in den letzen Wochen mit meinem Leben abgeschlossen. Ich konnte einfach
nicht mehr, ich war innerlich tot. „Mary-Lou! Tu’s nicht!“, schrie eine Stimme hinter meinem Rücken hervor.
Es war meine Schwester, die mir gefolgt sein musste. Weinend trat sie vor mich und schaute mir in mein
schmerzerfülltes Gesicht.

„Hör auf mit dem Mist und komm mit nach Hause, wir machen uns solche Sorgen um dich.“ Ich wollte einfach
keinem mehr Glauben schenken, nachdem, was Wochen vorher vorgefallen war. Nun, ich war mit einem Jungen
zusammen, der mich nur benutzt, belogen und mir das Leben zur Hölle gemacht hatte. Er zwang mich, mit ihm
zusammen zu sein. Doch ich wollte das nicht. Er schüchterte mich ein und behauptete, er würde sich umbringen,
wenn ich nicht mit ihm zusammen kommen würde. Und ich wollte ja nicht schuld am Tod eines Menschen sein.
Wer will das schon? Also gab ich nach, kam mit ihm zusammen und schon nach einer Woche war Schluss.

Und nun stand ich hier mit meinen kaputten Nerven und voller Selbstmordgedanken am Bahnsteig und wartete
auf den nächsten ICE, der eigentlich bald kommen sollte.

„Achtung, auf Gleis 7, ein Zug fährt durch. Ich wiederhole: Achtung, auf Gleis 7, ein Zug fährt durch!“, schallte
es aus dem Lautsprecher.

„Wusste ich’s doch!“, dachte ich mir. „Lass’ mich los... geh jetzt. Meine Zeit ist gekommen. Doch bevor ich für
immer geh’, versprich mir, dass du gut auf Mama, Opa und Oma achtest. Lebe wohl...!

Ich sah den Zug schon, er war zwar noch weit entfernt, doch es würde nicht allzu lange dauern, bis er da ist.
Christin, meine Schwester, blieb wie angewurzelt stehen. Sie wollte einfach nicht gehen. „Mary-Lou! Bitte,
tu’s nicht!!!!“ Ihre Stimme zitterte vor Angst.

Der Zug kam immer näher und näher, und die Zeit wurde immer knapper. „Christin, hau jetzt ab!“ „Neeeeein!“
Unsere beiden Gesichter waren voller Trauer, über unsere Gesichter kullerten Tränen. Ich war bereit, bereit für meinen Tod.

Doch meine Mitmenschen waren es nicht. Jetzt ging alles rasend schnell. Der Zug war gleich da. Ich wollte
schon springen, doch noch in letzter Sekunde spürte ich, wie jemand mich vom Gleis riss. Es war meine
Schwester, die mich mit sich weg zog. Sie war sauer auf mich, weil ich es wirklich getan hätte und doch
war sie glücklich, weil sie mich vor dem größten Fehler meines Lebens bewahrt hatte. Im ersten Moment
war ich wütend auf sie – doch sie hatte das Richtige getan.

Das Ganze ist nun ein Jahr her und jetzt sitze ich hier und bin wieder ein fröhliches Mädchen, hab’ ein
tolles Leben, einen wundervollen Freund, der mich liebt und respektiert und mit dem ich sogar verlobt bin.
In bin froh, dass meine Schwester mir damals das Leben gerettet hat.

2. Preis

Annika Adamek, 10 BFSS

Ich stand da, mit Aron an der Hand und sah immer wieder auf die Anzeigetafel, auf der die Züge aufgelistet waren. Nervös sah ich
mir die Abfahrzeiten an und trippelte mit meinem Fuß das Lied mit, das ich gerade hörte („welcome to my life“, von simple plan),
denn ich fand, es passte gerade zu unserer Situation.

Neben mir stand mein Koffer und an meiner Hüfte baumelte meine Tasche mit den wichtigsten Sachen, die wir besaßen und auch
brauchen würden, bis wir Zuhause sind.

Da, endlich wurde unser Zug angekündigt: Abfahrt 20:30 Uhr – Gleis 7.

Ich nahm meinen Koffer und machte mich mit Aron auf den Weg. „Nach Hause“, dachte ich, „nur weg hier“.

Als wir auf dem Gleis standen, dachte ich darüber nach, wie wir in diese Situation gekommen waren. Es begann damit, dass mir
meine Eltern erzählten, dass ich adoptiert worden war. Ich war geschockt. Mit 16 sollte man so etwas wahrscheinlich locker
verkraften können. Eigentlich hab’ ich das ja auch, im Nachhinein. Am Anfang aber war ich geschockt und sperrte mich in meinem
Zimmer ein. Nach zwei Stunden war ich mit rot verweinten Augen wieder herausgekommen und hatte meine Eltern gefragt, wer
meine leiblichen Eltern waren. Ich weigerte mich dabei sie anzusehen. Ich fragte sie, ob es ihnen etwas ausmachen würde, wenn
ich sie kennenlernen wollte. Sie lächelten, nahmen mich in den Arm, nachdem ich ihnen gesagt hatte, dass diese Offenbarung nichts
zwischen uns ändern würde. Sie würden meine Eltern bleiben, es war mir egal, ob leiblich oder nicht. Sie hatten mich groß gezogen und
mich wie ihr leibliches Kind aufgenommen und geliebt. Trotzdem wollte ich wissen, wie meine leibliche Eltern waren, woher ich kam. So
hatte alles angefangen.

Sie gaben mir die Adresse, und ich packte die wichtigsten Sachen ein und machte mich auf den Weg. Die Adresse führte mich nach
München, in einen Vorort. Ich fand Unterkunft in einer Jugendherberge und machte mich dann auf die Suche. Am zweiten Tag nach
meiner Ankunft hatte ich die Straße, in der meine Eltern leben sollten, gefunden.

Ich zögerte, doch schließlich klingelte ich an der Tür. Doch auf das, was ich sah, war ich nicht vorbereitet. Als erstes wehte mir eine
Alkoholfahne entgegen, und ich stand einem dicken, müffelnden Mann gegenüber. Ich war erschrocken und wich erst einmal zurück.
Er pöbelte mich gleich an und sagte, sie würden nichts kaufen. Als ich sagte, dass ich seine Tochter wäre, ließ er mich – nach langem
Mustern, das in mir ein seltsames Gefühl auslöste – herein. War ich schon beim ersten Anblick meines leiblichen Vaters geschockt, so
war ich es erst recht, als ich im Haus war. Zwischen zwei Hunden, leeren Bier -und Schnapsflaschen, Zigarettenstummeln, gestapeltem
dreckigen Geschirr und Scherben saß ein gerade mal geschätzter dreijähriger Junge. Doch wenn ich hoffte, dass ich nur zu einem ungünstigen
Moment gekommen wäre, da meine leibliche Mutter vor einem Monat umgekommen war, wie ich erfuhr, so lehrten mich die darauf folgenden
Tage etwas anderes. Am Anfang war mein leiblicher Vater Gustav nett und freundlich, doch das änderte sich schnell. Immer wieder wollte
er Geld von mir und dass ich den Haushalt machte, dass mein kleiner Bruder nichts zu essen bekam, interessierte ihn nicht. Doch dann
wurde es mir zuviel, als er Aron schlagen wollte, weil er aus Versehen eine Flasche umgeworfen hatte. Ich stellte mich schützend vor
den Kleinen und kassierte dafür die Ohrfeige, die für ihn bestimmt war. Das war der Moment, als ich endgültig der Meinung war, dass es
jetzt reichte! Als Gustav mal wieder betrunken vor der Glotze lag, schnappte ich mir Aron, seine wichtigsten Dinge, packte alles in
eine Tasche und floh mit ihm aus dem Haus.

Wir gingen zu meiner Jugendherberge, holten meine Sachen und machten uns auf den Weg zum Bahnhof. Die Stimme aus den Lautsprechern
holt mich aus meinen Erinnerungen. Ins Hier und Jetzt. „Achtung, auf Gleis 7, Achtung bei der Einfahrt!“ Ich sah den Zug und lächelte.
Ich nahm Aron auf den Arm. „So, Kleiner, jetzt wird alles besser!“ Ich stieg zusammen mit Aron ein und fuhr mit ihm nach Hause.
„Ja, jetzt wird alles besser werden“, dachte ich, als der Zug sich vom Bahnhof entfernte.

Zwei Jahre später

Aron läuft lachend vor mir weg, als ich versuche ihn zu fangen. Es ist jetzt zwei Jahre her, dass ich mit Aron zusammen zu unseren
Adoptiveltern geflüchtet bin. Ja, genau. Inzwischen haben die beiden auch Aron adoptiert. Ich bin  glücklich mit meiner Familie. Es ist
egal, ob Aron und ich adoptiert sind oder nicht. Wer es nicht weiß, dem fällt es auch nicht auf.

3. Preis

Judith Nickel, 10 BFSS

Carolin Johnson war ein 14jähriges Mädchen. Ihr Vater war Amerikaner und ihre Mutter Deutsche. Sie wuchs in Deutschland bei ihrer
Mutter auf, ihr Vater lebte in Florida. Sie hatte eine sehr schlechte Beziehung zu ihrer Mutter. Caros Leben drehte sich nur um Drogen.
Schuld war unter anderem, dass sie ihren Vater kaum kannte.

Mit zwölf Jahren rauchte Carolin das erste Mal Gras, und wie es kommen musste, kamen später härtere Drogen wie Koks und Heroin dazu.
Die Schule war ihr scheißegal. Carolin ging irgendwann nur noch sehr selten zur Schule, was zur Folge hatte, dass sie keinen Schulabschluss
bekam. Ihre Freunde waren alle drogenabhängig und bestärkten Carolin in ihrem Verhalten. Ihre Mutter wusste nicht mehr, was sie mit
Carolin machen sollte. Sie war einfach nur noch verzweifelt.

Eines Tages war Carolin wieder mal bei ihren Freunden und war total auf Drogen. Sie musste noch mit dem Zug nach Hause fahren. Wenn
sie Drogen genommen hatte, machte sie immer Dummheiten. An diesem Abend balancierte Caro auf dem Gleis herum, an dem dann ihr Zug
kommen würde. Sie hörte noch nicht einmal die Durchsage: „Achtung, auf Gleis 7 fährt gleich ein Zug ein!“ Der Zug kam mit einer sehr hohen
Geschwindigkeit angefahren. Carolin sah nur noch die Lichter des Zuges – dann war es auch schon geschehen.

Ein Mann, der gesehen hatte, was passierte, rief sofort einen Krankenwagen. Als der Rettungsdienst da war, kümmerten sich die Sanitäter
um Carolin. Sie wurde umgehend in die nächste Klinik gebracht. Sie war blutüberströmt, und die Ärzte der Notaufnahme vermuteten auch
innere Verletzungen. Sie wurde sofort in den Operationssaal gebracht. Die Polizisten am Unfallort benachrichtigten gleich ihre Mutter, die
schnellstens ins Krankenhaus fuhr. Nach der Operation sagte der leitende Arzt zu ihr, dass Carolin sehr viel Glück hatte, gesund würde, aber
noch im künstlichen Koma bleibe. Frau Johnson verbrachte die nächsten Tage und Wochen fast rund um die Uhr bei ihrer Tochter, bis sie aus
dem Koma erwachte. Carolin konnte sich nur noch erinnern, dass sie auf den Zug gewartet hatte. Ihre Mutter erzählte ihr alles, und dann
konnte sich Caro wieder an einige Dinge erinnern.

Ihr war nun klar, dass sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen musste, um von ihrem Drogenproblem wegzukommen. Es schloss sich eine
mehrwöchige Rehabilitation in einer Spezialeinrichtung an. Während der Reha arbeitete Carolin ihre Probleme mit den Therapeuten und andern
abhängigen Jugendlichen auf. Es war eine sehr schwere Zeit, aber sie merkte immer mehr, wie wichtig ihr selbst ihr junges Leben war. Carolin
wurde tatsächlich clean und löste sich dann auch von ihrem bisherigen Freundeskreis. Ihr war bewusst, dass sie jetzt einen Schlussstrich ziehen
musste, sonst wäre die Gefahr rückfällig zu werden, sehr hoch. Ihre ganze Einstellung änderte sich. Sie meldete sich wieder an ihrer alten Schule
an und fand zu ihrer Mutter zurück, ja, diese wurde eine gute Freundin für Carolin. Mit 19 Jahren machte sie ihr Abitur und wollte unbedingt danach
studieren. Caro machte sich lange Gedanken darüber, was sie studieren sollte, aber am Schluss entschied sie sich für Sozialpädagogik. Sie wollte
unbedingt Menschen helfen, die auch Drogenprobleme hatten. Während des Studiums lernte sie Lukas kennen, den sie dann später auch heiratete.
Nach dem Studium arbeitete Crolin als Streetworkerin. Sie half vielen Menschen und erzählte ihnen ihre Geschichte mit den Drogen und dem Unfall.

Nach einigen Jahren fing sie an, ein Buch über ihre Lebensgeschichte zu schreiben. Das Buch wurde zu einem Bestseller, und viele Jugendliche mit
Drogenproblemen und dem sich daraus ergebenden Teufelskreis hatten einen Anstoß bekommen, sich auch helfen zu lassen. Welcher Titel für das
Buch würde sich besser eignen als „Achtung, auf Gleis sieben...“? Von dem Honorar für das Buch spendete Carolin einen großen Teil an verschiedene
Einrichtungen, die jugendliche Drogenabhängige aus ihrer Sucht befreien. Sie besucht auch ihren Vater in Florida und konnte noch eine gute
Vater-Tochter-Beziehung aufbauen. In ihrem Mann fand sie eine tolle Unterstützung bei ihren Projekten. Ein Jahr später, nachdem das Buch
herausgebracht wurde, bekam Caro ihr erstes Kind, für das sie alles tat. Sie waren eine glückliche Familie. Immer wenn sie auf ihrem Bahnhof
die Durchsage hörte „Achtung, auf Gleis sieben fährt ein Zug ein“, traten ihr die Tränen in die Augen.

Der Sonderpreistext von Andrea Ulbrich:

Achtung auf Gleis 7

                                    ohne Wiederkehr

12 August 1944

Es kam aus der Ferne ein Monstrum, man sah es nicht, denn der Nebel verhüllte dieses unscheinbare Wut
keifende Wesen. Sein schweres Pfeifen und Pusten aber belegte seine Existenz, oder ist es eine unbekannte
Kreatur der Hölle?

Ich, Elias, stand mit meiner Mutter auf Gleis 7, zwischen einer tobenden, wallenden Menschenmenge die schrie
und weinte, überall gezeichnete Gesichter, die nach Erlösung suchten. Man äußerte sich darüber, was jetzt
geschehen wird, man hörte Gerüchte und grausame absurde Dinge.

Plötzlich bemerkte ich hinter mir die Totenkopf- Männer, die alle schwere schwarze Mäntel trugen. Ich schaute
intensiv und eindringlich in ihre Augen, sie waren hüllenlos, leer und besaßen eine abartige Banalität. Meine
Versuchung ihnen zu widerstehen, gelang mir nur mühselig, obwohl ich wusste was sie mit uns machen werden.
In diesem Moment brach aus meiner Mutter die ganze Hoffnungslosigkeit wie ein sprühender Vulkan hervor.
Denn keiner wusste, was auf uns zukommt, auch sie nicht. Wir konnten bis jetzt nicht im Entferntesten etwas
von der abgrundtiefen Grausamkeit ahnen. Ich hatte damals die Welt aus einer kindlichen Sicht gesehen, dass
alles positiv wird, dass die Welt das Wort wie Tod nicht kennt. Deswegen schrie ich meine Mutter an, nahm sie
an ihrem schmalen Arm,

מאַמע= mame* hör mir bitte zu, es wird alles gut, es wird uns nichts geschehen. Meine Stimme wurde dab
ei zunehmend intensiver, und meine Laute zersprangen wie Scherben. Sie war wie in sich gekehrt, ihr Angesicht
besaß keine Regung mehr, in ihr wütete der Urschrei des Verlusts.

Ein Gedankenauszug aus Elias Tagebuch:

Hilfe, Hilfe, Hilfe, ich habe fürchterliche Angst, ich weiß nicht was passiert, ich finde keine Antwort, niemand kann uns eine geben, das Schicksal ist wie ein Messer unserer inneren Seele, es kann uns niemand helfen. 

Warum hilft uns der Herr nicht, wir bluten unaufhörlich, ich möchte leben, Herr befreie die Menschen, befreie sie vom Unheil der Tyrannen.

* Auf Jiddisch das Wort Mutter

Die Hände wurden immer zittriger, sie fingen an zu schmerzen, die Nerven stachen wie Nägel in meine Haut.
Kreidebleich stieß meine Mutter aus ihren schmalen Lippen ein Wort hervor,

משפחה=Mischpocho*. Ihre Stimme war schwach, es war nur das Flüstern wahrzunehmen. Meine Gedanken
kreisten wie ein Karussell umher, ich dachte an meine Familie, und wie man sie verliert.

Wohin hat man sie gebracht, wo ist Tante Golde, oder mein Vater, Herr wohin hat man sie gebracht. Sie
verschwanden, ohne von ihnen jemals gehört zu haben. Jetzt droht uns dasselbe.

Danach brauste die Masse wie ein Feuer auf, die Leute schoben sich nach vorne und wieder abrupt nach hinten.
Wir wurden wie Vieh behandelt, in den Waggons war es eng, dunkel, und der Boden hart wie Stein.  Auf einmal
schloss man die schwere Schiebetür, man sah uns zusammengepfercht, voller Angst in den Ecken.  Schrecklich,
keine Toilette, nichts zum Essen und Trinken, nur Dunkelheit und Angst.

Gleich darauf hörte man ein fürchterliches Klopfen an der Schiebetür, sie wurde ruckartig aufgerissen, und
Gesichter sprachen zu uns: „Weh, kein Mucks, kein Ton von euch, sonst geschieht was“.

Ich habe solche Angst. Ich nahm Stöhnen und Raunen war, dann setzten sich die schweren Zugräder in
Bewegung. Meine Mutter vergoss wieder Tränen der Verzweiflung. Ich legte meinen Arm um ihren,
sie beruhigte sich ein wenig, mein Herz wurde etwas leichter.

Die Menschen in unserem Waggon hatten schmerzende Knochen vom langen Stehen, sie konnten vor
Enge kaum sprechen. Ein Mann, der neben uns saß, besaß ein Angesicht, das Verlust ausstrahlte, er
war innerlich wie gezeichnet. In seiner rechten Hand trug er eine schwere Ledertasche, aus der Bilder
herausschauten, vielleicht seine Familie oder Erinnerungen an seine Vergangenheit. Die Dunkelheit
machte alles nur noch furchteinflößender,  in mir stieg ein unbekanntes Gefühl auf.

Ein Gedankenauszug aus Elias Tagebuch:

Wir fuhren Tage und Nächte, Hilfe, Hilfe, Hilfe,  Herr, bitte, ich fürchte mich, ich weiß nicht, ob Tag oder Nacht ist, ich kann mich kaum bewegen, es ist kein Platz. Ich bekomme Tränen in die Augen, ich möchte nicht Böse werden, kein Gefühl der Rache empfinden, so wie es die Erwachsenen tun.

Warum auch, warum muss man böse werden, Herr es gibt keine Antwort dafür.  

* Dieses Wort bedeutet in Jiddischen ,,Familie“

Der Zug hielt nach langer mühseliger Fahrt an. Nach einer Weile schlug man mit Angst einflößenden
Schlägen an die Waggons. Im gleichen Moment riss  man brutal die Waggontüren auf.

Wir wurden wie Schlachtvieh aus dem Waggon getrieben, dann nahm ich meine Mutter an die Hand.

Ich sagte mit leiser Stimme zu ihr, komm, wir müssen gehen, komm Mama wir müssen gehen, bitte
komm, sonst gibt es noch mehr Ärger.

Als wir endlich draußen waren, fühlte ich die frische zarte Luft, den fürchterlichen Gestank aus dem
Zug ließen wir endlich hinter uns.

Ich sah in meiner kindlichen Unschuld den schönen Nachthimmel, dort oben waren unzählige Sterne,
ich fühlte mich frei, und dachte  endlich an unsere Erlösung. Plötzlich hörte ich brutale Schreie in der
Stille, ich wurde abrupt in die Wirklichkeit zurück gerissen, was wird mit uns und mit mir geschehen,
wie geht es weiter, oder ist das jetzt das Ende.

Extramaterial:

Ich habe diese Unglück überlebt, aber ich habe geistig und körperlich darunter gelitten, heute noch gehen mir diese Grausamkeiten durch den Kopf, ich und viele andere Kinder galten schon in jungen Jahren als gezeichnet. Der Ruf nach Hilfe, der innere Schrei nach Freiheit, das kindlich Naive unterstrich meinen Charakter.

Meine Mutter starb jedoch leider dort, ich habe Jahrzehnte gebraucht, um ihren Tod zu verkraften, ich sah den Teufel vor meinen Augen, sein Angesicht, seine Wärter (SS) waren wie gefühlslose tote Seelen.

Ich spreche im Namen der Toten aller Länder, die in dieser fürchterlichen Zeit ihr Leben verloren.

Ich hoffe, dass solch ein Verbrechen nie mehr geschehen wird. Das wir auch der Opfer gedenken.

Es wäre mein letztes Vermächtnis.

Möge die Welt einst in Frieden ruhen, wer die Vergangenheit vergisst, der Gegenwart nicht gedenkt, der kennt keine Zukunft mehr.

 

 

Foto: Marita Hopp

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Elisabeth-Selbert-Schule: Tag der offenen Tür mit Aufführungen / Fachbereiche stellen sich vor

Wo gehobelt wird, gibt's Infos

Denise Pfannmüller hobelt, was das Zeug hält, während Lehrer Timmo Lenhardt der 19-Jährigen erklärt, wie es funktioniert.
"Das ist aber ganz schön anstrengend", sagt Denise lachend. "Du hast ja auch Informatikerhände", ruft ihr Mitschüler Kevin
Krause zu. Die beiden besuchen die Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) Lampertheim - die Beruflichen Schulen des Kreises
Bergstraße - und nutzten den Tag der offenen Tür gestern, um auch die anderen Fachbereiche - so wie die Holztechnik - kennenzulernen. 

Auch heute von 10 bis 13 Uhr sind Interessenten dazu eingeladen, sich über die Schule und die vollschulischen Weiterbildungsmöglichkeiten
dort zu informieren. Die ESS besuchen außerdem Schüler, die sich in einer betrieblichen Ausbildung befinden.

Der Gang durch die Schule, an der rund 920 Schüler lernen und 70 Lehrer unterrichten, stillt den Wissensdurst der Besucher:
Auf Flyern und Informationstafeln stellen die Schüler die verschiedenen Zweige vor. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für einen Tag
der offenen Tür, weil sich Abgänger anderer Schulen gerade umschauen und bewerben", sagt Oberstudienrätin Marita Hopp.

So wie die 16-jährige Alexia. Sie besucht die neunte Klasse der Nibelungenschule in Hofheim und überlegt gerade, wie es im
Sommer weitergehen soll - ob mit Sozialwesen oder Ernährung. Definitiv will sie die Elisabeth-Selbert-Schule besuchen. Ihr
kommt die Informationsveranstaltung also gerade recht. "Ich schaue mir die Bereiche noch mal genauer an und werde dann vielleicht
eine Entscheidung treffen." Auch für ihre Mitschülerin Michelle kommt der Besuch der ESS infrage: "Ich will eine kaufmännische
Ausbildung machen und bewerbe mich jetzt erst einmal bei Unternehmen." Sollte sie keinen Ausbildungsplatz bekommen, sagt
die Jugendliche, nutze sie das vollschulische Angebot der Lampertheimer Schule.

Julia und Alexandra machen das bereits - die beiden sind Schülerinnen der Sozialpflege und messen heute fleißig Puls, Blutdruck und
Blutzucker bei den Gästen des Tags der offenen Tür. Auch Schüler aus anderen Bereichen wie der Metall-, Elektro- sowie Kfz-Technik,
der Wirtschaft und Verwaltung, aus Sozialpädagogik und -wesen sowie aus den Fachbereichen Ernährung, Hauswirtschaft und Körperpflege
stellen vor, womit sie sich in ihrem Schulalltag beschäftigen.

Gleich mehrere Auftritte hat Marc Hennemann - als Moderator von "TV fatal". Eine gewisse Ähnlichkeit mit "TV total"-Moderator Stefan Raab
ist zur Belustigung des Publikums nicht zu verkennen. Die Schüler der Fachoberschule für Sozialwesen spielen die Fernsehsendung nach
- es gibt natürlich zu lachen. Aber nicht nur: "Wir wollen einen Denkanstoß geben. Zeigen, dass Dinge, über die gelacht wird, nicht immer
lustig sind", sagt die 24-jährige Hanna Van Der Loo. Es geht um Rassismus und Diskriminierung. Bei einer Talentshow in der Turnhalle treten
derweil Schüler auf - und lassen Gesang oder Tanz von Jury und Publikum bewerten. Ruhiger geht es in der Mediathek zu. "Lesen ist bei den
meisten Schülern nicht schick", bedauert Kristin Wolz. "Wir wollen zeigen, dass es auch cool sein kann." Das versuchen die Lehrer nicht nur
mit Fach-, sondern auch mit zeitgenössischer Literatur.

Bernd Pollesche ist Hauptschullehrer in Hofheim und mit Alexia, Michelle und deren Mitschülern nach Lampertheim gekommen. Er lobt den Tag
der offenen Tür als "gute Möglichkeit für seine Schüler, die ESS als mögliche Anschlussschule auch einmal von innen kennenzulernen".

Anne-Kathrin Jeschke, Südhessen Morgen, 12. Februar 2011

 

Superstar-Spektakel und „TV fatal“: Lampertheimer Selbert-Schule öffnet Pforten

ELISABETH-SELBERT-SCHULE Einblicke, Beratung, Theater und Show beim Tag der offenen Tür

„Achtung, Achtung, eine wichtige Durchsage“ - Nuran Erdem lässt sich durch das Dröhnen des Lautsprechers nicht aus der Ruhe bringen.
Mit ihrer Mitschülerin Gonca Atalay stellt sie gerade den Bildungsgang höhere Handelsschule vor - am Tag der offenen Tür
der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS).

„In zehn Minuten suchen wir in der Turnhalle den Superstar“, hallt es weiter durch den Raum. Dann ist wieder Nuran an der Reihe:
„Wir haben hier von Montag bis Mittwoch Unterricht, donnerstags und freitags macht man dann ein Praktikum im kaufmännischen
Bereich.“ Vorraussetzung für die höhere Handelsschule sind die Mittlere Reife und ein einjähriges Betriebspraktikum.

TV-Blödelbarde Stefan Raab

Während Nuran und Gonca über Lerninhalte sprechen, schlüpft Marc Hennemann einige Zimmer weiter in die Rolle des
TV-Blödelbarden Stefan Raab. Die Klasse 12 der Fachoberschule für Sozialwesen führt „TV fatal“ im MediaMaxx auf. Mit den Proben
hat die Klasse schon vor Weihnachten angefangen, jetzt ist es soweit - die erste von insgesamt sechs Aufführungen des Stücks beginnt.

Das Raab-Double hat Gäste eingeladen. CJ und eine Freundin kommen direkt von der Straße, mit entsprechendem Slang und
Kleidungsstil. Daneben das krasse Gegenstück: Olivia und Eva haben einen Preis für Zivilcourage erhalten. Gemeinsam schauen
sie sich verschiedene - von den Schülern selbst gedrehte - Einspieler an. Die Themen: Rassismus und Diskriminierung in sämtlichen
Ausprägungen und Gesellschaftsbereichen. So wird beispielsweise ein Obdachloser oder ein homosexuelles Paar angepöbelt,
ein Mädchen im Rollstuhl hilflos zurückgelassen, und Schüler werden aufgrund ihrer Hautfarbe beschimpft und geschlagen. CJ lacht,
Olivia und Eva sind schockiert.

„Rassismus, Diskriminierung, und was machst Du?“

Nach dem Stück erklären die Schauspieler, dass die Realität leider oft genug genauso aussieht. „Wir haben durch das Spielen erst
einmal gemerkt, wie schlecht man sich wirklich in diesen Rollen fühlen muss“, berichten die Schüler. Abschließend sprechen sie die
Zuschauer direkt an - mit einem Plakat: „Rassismus, Diskriminierung, und was machst Du?“

Agatina Santangelo und Julia Heilmann machen Werbung für die zweijährige höhere Berufsfachschule Fremdsprachensekretariat.
Die Unterrichtsinhalte umfassen Englisch, Französisch oder Spanisch, Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Büromanagement,
PC-Anwendungen und mehr. Zudem machen die Schüler innerhalb der zwei Jahre ein vierwöchiges Praktikum. Wer möchte, kann
das auch im Ausland absolvieren.

Schüler der Biedensandschule sind vertreten

Auch Schüler der Biedensandschule sind vertreten. Die Projektkooperation „Arbeitslehre“ trifft sich jeden Dienstag und Freitag in
der Werkstatt der ESS. Heute präsentieren sie stolz ihre Holzprodukte: Windlichter, Volleyballnetzständer und Herzen, passend zum
bevorstehenden Valentinstag.

Aus der Turnhalle wummern Beats. Die Elisabeth-Selbert-Schule sucht jetzt ihren Superstar. Doch vorher zeigt eine Tanzlehrerin
einigen mehr oder weniger Freiwilligen, wie sie in der Disco ein gutes Bild abgeben. Dicht gedrängt stehen die Schüler um die Tanzfläche.

Spektakuläre Breakdance-Show mit Salto und Spagat

Viele kommen von anderen Schulen, um sich vor Ort zu informieren und sich ein Bild von den verschiedenen Schulformen zu machen.
Sie wurden dafür vom Unterricht freigestellt. Fünf Schüler kämpfen um die Gunst der Jury, bestehend aus Nusin Kisin, Gülsen Bakla,
Selvi und Dilan Secilir, Selma Gültekin, Ridvan Agir und Özlem Aslan. Vier potenzielle Superstars tanzen, eine Kandidatin singt. Die
Wahl fällt denkbar knapp aus: Am Ende stehen sich Lück und Dominik gegenüber und tanzen um den Sieg. Die Jury überlässt die
Entscheidung dem Publikum. Nach einer spektakulären Breakdance-Show mit Salto und Spagat steht dann der Superstar der
Elisabeth-Selbert-Schule endgültig fest: Dominik Le.

Simon Michaelis, Lampertheimer Zeitung, 12.02.2011

 

Elisabeth-Selbert-Schule bietet Perspektive

Großer Andrang beim Tag der offenen Tür / Viele Abschlüsse und Qualifizierungen möglich / Samstag Fortsetzung

Nicht nur trockene Information, sondern ein ausgeklügeltes Rahmenprogramm von Schülern für Schüler macht den Tag der offenen
Tür an der ESS zu einem Publikumsmagnet. Schnell kommt man miteinander ins Gespräch oder findet sich auf einer Bühne wieder
– wenn etwa "Deutschlands Superstar" von einer Jury gekürt wird.

Bereits am Freitag öffnete die Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) in Lampertheim ihre Türen. Bereits in den Morgenstunden nutzten
hunderte Gäste die Möglichkeit, sich über das vielfältige Angebot der ESS, einer der beruflichen Schulen des Kreises Bergstraße,
zu informieren. Zumeist Schülerinnen und Schüler, die kurz vor ihrem Abschluss an der Real- oder Hauptschule stehen, waren unter
ihnen. Es ist aber auch keine Seltenheit, dass Lehrer oder Eltern mit ihren Kindern vorbeischauen, um sich schlau zu machen, weiß
Marita Hopp, Oberstudienrätin an der ESS, zu berichten. Die Schüler wollen die Möglichkeit nutzen, einen höheren Bildungsgrad
zu erwerben – also den Realschulabschluss oder die Fachhochschulreife zu erlangen. Auch die Berufsabschlüsse sind stark
nachgefragt: staatlich anerkannte Erzieher, Sozialassistenten, kaufmännische Assistenten für die Informationsverarbeitung oder
das Fremdsprachensekretariat werden praxisnah ausgebildet.

Selbstständiges Lernen und arbeiten ist dabei angesagt – anders, als die meisten Schülerinnen und Schüler das aus ihrer bisherigen
Laufbahn kennen. An Schulformen bietet die ESS neben ein- und zweijährigen Berufsfachschulen auch höhere Berufsfachschulen an.
Die Berufsschule (Büro-, Industriekaufleute, Verkäufer/innen, Kfz-Mechatroniker), die Fachschule für Sozialpädagogik und die
Fachoberschule (Fachrichtung Sozialpädagogik und Informationsverarbeitung) sorgen dafür, dass ein dynamisches System an
Fortbildungsmöglichkeiten besteht und Schüler mit unterschiedlichen Lebensläufen hier gemeinsam lernen. Vom Schulabbrecher
bis zur Einserschülerin an der Realschule über ältere Schüler, die nach einem abgebrochenen Studium mit Erfolg eine Lehre
absolviert haben, alles ist hier vertreten. Und so werden auch Berufsvorbereitungs- und Berufsgrundbildungsjahre angeboten.
Von Gartenbau bis Informatik, von Elektrotechnik bis zur Industriekauffrau – die Palette an Abschlüssen und Qualifizierungsmöglichkeiten
ist groß. Derzeit arbeiten 963 Schülerinnen und Schüler und 70 Lehrer und Ausbilderinnen an der ESS miteinander am Thema Bildung.
Denn Bildung ist der Schlüssel zu Beruf und Studium und ein wichtiger Faktor für eine spätere Karriere.

Die Anforderungen an Berufsanfänger sind in den letzten Jahren und Jahrzehnten gestiegen – das wissen auch die Schüler sehr genau.
Und so ist es auch kein Wunder, dass viele von ihnen Zusatzqualifikationen erwerben.

Katharina Gärtner etwa ist an der höheren Berufsfachschule für Fremdsprachen eingeschrieben. Zwei Jahre dauert die Ausbildung
zur staatlich geprüften kaufmännischen Assistentin. Neben Englisch wählt man Französisch oder Spanisch als weitere Fremdsprache
aus, berichtet die Schülerin. Wirtschaftliche Themen und Officeanwendungen gehören ebenso zu den Ausbildungsinhalten.
Durch freiwilligen zusätzlichen Unterricht kann die Fachhochschulreife erworben werden. Rund die Hälfte der Klasse entscheidet
sich gewöhnlich für diese Möglichkeit.

Neben all diesen Informationen über Bildungswege konnte man sich direkt in den einzelnen Lehrsälen bei Schülern und Lehrern
schlau machen, wie die Ausbildung abläuft, welche Voraussetzungen man mitbringen muss und wohin sie führen kann. Außerdem
wurde ein buntes Rahmenprogramm angeboten: Seit einem Jahr besteht die Mediathek an der ESS. Kristin Wolz stand hier Rede
und Antwort. Die Deutschlehrerin informierte über den Schreibwettbewerb der Schule, der jährlich ausgetragen wird und führte die
neuen Rechner und die bequemen Strandkörbe vor. Die gemütliche Atmosphäre soll helfen "Lesefreude zu schaffen", verrät die
Pädagogin. Nicht ohne eine Spur Bedauern fügt sie hinzu, dass es nicht immer leicht sei, das Thema Lesen für die Schüler attraktiv
zu machen. "Es gibt viele leseresistente Schüler, die so etwas wie Leselust gar nicht kennen.” Das Motto sei daher, die Schüler mit
aktuellen und beliebten Bücher zwanglos in Berührung zu bringen.

Wenige Meter weiter, in der Sporthalle, dröhnten die Bässe. Hier wurde in einem Dance Contest Deutschlands Superstar gesucht.
Gar nicht so einfach war es da für Fachoberschüler Sozialwesen, die Aufmerksamkeit auf ihr Theaterstück "TV fatal" zu lenken, das
gestern vor hunderten Gästen Premiere feierte. In Anlehnung an die TV-Show mit Stefan Raab wurden Clips anmoderiert, die sich
mit den Themen Fremdenhass und Ausgrenzung auseinandersetzen. Das Publikum lachte zunächst aus voller Brust darüber, wie
andere "gemobbt” wurden oder Rollstuhlfahrer sich vergeblich an verschlossenen Türen abmühten. Dieses Lachen blieb aber
vielen bald im Halse stecken. Bewusst kompromisslos sollte Fehlverhalten angeprangert werden vor dem niemand frei ist.
Auch am Samstag hat die ESS noch geöffnet. Von 10 bis 13 Uhr findet der "Tag der offenen Tür” in der Carl-Lepper-Straße 1
seine Fortsetzung.

Kai Mühleck, TIP-Verlag, 11. Februar 2011

 

 

 

 

Fotos: Klaus Röckel

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Wir holen den Titel!

 

Aktionen zur „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage (SOR-SMC)“ der Fachoberschule für Sozialwesen

In unserer Schule erleben wir immer wieder Situationen, in denen wir mit respektlosem Verhalten untereinander
konfrontiert werden. Als Schüler wünschen wir uns ein angenehmes Klima und haben keine Lust, diskriminierendem
Verhalten ausgesetzt zu sein.

Deshalb haben wir, die 12FOS-S mit unserem Klassenlehrer Tobias Helfrich das Projekt „SOR-SMC“ an unsere
Schule geholt. Gemeinsam mit der AktionCourage e.V. wollen wir uns eine tolerante Schule schaffen.

Um dies auch anderen Schülern näher zu bringen, hatten wir bereits im Dezember eine Veranstaltung mit dem
Verein „Die Unmündigen“ organisiert. Zusammen mit Lehrern und Schülern haben wir uns den Film
„Deutschland- wäre meine richtige Heimat“ angeschaut und anschließend über das Thema Rassismus diskutiert.

Momentan führen wir eine Unterschriftenaktion in der ganzen Schule durch. Wir benötigen die Unterschriften
von mindestens 70 Prozent aller Schüler, Lehrer und Angestellten der Elisabeth-Selbert-Schule, um den Titel
„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu bekommen. Wir wollen aber nicht nur den Titel, sondern die
Schulgemeinde auch dazu bewegen, das eigene Tun zu überdenken und aktiv gegen Rassismus und Diskriminierung vorzugehen.  

An den Tagen der offenen Türen am 11. und 12. Februar führen wir das Theaterstück „TV fatal“ auf. Momentan
drehen wir gerade Filmpassagen und entwickeln das Stück. Das ist super spannend. Wir laden euch deshalb
herzlich zu unseren Vorführungen ein.

Mit einer prominenten Patin, die wir noch nicht verraten können, wollen wir dann auch bald die Titelübergabe feiern.

Unser Appell geht daher an alle: Macht mit und unterstützt uns bitte bei unseren Aktionen!

Text: Claudia Bayer, Moritz Orth und Tobias Helfrich

Bilder: Giovanna Caterina Messina

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Betriebs- und Schmierstoffe in Fahrzeugmotoren

Schulung an der Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim

Reimund Stotz von der Firma LIQUI MOLY, ein deutscher Hersteller von Markenölen mit Sitz in Ulm, referierte zum Thema Anforderungen und Anwendungen
von Hochleistungsölen aus seiner Produktpalette.

Er zeigte zunächst die mechanischen und thermischen Belastungen von Fahrzeugmotoren auf, und legte dar, mit welchen spezifischen Eigenschaften ein Motorenhersteller
Anforderungen an das Motoröl stellt. Ein gutes Motoröl soll nicht nur bei allen Temperaturverhältnissen eine geringe Reibung der Komponenten gewährleisten, es soll
auch gute Notlauf- und Gleiteigenschaften garantieren.

Stotz zeigte spezifische Anforderungen der Motoren verschiedener Hersteller auf und stellte das dafür entwickelte LIQUI MOLY Produkt vor, das mit Additiven
versehen ist, die den Schmierstoff veredeln, um den Anforderungen zu genügen. Hohe Druckfestigkeit, Tragfähigkeit, gute Wärmeleitfähigkeit und Geräuschdämpfung
um nur einige der Anforderungen zu nennen.

Aufgrund der guten Resonanz bei den Schülern der KFZ-Mechatroniker-Klassen und den Betrieben im Einzugsbereich der Beruflichen Schulen wird diese Schulung
zwei mal im Jahr wiederholt.

An der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) werden seit vielen Jahren erfolgreich Kfz-Mechaniker/Kfz-Mechatroniker ausgebildet. Um die Entwicklung innovativer Produkte
im Werkstattgeschehen umsetzen zu können, finden an der ESS Fortbildungen und Schulungen von Zulieferern der Automobilindustrie statt. So fanden bereits Schulungen
der Firma Hella-Lichtsysteme oder der Firma Teroson Dicht- und Klebemittel statt.

Auch für die Zukunft werden in 4 bis 6-wöchigem Abstand Produktschulungen der Automobilzulieferer an der ESS angeboten. Die Termine werden zeitnah bekannt gegeben,
Mitarbeiter des einschlägigen Handwerks können ebenso ganz unverbindlich und kostenfrei daran teilnehmen. Anregungen und Vorschläge der KFZ-Betriebe greifen wir gerne
auf, schicken Sie uns einfach eine kurze E-Mail (bsl-info@kreis-bergstrasse.de).

Text: Felix de la Muñoza

Foto: Horst Saemann

 

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