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Text und Fotos: Alina Kemen (12FOSS)
Ein paar Tage Weltstadtflair geatmet
Comenius Projekt: Schüler und Lehrkräfte der Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim in Wien
Zum ersten Mal weg von Zuhause, zum ersten Mal fliegen, zum
ersten Mal in einer Weltstadt – kein Wunder, dass bei manchen Schülern die
Gefühle Achterbahn fuhren,
als sie mit ihren Begleitlehrern am
Abflugschalter in Frankfurt dem Unbekannten entgegen fieberten.
Vom Flughafen in Wien ging es mit S- und U-Bahn direkt zur
Unterkunft in die österreichische Hauptstadt, dem Zentrum der ehemaligen
riesigen österreichisch-ungarischen
Monarchie, die sich vom Balkan bis ins
heutige Polen erstreckte. Langsam tasteten sie sich an all das Neue heran.
Es ist nicht einfach, einen U-Bahn-Fahrplan zu lesen und
sich im lärmenden
Straßengewirr zurecht zu finden. Diese Ängste aber wurden schnell überwunden
und die Schüler fuhren neugierig und selbstständig zum Stephansplatz, um
einen Blick in den weltberühmten Stephansdom mit seiner nicht weniger
berühmten Glocke, Pummerin genannt, zu werfen und dann in den weihnachtlich
geschmückten Straßen
dieser multikulturellen Stadt in ein schier
unglaubliches Lichtermeer einzutauchen, das bezauberte und auf das
bevorstehende Weihnachtsfest einstimmte. Der rappende
Weihnachtsmann scharte
schnell eine Menschenmenge um sich, bevor es weiter ging durch die Kärntner
Straße, um einen Blick in all die wunderschönen Auslagen zu werfen
und die
Stadt auf sich wirken zu lassen.
Am Abend dann, völlig erschlagen von den vielen neuen
Eindrücken, freuten sich die Jugendlichen trotzdem schon auf den nächsten
Tag, wo sie bereits vertraute Gesichter
aus Österreich (Wien), Italien (Cassino)
und Rumänien (Hermannstadt) wiedersehen und neue kennen lernen würden. So
ergab es sich dann von selbst, dass sie an den
folgenden Abenden auch schon
einmal gemeinsam mit den italienischen Schülerinnen auf dem Zimmer in der
Pension Small Talk in englischer Sprache probierten.
Zusammengeführt und möglich gemacht hat diesen internationalen
Austausch ein von der EU gefördertes Comenius Projekt (Programm für
lebenslanges Lernen). Schüler
sollen die Chance erhalten, in
multikulturellen Lerngruppen an gemeinsamen Vorhaben zu arbeiten, sich in
Akzeptanz und Toleranz gegenüber Fremden zu üben und sich
nicht zuletzt
gemeinsam über das "Endprodukt" zu freuen. Das Projektthema lautet:
„Diverse, but EU-nited - unser multikulturelles Klassenzimmer“
Die Federführung hat die Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) und
die Projektleitung liegt in den Händen von Inge Reger. Dem Treffen in Wien
waren Besuche im rumänischen
Hermannstadt, Lampertheim und im italienischen
Cassino vorangegangen.
Unsere Gastgeber, die österreichischen Kollegen, gaben sich in
diesen Tagen sehr viel Mühe, alle Lehrkräfte und Schüler bei gemeinsamen
Unternehmungen einander näher
zu bringen und ihnen neben der Arbeit am
Projekt in der Berufsschule für Gastgewerbe einige Highlights ihrer Stadt zu
zeigen. Dazu gehörten neben einer Stadtrundfahrt mit
der Trambahn – Wien hat
das größte Trambahnnetz der Welt - und einer Führung durch das Rathaus auch
ein Bummel über den Christkindlmarkt am Rathaus und eine Fahrt
mit dem
Riesenrad im Prater. Beeindruckt war man bei der Führung durch das über 300
Jahre alte Kellerlabyrinth der Sektkellerei Schlumberger, wo man viel
Wissenswertes
über Herkunft und Herstellung von Sekt und Champagner sowie
über „Degorgieren“ und „Dosage“ erfuhr. Auch durfte man Flaschen auf
hölzernen Rüttelpulten rütteln –
ein Arbeitsgang, der bis heute von Hand
durchgeführt wird.
Die Prunkräume von Schloss Schönbrunn konnten dann mit einem Audioguide selbstständig entdeckt werden.
Aber Wien ist nicht nur für seine Sehenswürdigkeiten und
Kaffeehäuser bekannt, sondern auch für seine exzellente Küche wie Schnitzel
und Backhendl und all die wunderbaren
Mehlspeisen, die man nicht nur im
Edelheurigen , sondern natürlich auch in einfachen Wirtshäusern, wo man
keine Touristen trifft, genießen darf.
Ausgebildet werden Wiener und österreichische Köche und
Restaurantfachleute unter anderem an der Berufsschule für Gastgewerbe, deren
Auszubildende bereits viele Preise
und Pokale gewonnen haben und auf welche
die Schule zurecht stolz sein kann. Beim gemeinsamen Kochen in der Schule
waren somit auch die Schüler der ESS und ihre Lehrerinnen
Eleonore Dewald
und Martina Naydowski fachmännischer „Kontrolle“ ausgesetzt. Aber die ESS
musste sich nicht verstecken und hat, ebenso wie die Italiener und die
Rumänen,
mit den gezauberten Gerichten beeindruckt..
Die Rezepte einer großen Zahl feiner und wohlschmeckender
Suppen, Vorspeisen, Hauptspeisen, Desserts und Cocktails aus Deutschland,
Italien, Österreich und Rumänien
werden im nächsten Jahr in einem Kochbuch
erscheinen – um nur ein Ergebnis des internationalen Projektes zu nennen, an
dem dann über zwei Jahre hinweg gearbeitet worden
sein wird,. Alle freuen
sich auf dieses ungewöhnliche Kochbuch genauso wie auf die
Abschlussveranstaltung im Mai 2012 in Lampertheim.
Text: Marita Hopp

Foto: Thomas Bährer
Die
Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" ist seit gestern beendet. Für den
letzten Abgabetag der Päckchen für Kinder in Not hatte die
Sammelstellenleiterin Heike Ulrich eine Sonderöffnungszeit eingerichtet. Bei
der sechswöchigen Sammelaktion gab es anstrengende Tage
für die Baptisten,
an denen sie viel Zeit investiert haben.
Schließlich mussten sie an den Annahmezeiten präsent sein, die abgegeben
Päckchen nach nicht erlaubten Artikeln durchsehen, Schuhkartons
mit
Geschenkpapier bekleben, mit den gespendeten Sachen bestücken und außerdem
für die Reise in das Berliner Zentrallager fertigmachen.
Während der
Sammelaktion glich das Haus der Familie Ulrich einer
Weihnachtsmannwerkstatt.
In
mehreren Zimmern türmten sich die bunt beklebten Päckchen, die Rita Embach
in große Umzugskartons gepackt hatte. Damit die mit
Sorgfalt bestückten
Schuhkartons zum Abtransport rechtzeitig fertig wurden, haben die
ehrenamtlichen Helfer die eine oder andere
Sonderschicht gefahren. "Aber wir
machen die Arbeit gern, unser Herz hängt daran", sagt Heike Ulrich.
Für
eine große Überraschung sorgten gestern die Schüler der Klassen Ernährung
und Sozialpädagogik sowie des Berufsvorbereitungsjahres (BVJ)
der
Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim (ESS) und ihre Klassenlehrerin Regine
Hindel: Sie klopften an die Tür von Heike Ulrich.
Die jungen Leute
überreichten liebevoll gepackte Schuhkartons, deren Inhalt sie selbst
eingekauft hatten. Durch den vorweihnachtlichen
Eifer wurde die
Lampertheimer Hauptsammelstelle um 24 Weihnachtspäckchen reicher. Damit
könnten, erklärte Heike Ulrich, die
ESS-Schüler ein kleines Wunder bewirken.
Die Organisatorin erhält den Jahresbericht des Projektträgers - er trägt den
Titel
"Geschenke der Hoffnung" - und gibt Einblicke in bewegende Erlebnisse.
Auch
auf den Internetseiten der Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" sind
ergreifende Bilder und ein Film von der Verteilung zu sehen.
"Manche Kinder
in den Empfängerländern kennen keine Geschenke und werden das Päckchen als
einziges Weihnachtsgeschenk
erhalten", berichtete Heike Ulrich den Schülern.
Mit ihren Geschenken - darunter Schulmaterial, warme Kleidung und
Süßigkeiten -
wollen auch die jungen Lampertheimer Päckchenpacker
Kinderaugen zum Strahlen bringen.
Beschlossen wurde die gemeinsame Teilnahme der Klassen an diesem Projekt im
Lehrerzimmer der Elisabeth-Selbert-Schule,
wo sich die Klassenlehrerinnen
Regine Hindel - sie hatte von der Aktion im "Südhessen Morgen" gelesen - und
Lucia Günther über
ihre Ideen ausgetauscht hatten.
Schülerin Yeliz Ocak berichtete, dass die Schüler auch eine Botschaft in
englischer Sprache in die Päckchen hineingelegt haben.
"Wir wollen die
Kinder ein bisschen glücklicher machen", nannte sie das Motiv der Schüler.
Rosi
Israel, Südhessen Morgen,
16. November 2011
Foto: Rosi Israel
Michelle Kamuff und Yeliz Ocak frieren. Die Schülerinnen der
Elisabeth-Selbert-Schule stehen im Adam-Günderoth-Stadion in Lampertheim
und
graben die Hände in die Hosentaschen. Vor den 16-Jährigen liegen 400 Meter -
mindestens eine Runde wollen sie im Rahmen der
Spendenaktion "Laufen für
Somalia" auf dem Sportplatz zurücklegen. Ein Rückzieher kommt für sie trotz
des eisigen Windes nicht infrage.
"Wir
wollen den Menschen in Somalia helfen", sagt Michelle. "Nicht nur, indem wir
Kaffee und Kuchen verkaufen. Mit unserem Spendenlauf
können wir viel mehr
einnehmen und mehr bewirken." Die Mädchen haben die Aktion mit Schülern der
11. Klasse aus den Fachbereichen
Ernährung und Sozialpädagogik gemeinsam
organisiert.
Sie
wollen nun Vorbilder sein und mit einer Eröffnungsrunde andere zum Laufen
und Spenden motivieren. Muffins und Kaffee für Zuschauer
und Sportler gibt
es trotzdem zu kaufen - es ist ja bereits ein bewährtes Konzept. Weitere
Gelder sammelten die Jugendlichen vorab in der
Innenstadt bei Unternehmen
und Privatpersonen. Circa 530 Euro haben die Lampertheimer Sponsoren
zugesagt oder vorab gespendet. Für
diesen Betrag müssen die Schüler jetzt im
Stadion laufen. Die Geldgeber erhalten dann im Anschluss einen Beleg, dass
für ihre Spende
tatsächlich ordentlich geschwitzt wurde.
Alle
Einnahmen sollen an die "Aktion Deutschland Hilft, das Bündnis der
Hilfsorganisationen" überwiesen werden, sagt Stephanie Schwan.
Die
Politiklehrerin an der Elisabeth-Selbert-Schule hat im Unterricht die
Katastrophe in dem ostafrikanischen Land besprochen und den Lauf
als
Projektleiterin vorbereitet. Die Bilder von hungernden Kindern haben die
Klasse betroffen gemacht.
"Die
Menschen brauchen mehr Medikamente und Lebensmittel", sagt Schülerin
Michelle. Bei der Aktion im Stadion treten Lehrer und
Jugendliche aller
Jahrgänge an die Startlinie. Mit orangefarbenen Zetteln in der Hand laufen
sie los, nach jeder Runde gibt es einen
Stempel darauf und damit zwei Euro
für Somalia. Die Anzahl der Runden bleibt jedem selbst überlassen. Ob die
Strecke bei einem
Spaziergang oder im Sprint zurückgelegt wird, ist egal -
nur ins Ziel kommen müssen die Läufer.
Trotzdem ist Linus Marquetant zu schnell gerannt. Nach drei Runden braucht
der Schüler erst mal eine Verschnaufpause. Weitermachen
will er dennoch:
"Eigentlich wollte ich fünfzehn Runden laufen, jetzt finde ich noch drei
zusätzliche realistisch", sagt der 16-Jährige. Und
schließlich wird es beim
Laufen schön warm: "Bei diesen herbstlichen Temperaturen laufen die Schüler
extra viele Runden", so Lehrerin Stephanie Schwan.
Yasmin Akbal, Südhessen Morgen, 8. Oktober 2011
Bewölkter Himmel und kalter Wind konnten die Schüler der
Elisabeth-Selbert-Schule am Freitagvormittag nicht von ihrem Vorhaben
abbringen.
Trotz des unangenehmen Wetters hielten sie an ihrem Spendenlauf
unter dem Titel „Laufen für Somalia – Run for Somalia“ fest. Schon kurz vor
10 Uhr versammelten sich die Schüler im Adam-Günderoth-Stadion, um sich auf
ihre Läufe vorzubereiten und einander anzufeuern.
„Die
Schüler wollten es unbedingt durchziehen. Sie waren sehr motiviert“,
erklärte Lucia Günther, Lehrerin für Ernährungs- und Sozialpädagogik.
Entstanden war die Idee der sportlichen Spendenaktion im Unterricht von
Politiklehrerin Stephanie Schwan. „Somalia und die dortige Hungersnot
waren
für meine Klasse und mich im Sommer natürlich ein aktuelles Thema. Die
Schüler wollten etwas tun und haben nach einer anderen Lösung
als
Waffelbacken und -verkaufen gesucht. Und so kam die Idee mit dem Spendenlauf
auf. Davor haben wir durch unseren Flohmarkt in Bensheim
auch schon ungefähr
600 Euro eingenommen. Erst hatten wir wegen des Wetters den Gedanken, den
Lauf abzusagen. Es war ja heute Morgen
noch gar nicht sicher, ob es regnet
oder nicht. Aber die Schüler waren sehr beharrlich. Trotz des Wetters
wollten sie unbedingt laufen“, berichtete sie erfreut.
Um 10
Uhr machten sich die ersten Läufer bereit für ihre Runden. Alle Schüler
waren von den Lehrern aufgefordert worden, Sportkleidung
mitzubringen. Die
Sponsoren der Läufer stammen zum größten Teil aus Lampertheim und der
Umgebung. Manche der Schüler entschieden
sich auch ganz spontan zum Laufen.
Einige Klassen wurden von ihren Lehrern gesponsert. Jeder Läufer hatte einen
Zettel mit seinem Namen
bei sich, und nach jeder Runde bekamen die Läufer
einen Stempel, damit belegt werden konnte, dass die erforderliche Anzahl an
Runden
auch erreicht wurde. Organisiert wurde die Aktion von Stephanie
Schwan, die auch die Leiterin des sozialen Fachbereichs der Schule ist.
Aber
viele Lehrer und Schüler beteiligten sich bei den verschiedenen Aufgaben,
die mit dem Spendenlauf verbunden waren. So halfen einige
Schüler beim
Eintragen der gelaufenen Runden und andere versorgten die Läufer mit Äpfeln
und Wasser. Und zwischendurch ließ sich kurz
auch mal die Sonne blicken.
Die
Geschwindigkeit beim Laufen variierte. Nicht alle Schüler liefen schnell,
aber trotz des unterschiedlichen Tempos war das Ziel, die
entsprechende
Anzahl an Runden zu laufen. Ingesamt kamen bei dem Spendenlauf der
Elisabeth-Selbert-Schule 873 Euro zusammen.
Die Erträge aus den Spendendosen
und dem Verkauf von Kaffee und Kuchen vor Ort werden nach den Herbstferien
dazugezählt.
„Ich denke, dass wir die 900 Euro knacken können“, sagte
Stephanie Schwan zuversichtlich: „Es haben ungefähr 250 Schüler am
Lauf
teilgenommen. Nach den Ferien öffnen wir dann die Spendendosen. Aber ich bin
sehr zufrieden mit unserem Ergebnis.“
Der Betrag wird gemeinsam mit der
zuvor erreichten Geldsumme der „Aktion Deutschland hilft, das Bündnis der
Hilfsorganisationen“
überwiesen. Auf diese Weise kommen Flohmarkt und
Lampertheimer Spendenlauf den Hungernden und Notleidenden in Somalia und
anderen Teilen Ostafrikas zugute.
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Fotos: AfP Asel
Steven Werry, Lampertheimer Zeitung, 8. Oktober 2011
AUSBILDUNG Abschlussklasse der Industriekaufleute muss sich vor Publikum behaupten
Die
Abschlussklasse zum Industriekaufmann (12. Klasse BSI) an der
Elisabeth-Selbert-Schule in Lampertheim (ESS) ließ sich für die
Vorbereitung
auf die bevorstehende Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer
(IHK) ganz besondere Präsentationen
einfallen. Nach dreijähriger dualer
Ausbildung, bestehend aus zwei Tagen Unterricht und drei Tagen betrieblicher
Ausbildung in der Woche,
sieht die Klasse ihrem Ende der Ausbildung und dem
eigentlichen Start ins Berufsleben entgegen.
Die
Schüler stellten am Freitagvormittag fünf verschiedene Projekte, die im
Rahmen des Unterrichts behandelt wurden, einem Publikum vor.
Die Beteiligten
hatten sich hierzu selbstständig in Gruppen à fünf Mitgliedern
zusammengefunden und die Themenwahl selbstständig zu treffen.
Für die
Durchführung und Umsetzung der Projekte hatten sich die Auszubildenden an
einige wenige aber wichtige Vorgaben seitens der
Schulleitung zu halten.
Jedes Gruppenmitglied sollte sich mündlich gleichberechtigt einbringen und
in der schriftlichen Ausarbeitung, welche
vier Wochen zuvor abgegeben wurde,
gleichwertig beteiligen. Dieser mündliche und schriftliche Teil ergibt
zusammen schließlich die Endnote
für das dritte und letzte Lehrjahr.
Der
Aufbau der Präsentation war den Schülern selbst überlassen. Ob
Messevorbereitung oder nachgestellte Konferenz, der Ideenreichtum
war groß -
und realitätsnah. Bereits seit den Sommerferien liefen die Vorbereitungen
für die Projekte und Präsentationen, die sich durchaus
sehen lassen können.
Die fünf Gruppen beschäftigten sich mit der theoretischen Vermarktung neuer
Produkte von deren Herstellung bis zum
Vertrieb. So wurde zum Beispiel eine
Firmengründung durchgespielt und deren theoretischer Absatz drei neuer
Getränkearten von 2008
bis 2011 vorgestellt. Die Mitglieder dachten sich
eigenständig einen Produktnamen aus und stellten in einer Konferenz einen
Radio- und
Fernsehwerbeclip vor.
Jedes
Gruppenmitglied widmete sich einem anderen Aufgabengebiet, wie der
Personalabteilung oder der Forschung und Entwicklung.
Eine andere Gruppe
beschäftigte sich mit dem Vertrieb diverser Duftsprays, welche je nach
Einsatzgebiet etwa in Kaufhäusern die Kaufbereitschaft
der Kunden steigern
sollen. Zwei weitere Gruppen beschäftigten sich darüber hinaus mit der
Herstellung eines neuen Shampoos oder
der Herstellung neuer Abendkleider.
Innovativ handelte vor allem die Bäckereigruppe, welche einen
Frühstücksservice in Büros und
ähnlichen Einrichtungen als erweiterte
Dienstleistung anbot.
„Ziel
dieser Präsentationen stellt vor allem die Stärkung der Sicherheit während
des Präsentierens vor einem größeren Publikum dar
und dient somit als
Vorbereitung auf die finale Abschlussprüfung vor der IHK“, erklärte die
Klassenlehrerin Ursula Schröder. Das Publikum
bestehe neben einigen
Ausbildern auch aus zahlreichen Schülern der jüngeren Jahrgangsstufen,
welche sich auf diesem Weg selbst Ideen
und Anregungen für ihre eigene
Abschlussprüfung nehmen können, so die Klassenlehrerin.
Zur
Unterstützung standen den Schülern neben der Klassenlehrerin auch die
Lehrerinnen Sylvia Streibel-Skalitzky, Doris Zeilfelder
und Jutta Eschelbach
mit Rat und Tat zur Seite. Die eigentliche Abschlussprüfung vor der IHK wird
im Mai des nächsten Jahres stattfinden.
Dabei werden die Schüler einzeln zu
firmenbezogenen Themen geprüft. Zunächst wird eine fünf- bis zehnminütige
Präsentation der
Berufsschüler abgehalten, welcher eine Fragerunde seitens
dreier Prüfer folgt. „Man kann die heutigen Präsentationen also als
Generalprobe für die Abschlussprüfung betrachten“, fasst Doris Zeilfelder
zusammen.

Die Abschlussprüfung steht bevor, deshalb haben sich die Elisabeth-Selbert-Schüler
besondere Präsentationen zu Übungszwecken einfallen lassen.

Fotos: AfP Asel
Annika Kaupe. Lampertheimer Zeitung, 01.10.2011
Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim auf Ausbildungsmesse an der ADS
Drei Wochen früher als in den vergangenen Jahren und bei
hochsommerlichen Temperaturen fand in diesem Jahr
die Ausbildungsmesse an
der Alfred-Delp-Schule (ADS) in Lampertheim statt. Neben zahlreichen
Betrieben aus
der Region, Polizei, Bundeswehr, Agentur für Arbeit und
Versicherungen präsentierten auch Schüler und Lehrer
der
Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) das breit gefächerte Bildungsangebot.
Viele interessierte Jugendliche nahmen die Chance wahr und
informierten sich ausführlich über die unterschiedlichen
Ausbildungsberufe
und Bildungswege an der ESS, den Beruflichen Schulen des Kreises Bergstraße
im Schulzentrum West.
Ein großer Dank gilt dem Rotary Club und dem Kollegium der Alfred-Delp-Schule für die hervorragende Organisation der Veranstaltung.
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Text und Fotos: Marita Hopp
Um einen Beitrag zur Milderung der derzeitig schwierigen
Situation in Somalia zu leisten, hatte Ludwig Kellermann
von der
Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim (ESS) die Idee, auf einem Flohmarkt
Gegenstände zu Gunsten der
Menschen in Somalia zu verkaufen.
Seinem Aufruf, Gegenstände für diesen Flohmarktverkauf zur
Verfügung zu stellen, kamen viele Personen in und
außerhalb der Schule nach.
Gespendet wurden Bücher, Spiele, Bilder, Radios, Fahrräder, Schmuck,
Rasenmäher,
Kleider, Geschirr und vieles mehr.
Mit viel Verhandlungsgeschick verkauften Patricia Weber, Inge
Reger, Felix de la Munoza, Ludwig Kellermann
und Thomas Bährer von der ESS
auf dem Flohmarkt in Bensheim die gespendeten Sachen. Die Freude über
den
Erlös von insgesamt 606,88 Euro ist sehr groß. Es ist schön, dass mit
solchen Aktionen einigen Menschen
in Somalia geholfen werden kann.

von Links: Patricia Weber, Ludwig Kellermann, Inge Reger, Thomas Bährer
Foto und Text: Thomas Bährer
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Reitplätze für die ganze
Welt aus Lampertheim
Vorstand des Förderkreises der ESS bei Bacher Trainingssysteme in Lampertheim
Wolfgang Bachers Vater und Großvater waren Hufschmiede. Er
selbst ist mit Pferden aufgewachsen und hat
nicht nur einen Reiterhof in
Lampertheim, sondern hat bis vor nicht allzu langer Zeit auch selbst
Trabrennen
gefahren. Die besten Voraussetzungen also, um das Hobby und den
Beruf miteinander zu verbinden:
Wolfgang Bacher baute Trainingsanlagen für
Pferde.
Aber was hat das alles mit dem Förderverein der
Elisabeth-Selbert-Schule (ESS), Berufliche Schulen des
Kreises Bergstraße,
zu tun? Aufmerksam wurde der Verein auf Bacher durch ein Vorstandsmitglied,
denn
gemäß seiner Satzung soll der Förderkreis nicht nur ein finanzielles
Unterstützungsorgan für schulische
Belange sein, sondern als Bindeglied
zwischen Schule und Ausbildungsbetrieben fungieren. So werden
Vorstandssitzungen gerne extern abgehalten, um zum einen die Betriebe in
unmittelbarer Umgebung
besser kennen zu lernen und zum anderen um das
Ausbildungsangebot der ESS vorzustellen.
Schnell war ein Termin mit Bacher vereinbart, der sehr gerne
über sein Unternehmen informierte und bei
einer Führung ausführlich den
Produktionsprozess erläuterte.
1987 kam er aus Mannheim nach Lampertheim und baute zunächst
Trainingsanlagen für Pferde. Seit 12
Jahren leitet er in der Rosenaustraße
ein mittelständisches Unternehmen, das auf den ersten Blick wie
ein
Recyclinghof aussieht. Dieser Eindruck ist durchaus richtig, denn Bacher
macht aus Industrieresten
den Belag für hochwertige Reitplätze, die überall
auf der Welt wegen ihrer hervorragenden Qualität
höchstes Ansehen genießen.
Eigentlich begann alles im Jahr 2004, als ein
Landschaftsarchitekt aus Luxemburg ihn bat, ihm aus der
Klemme zu helfen und
für die Olympischen Spiele in Athen sein Produkt Geotex für die Reitplätze
zu
liefern. Bacher sagte zu und bekam vier Jahre später den Zuschlag für die
Olympischen Spiele in
Hongkong und setzte sich damit gegen viele
internationale Bewerber durch.
Was ist Geotex, ein Name, der bei uns viele Assoziationen
hervorruft, und was hat Kunststoff auf einem
Reitplatz zu suchen, der für
den Laien aus Sand besteht? Früher wurde Sand mit Holzspänen vermischt,
denn
der Boden muss elastisch sein, damit die Gelenke der Pferde nicht überlastet
werden. Holz aber
verrottet nach einer gewissen Zeit, d. h. der Boden muss
ständig erneuert werden.
1985 kam ein Holländer auf die Idee, dem Sand Geotextil
unterzumischen, das im Wesentlich aus
Polyester besteht. Geotex wird dem
Sand beigemischt und verbindet sich mit ihm. Das Material ist
extrem haltbar
und witterungsbeständig und gewährleistet konstante Bedingungen für Pferd
und Reiter.
Hersteller aus ganz Europa liefern Produktionsreste von
Vliesstoffen, die im Straßenbau, für Bekleidung,
im medizinischen Bereich
und für vieles mehr verwendet werden, nach Lampertheim. Nach deutschem
Recht
handelt es sich bei diesen Produktionsresten um Abfall, der sonst zum Teil
verbrannt werden würde.
Bacher veredelt das Material, das er bisher überall hin, außer nach Australien und Neuseeland, geliefert hat.
Aber nicht nur die Qualität seines Produkts ist einzigartig,
auch seine Einstellung als Arbeitgeber.
Bacher beschäftigt nicht nur
Mitarbeiter, die als schwer vermittelbar gelten und ihm von der Agentur
für
Arbeit geschickt werden, sondern auch Behinderte. So ist sein ältester
Mitarbeiter, der bereits
seit 30 Jahren aktiv im Unternehmen tätig ist,
behindert. Auch diese Mitarbeiter sind es, die für
die einzigartige Qualität
des Produkts und dessen Erfolg stehen. Und da das Unternehmen weltweit
agiert und in Englisch, Französisch und Spanisch korrespondiert, freut sich
Bacher auf Praktikanten,
die an der ESS zu Fremdsprachenassistenten
ausgebildet werden.
Text: Marita Hopp
Mit
einer ökumenischen Andacht ist der Schulseelsorgeraum an der
Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) eingeweiht worden.
Künstler und Bildhauer
Martin Morbach hat der Schule dabei ein ganz besonderes Geschenk gemacht:
ein rundes Holzrelief,
verziert mit einem Keltenkreuz im Inneren. Es
schmückt den Raum und begleitet die Arbeit der Seelsorger.
Zu den
Gästen zählte bei der Vorstellung Dekan Karl Hans Geil vom Evangelischen
Dekanat Ried, der durch die kleine
Andacht führte. Er dankte vor allem den
beiden Schulseelsorgern - dem evangelischen Pfarrer Walter Staude, und
seinem
katholischen Kollegen Peter Schoeneck -, die die Seelsorge an der ESS
verantworten. "In der Einweihung dieses Raumes
wird deutlich, dass wir als
Kirche auch einen Dienst an der Gesellschaft wahrnehmen", sagte Dekan Geil.
Gerade in einer
Schule, in der viele Nationalitäten und Kulturen aufeinander
träfen, sei der Seelsorgeraum ein guter Rückzugspunkt, um
miteinander und in
Ruhe ins Gespräch zu kommen.
"Es
wird deutlich, dass die Arbeit der Kirche über die kirchlichen Grenzen
hinaus geht, denn Arbeit an und mit jugendlichen
Menschen in der Schule ist
wichtig", sagte Geil weiter. Dabei verwies er auf das von Martin Morbach
geschnitzte Holzrelief,
das den Titel "mittendrin" trägt. "Das passt genau,
denn auch die Kirche arbeitet mittendrin in der Welt, mitten in der
Lebenswelt
der Schule", so der Geistliche. Gerade in einem stressigen Umfeld
wie der Schule fehlten oft die Rückzugsmöglichkeiten.
In diesem Raum könnten
die Jugendlichen das finden, was sie suchten - Ruhe und Geborgenheit. Das
Holzrelief möge dabei
ein Zeichen der Besinnung sein.
Aber
auch für Freuden- und Krisengespräche sei hier Platz. "Wenn ich mit
Jugendlichen spreche, dann wird mir immer wieder
bewusst, dass die Schule
nicht ausschließlich ein Ort des Unterricht, sondern vielmehr der
Beziehungsarbeit ist", unterstrich
Karl Hans Geil. Es gehe oftmals darum
sich vor anderen zu beweisen und den Anforderungen gerecht zu werden.
Der
Schulseelsorgeraum hingegen sei eine "kampffreie Zone", die jeder zu jeder
Zeit betreten könne.
Bildhauer Martin Morbach erklärte, welche Gedanken er beim Schnitzen des
Holzreliefs, das vom Evangelischen Dekanat
Ried gespendet wurde, gehabt
habe: "Mit dem gebrochenen Holz und in der Mitte wollte ich die Widerstände
darstellen,
denen wir täglich begegnen", meinte Morbach. Anschließend
brachten die beiden Seelsorger Schoeneck und Staude
das Holzrelief an der
Wand an, damit es die Schüler und Lehrer in ihrem Schulalltag begleiten
möge.
"Dieser Raum soll nicht nur ein Ort der schulischen Disziplin, sondern des
Menschen in seiner Ganzheit und in Krisensituationen sein",
sagte
Schulleiterin Gabriele Polzin. Sie dankte dabei den beiden geistlichen
Kollegen, dass sie sich immer Zeit für die Jugendlichen
nähmen, auch über
die Schule hinaus.
Kristina August, Studienleiterin und Pfarrerin am Religionspädagogischen
Institut der Evangelischen Kirche in Hessen und
Nassau (EKHN), dankte für
die Offenheit der Schule. Andreas Matzke vom Katholischen Dekanat sprach von
einem
"Zelt Gottes und unter den Menschen". Für einen schönen musikalischen
Abschluss sorgte Ana Gabriele Helwig mit dem Lied "Halleluja". nik
Südhessen Morgen,
12. August 2011
EINWEIHUNG Die Elisabeth-Selbert-Schule hat nun einen Schulseelsorgeraum mit einem symbolträchtigen Kunstwerk
Mit
schwerstem Gerät - Kettensäge, Bandschleifmaschine, Bandsäge und
Schnitzeisen beispielsweise - hat sich Martin Morbach
an die Arbeit gemacht,
um für den neuen Schulseelsorgeraum der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) etwas
ganz Besonderes
zu kreieren. Heraus kam ein Relief aus Holz, das am
Donnerstag in feierlicher Runde enthüllt und aufgehängt wurde. Das Werk
nennt sich „Mittendrin“.
Zirka
16 Stunden habe Morbach in die verschiedenen Arbeitsgänge gesteckt, erzählte
der Bildhauer und Schreiner. Das Thema
„Kreuz“ war die Motivationsrichtung
seiner Arbeit. „Ich war damals fasziniert vom Keltenkreuz - von der Einheit,
die Kreis und Kreuz
dabei bilden“, erklärte Morbach seine Idee, ein kleines
Kreuz in das hölzerne Rund zu integrieren. Sichtbar wird es durch einen
Spalt,
der ebenfalls einen symbolischen Hintergrund hat: „Es steht für die
gespaltene Erde, zum Beispiel für die verschiedenen Religionen
oder
Kontinente. Im Spalt steht das Kreuz für die Hoffnung“, so der Künstler.
Rückzugsgebiet „beim Kampf mit der Ablenkung"
Dekan
Karl Hans Geil begrüßte zur Einweihung des Schulseelsorgeraums neben
ESS-Mitarbeitern auch Vertreter der Katholischen
und Evangelischen Kirche.
„Die Arbeit der Seelsorge und die Arbeit der Kirche soll heute einen Raum
bekommen“, so Geil. Den Raum
beschrieb er als Wirkungsstätte der
Volkskirchen auf einem säkularen Boden. Der Schulseelsorgeraum soll ein
Angebot an die Schüler
sein, ein Rückzugsgebiet „beim Kampf mit der
Ablenkung“ zu finden, so Geil. Darunter verstand er beispielsweise die
Verlockung, sich
im Unterricht unter dem Tisch mit dem Handy abzulenken. In
diesem Raum könne man so sein, wie man ist, und müsse sich nicht verstellen.
Ansprechpartner für die Schüler sind die beiden Seelsorger Walter Staude
(evangelisch) und Peter Schoeneck (katholisch). Sie stehen
den
Hilfesuchenden beiseite, reden oder schweigen mit ihnen - je nach Bedarf.
Säule der Einrichtung
Auch
die Schuldirektorin Gabriele Polzin hob die Wichtigkeit des
Schulseelsorgeraums hervor: „Er ist eine Säule der Einrichtung.“
In der
Schule befänden sich Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und
unterschiedlichen Alters sowie Schüler,
die entweder von zuhause aus ideale
Startbedingungen mitbekämen oder nicht. „Hier sollen alle gute
Lernbedingungen
vorfinden“, sagte Polzin mit Blick auf den neuen Raum. Die
Arbeit darin habe Einfluss auf das Klima der Schule - und nun
endlich auch
eine Stätte.
Andreas Matzke, der als Vertreter des Bistums Mainz anwesend war,
bezeichnete derartige Räume als „Mangelware“
an den Schulen, weswegen er
besonders glücklich sei, dass die ESS einen solchen zur Verfügung stelle.
Mit
dem Relief von Martin Morbach, welches vom Evangelischen Dekanat Ried
finanziert und gespendet wurde, hat der
Schulseelsorgeraum, der zurzeit noch
etwas leer aussieht, den ersten Blickfang erhalten. Doch so soll es nicht
bleiben.
Neben dem Klavier und der Tafel, die sich ebenfalls darin befinden,
erhalten demnächst auch noch Bilder ihren Platz.

Peter Schoeneck und Walter Staude (von links) präsentieren ein Kunstwerk,
das seit Donnerstag den neuen Schulseelsorgeraum der
Elisabeth-Selbert-Schule schmückt. Foto: AfP Asel
Jan Millenet, Lampertheimer Zeitung,
12.08.2011
Mehr als Apps and Bytes - Wirtschaftsinformatik ist cool
Fachhochschulreife an der ESS in einem Jahr
Die Computerbranche boomt und sucht dringend qualifizierte
Fachkräfte. Die Elisabeth-Selbert-Schule
Lampertheim (ESS) bildet sie aus!
Seit fast 10 Jahren sind die Beruflichen Schulen eine CISCO
Academy. CISCO, ein weltweit führender
Hersteller von Netzwerkgeräten,
stellt Partnerschulen ein ONLINE-Curriculum mit sehr viel Übungsmaterialien
zu Grundlagen von Netzwerken und deren Einsatz in einer multimedialen Welt
kostenlos zur Verfügung.
Auf einer elektronischen Plattform, weltweit verknüpft, wird
online gelernt, werden Tests und Abschlusstests
geschrieben,
Simulationsprogramme zur Erstellung von Netzwerken erstellt und überprüft,
in die Praxis
übertragen in Kombination mit dem traditionellen Unterricht;
also eine sehr gute Vorbereitung für den
beruflichen Einsatz im IT Bereich
sowie fürs Studium an einer Fachhochschule.
Die ESS bietet interessierten jungen Menschen mit mittlerem
Schulabschluss und mindestens zweijähriger
beruflicher Tätigkeit die
Möglichkeit, in einem Jahr die Fachhochschulreife zu erwerben und ermöglicht
damit den Zugang zum Studium an einer Fachhochschule bzw. einer Hochschule.
Die Fachoberschule bereitet außerdem auf die Übernahme von
Aufgabenbereichen in mittleren und
gehobenen Funktionen vor oder schafft die
Voraussetzungen für eine selbstständige Tätigkeit.
Es werden auch Polizeibewerber aufgenommen, wenn sie sich dem
Auswahlverfahren für die Einstellung
in den Polizeidienst des Landes Hessen
unterzogen und eine Einstellungszusage erhalten haben.
Text: Marita Hopp
Pressespiegel
ABSCHLÜSSE Bildungspreis für drei Absolventinnen der Elisabeth-Selbert-Schule
Ihre
lang ersehnten Abschlusszeugnisse haben am Mittwochmittag 30 Schüler im „MediaMaxx“
der Elisabeth-Selbert-Schule
erhalten. Die Absolventen beendeten damit ihre
dreijährige Ausbildung als Bürokommunikations-, Büro- oder
Industriekaufleute.
Ändernde Erfahrungen im Alltag
Nachdem Stefanie Richter, Abteilungsleiterin für Wirtschaft und Verwaltung,
in ihrer Eröffnungsrede die letzten drei Jahre
Revue passieren ließ und auf
die sich durch die Ausbildung ändernden Alltagserfahrungen der Absolventen
einging, trat
Prof. Dr. Jürgen Schröder für eine kurze Laudatio vor die
Zuhörerschaft. Der Mannheimer Hochschullehrer überreichte im
Namen der
Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Rhein-Neckar in feierlicher Haltung den
drei besten Absolventen den
mit 50 Euro dotierten Bildungspreis, welchen er
in Form eines Schecks an drei Auszubildende übergab. „Mit dem Scheck
können
Sie natürlich machen, was Ihnen beliebt“, kokettierte Professor Schröder und
betonte die Bedeutung des
Zusammenspiels von Betrieb und Schule.
Die
seit 1956 bestehende Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie zeichnet seit drei
Jahren die besten Absolventen mit
dem Bildungspreis aus. Nachdem die
Kaufleute in ihrem Unternehmen Fuß gefasst haben, können sie die Möglichkeit
zu einem berufsbegleitenden Studium an der Akademie wahrnehmen und den
Abschluss zum Betriebswirt (VWA) beziehungsweise
Bachelor of Arts in
Business Administration (BA) erwerben.
Ausgezeichnet wurde neben den beiden Industriekauffrauen Katja Wassong und
Severin Hoock die Bürokauffrau Anna Schmidt,
die ihre Ausbildung in der
Miltex GmbH absolvierte. Das Viernheimer Unternehmen hat sich auf die
Herstellung unterschiedlicher
Bodenschutz-, Schmutzfang- und
Arbeitsplatzmatten spezialisiert.
Zur
Freude der jungen Absolventin Schmidt erschien auch Geschäftsführer Andreas
Felber, der es sich nicht nehmen ließ, bei der
Preisverleihung selbst zur
Kamera zu greifen, um ein Foto von seinem Schützling zu knipsen. Auch
weitere Unternehmensvertreter
aus Lampertheim und Region wie zum Beispiel
Heike Grossel von Parka-Hannefin aus Hüttenfeld oder Thomas Stocklin vom
Informationstechnologieunternehmen COM Plan + Service waren anwesend.
Balance zwischen Arbeit und Leben
Professor Schröder betonte, dass sich durch die Teilnahme an
berufsbegleitenden Studienangeboten 89 Prozent der Teilnehmer
in ihrer
beruflichen und finanziellen Situation verbessert hätten. Fachlehrerin Doris
Zeilfelder, die an der Elisabeth-Selbert-Schule
alle Wirtschaftsfächer
unterrichtet, wünschte ihren Schülern zum Abschluss „Gesundheit,
Zufriedenheit und die richtige Balance
zwischen Arbeit und Leben“. Um nicht
zu sehr der Wehmut anheimzufallen, schloss sie ihre Laudatio mit einem
Bierbaum-Zitat:
„Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“

Die drei besten Absolventen werden mit dem 50 Euro dotierten Bildungspreis geehrt.
Foto: Asel
Lampertheimer Zeitung, 24.06.2011
André Heuwinkel
Die Elisabeth-Selbert-Schule hat ein
neues Türschild bekommen. Dies wäre an und für sich kein Grund, die Presse
einzuladen und die
Schulgemeinde zur Übergabe zu versammeln. Doch dieses
Türschild trägt die Aufschrift "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"
und ist somit etwas ganz Besonderes. Es wird nur solchen
Bildungseinrichtungen verliehen, die nachweisen können, dass hier nicht
weggesehen, sondern aktiv gegen Rassismus und Vorurteile angegangen wird.
Initiator der Aktion war Lehrer Tobias
Helfrich, der an den Beruflichen Schulen die Fächer Sozialpädagogik,
Sozialwesen, Politik
und Wirtschaft unterrichtet. Er hatte von dem
bundesweiten Projekt "AktionCourage" erfahren und wollte auch an der
Elisabeth-Selbert-Schule ein Zeichen für ein faires, demokratisches
Miteinander der verschiedenen Nationalitäten setzen.
Gleich mehrere Klassen zogen begeistert
mit und sprudelten, so Helfrich schmunzelnd, nur so über vor Ideen. Die
meisten
Schüler konnten eine Menge eigener Erfahrungen dazu beitragen, über
ein halbes Jahr lang beschäftigten sich die Jugendlichen
mit dem Thema. Es
gab eine Diskussionsrunde mit der Mannheimer Migrantenorganisation "Die
Unmündigen", eine Theateraufführung,
eine Aktion, bei der 750 Unterschriften
gesammelt wurden und andere Projekte. "Dabei merkten wir, dass es in allen
von uns eine dunkle
Seite gibt, die Vorurteile pflegt und Diskriminierungen
zulässt", berichtete Helfrich ernst.
Als Anerkennung für das gezeigte
Engagement gab es von der Projektkoordination in Berlin nun das Türschild,
das, eingebettet in ein
kleines Rahmenprogramm, feierlich im Innenhof
überreicht wurde. Giovanna Caterina Messina und Kristina Wagner zeigten sich
als
unterhaltsame Moderatorinnen, Natascha le Coz sang das Lied "Use
Somebody" und Christiana Schulze trug das Gedicht "Gegen Rassismus"
von Lars
Nonne vor. Ein weiterer musikalischer Beitrag, "Another Day in Paradise",
kam von Tanja Denz.
Als Höhepunkt übergaben Natascha le Coz,
Julian Müller sowie Yeliz Ocak dann das aussagekräftige Türschild an
Schulleiterin
Gabriele Polzin und Schulsprecher Anon Wongyadaeng.
Gabriele Polzin war sichtlich stolz auf
ihre engagierten Schüler, warnte aber davor, sich auf dem Erreichten
auszuruhen.
Der verliehene Titel sei gleichzeitig eine Selbstverpflichtung,
sich auch künftig gegen Rassismus einzusetzen. Auch der Schulsprecher
bezeichnete das Schild als ein wichtiges Symbol. Als bunten Abschluss ließen
die Jugendlichen 600 Ballons steigen, an die Kärtchen
geknotet waren, auf
denen jeder Schüler notieren konnte, was ihm persönlich für eine friedliche
und tolerante Welt wichtig ist. Ja
Südhessen Morgen, 19. Mai 2011
AUSZEICHNUNGEN Die
Elisabeth-Selbert-Schule darf sich „Schule ohne Rassismus“ nennen und sieht
die
Titelverleihung als Verpflichtung
Die Elisabeth-Selbert-Schule hat am
Dienstagvormittag zur Titelverleihung „Schule ohne Rassismus - Schule mit
Courage
(SOR-SMC)“ in ihren Schulinnenhof eingeladen. Rund 150 Schüler und
Lehrkräfte waren erschienen, um dieses Event in einem
würdigen Rahmen zu
feiern. Anlässlich der Titelverleihung ist für die einstündige
Veranstaltung, die von den Schülerinnen Giovanna
Caterina Messina und
Kristina Wagner moderiert wurde, eine Bühne im Innenhof aufgebaut worden.
1.000 Schulen und 750.000 Schüler
Für das Projekt zeichnete Tobias Helfrich
verantwortlich. Er unterrichtet an der Elisabeth-Selbert-Schule die Fächer
Sozialpädagogik,
Sozialwesen, Politik und Wirtschaft und stellte im Rahmen
des Projekts den Kontakt zu „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“
her. Die Einrichtung wirkt im Rahmen des „AktionCourage e.V.“ und beschreibt
sich auf ihrer Homepage selbst als „größtes Schulnetzwerk
in Deutschland“,
an welchem sich über 1.000 Schulen und 750.000 Schüler beteiligten.
Das Netzwerk tritt für eine demokratische
Umgangskultur in deutschen Bildungseinrichtungen ein. „Wir haben gemerkt,
dass es in der
Integration insgesamt viele Unstimmigkeiten gibt. Jeder hat
zwar seine Vorurteile - wichtig ist es aber, diese zu erkennen und gegen
sie
anzukämpfen“, sagte Pädagoge Helfrich. Insgesamt 100 Schüler haben der
Schule durch verschiedene Aktionen wie zum Beispiel
einem Theaterstück, das
Alltagsdiskriminierungen wie Homophobie oder Sozialchauvinismus behandelte,
zur Titelverleihung verholfen.
Der Titel sei hierbei nicht als Preis oder
Auszeichnung für bereits geleistete Arbeit zu verstehen, sondern sei eine
Selbstverpflichtung für
die Gegenwart und Zukunft.
750 selbstverpflichtende Unterschriften
750 selbstverpflichtende Unterschriften
der Schulgemeinde gaben den Anstoß zur Verleihung. Bei strahlendem
Sonnenschein
präsentierten Schulsprecher Anon Wongyadaeng und Direktorin
Gabriele Polzin das Türschild, mit welchem sich die Schule fortan
schmücken
darf. „Dieser Preis ist für uns eine Aufforderung, bei dem Thema Rassismus
und Diskriminierung nicht wegzusehen.
Wir alle - ob Schüler oder Lehrer, sind
verpflichtet, weiterhin langfristige Projekte gegen Rassismus anzuschieben
und sie für die
Zukunft zu unserem Thema zu machen.“ Auch Schulsprecher Anon
Wongyadaeng fand Worte des Dankes: „Diese Auszeichnung
ist ein Symbol. Noch
wichtiger ist es aber, dass wir heute alle zusammengekommen sind, um
gemeinsam ein Zeichen zu setzen.“
Die Veranstaltung,
die durch mehrere musikalische Darbietungen und eine Gedichtrezitation
abgerundet wurde, fand durch 600 mit
Postkarten versehene Luftballons, die
gen Himmel stiegen, ein sehenswertes Ende. „Hierfür mussten wir
die Coleman Barracks um
Erlaubnis fragen“,
kokettierte Tobias Helfrich abschließend.
André Heuwinkel,
Lampertheimer Zeitung, 19. Mai 2011
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Wir haben den Titel!!!
Ankündigung: Titelverleihung am 18.5.2011 von 11:00 bis 12:00 Uhr im Innenhof der Schule - mit fantastischen Highlights
750 Unterschriften und verschiedene weitere Aktionen an der Elisabeth-Selbert-Schule haben gezeigt, dass sich die
Schulgemeinde intensiv mit den Themen „Rassismus und
Diskriminierung“ auseinandergesetzt hat und
dies auch zukünftig tun möchte.
Das Engagement hat
sich gelohnt. Die Projektkoordination in Berlin sieht alle Voraussetzungen
erfüllt,
um der Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim den Titel „Schule ohne
Rassismus - Schule mit Courage (SOR-SMC)“ zu verleihen.
Dies möchten wir nun feiern. Es sind unterschiedliche Aktionen von Schülerinnen und Schülern geplant.
Wir freuen uns auf die Feier und wünschen allen viel Spaß!
Text: Giovanna Caterina Messina und Tobias Helfrich
Besuch der Bundestagsabgeordneten Christine Lambrecht
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Christine Lambrecht während der Diskussion |
Das kritische Publikum |
Besser als ihr Ruf? Vorurteile gegenüber Politikerinnen und Politikern.
Unter diesem Motto stand die gemeinsame
Diskussionsrunde zwischen den Schülerinnen
und Schülern der
Eisabeth-Selbert-Schule und der SPD-Bundestagsabgeordneten Christine
Lambrecht am 29.03.2011 im MediaMaxx.
Anlass
des Treffens waren die im Mai geplanten Klassenfahrten der Fachoberschule
Sozialwesen und der beiden Klassen der Fachschule für Sozialpädagogik
nach
Berlin, die von der Politikerin unterstützt werden.
Der Arbeitsalltag und
Arbeitsaufwand von Abgeordneten waren ebenso Bestandteil der lebhaften
Diskussion, wie auch das Ernst nehmen der Sorgen und Nöte
von einfachen
Bürgern. Die Abgeordnete beantwortete die Fragen nicht nur
bereitwillig, sondern gewährte auch
Einblick in ihr „Privatleben“. So berichtete Frau
Lambrecht nicht nur von
ihrem Werdegang zur „Berufspolitikerin“, der mit ihrem Engagement in der
Anti-Atomkraftbewegung und der Friedensbewegung
begonnen hatte, sondern auch
vom Alltag und den Problemen als Abgeordnete. Insbesondere eine Anekdote
verdeutlichte den Anwesenden, unter welchem
gesellschaftlichen Fokus die
Politiker bzw. Politikerinnen stehen: Als sie sich dazu entschloss, in ihrem
Heimatort Viernheim auf das Auto zu verzichten
und auf das Fahrrad
umzusteigen (nicht nur aufgrund des Umweltschutzes, sondern auch wegen der
sportlichen Aktivität und der damit einhergehenden
positiven
Begleiterscheinungen für die Figur), wurde der Verzicht auf das Auto prompt
zum Ausgangspunkt wilder Spekulationen. Schnell machte das
Gerücht in
Viernheim die Runde, dass der Abgeordneten der Führerschein abgenommen
worden war. Selbst ihre Mutter wurde auf die (angeblichen)
Verfehlungen ihre
Tochter angesprochen. Glücklicherweise konnte das Gerücht von ihr schnell
entkräftet werden!
Die Politikerin zeigte sich sehr beeindruckt vom Wissen und
den kritischen Fragen der Schülerinnen und Schülern der
Elisabeth-Selbert-Schule. Nicht nur
die beiden Initiatoren der
Diskussionsrunde Tobias
Helfrich (Klassenlehrer der
FOS) und Christian Hörnle (Lehrer im Vorbereitungsdienst im Fach Politik-
und Wirtschaft)
bewerteten den Besuch als sehr gelungen. Auch Thomas Bährer,
der stellvertretende Schulleiter, zog eine positive Bilanz. Unter großem
Beifall und dem Bedauern
der anwesenden Schülerinnen und Schülern, dass die
Veranstaltung zu kurz gewesen sei, endete der Besuch nach einer Stunde.
Text und Fotos: Christian Hörnle und Tobias Helfrich
Comenius-Treffen in Cassino/Italien
Mitte März machten sich acht Schüler und vier Lehrkräfte der
Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim auf den Weg
nach Italien. Dort fand in
der Zeit vom 13.03.-18.03.2011 das 2. Treffen der Comenius-Schulen aus
Lampertheim/Deutschland (Elisabeth-Selbert-Schule), Wien/Österreich
(Berufsschule für das Gastgewerbe)
und Cassino/Italien (Instituto
Profesionale de Alberghiero) statt.
Was ist COMENIUS? Das europäische Programm für schulische
Bildung - gefördert von der EU – unterstützt die
Mobilität von Schülern,
Lehramtsstudenten und Lehrkräften, fördert das Erlernen moderner
Fremdsprachen und
ermöglicht innovative Wege der Zusammenarbeit und
Partnerschaft schulischer Einrichtungen in Europa.
Da der Flieger aus Frankfurt als letzter landete, wurden die
Lampertheimer von den italienischen Gastgebern und
den österreichischen
Partnern bereits sehnsüchtig am Flughafen in Rom erwartet. Es waren keine
Unbekannten mehr.
Man kannte sich bereits seit der Auftaktveranstaltung in
Deutschland, die vom 29.11 – 2.12.2010 an der
Elisabeth-Selbert-Schule
stattgefunden hatte. Schüler und Lehrer pflegen seither den Kontakt.
Gemeinsam
ging es mit dem Bus nach Cassino, ca.150 km südlich von Rom.
Das gemeinsamen Vorhaben in Cassino begann mit einem
freundlichen Empfang beim dortigen Bürgermeister.
So wurden bereits am
ersten Tag alle Gäste über die historische Bedeutung der Stadt informiert,
in ihre kulturellen
und touristischen Besonderheiten eingeweiht. Gleich im
Anschluss durfte die Gruppe erleben, mit welcher Hingabe
und Ernsthaftigkeit
alle Schüler der Stadt gemeinsam das alljährliche mittelalterliche Festival
von Cassino gestalten
und austragen.
Mit Spaß und Begeisterung widmeten sich die Schüler aller drei
Länder den geplanten Projekten aus den Bereichen:
Lebenswelten:
„Jugendliche in unterschiedlichen europäischen Ländern“ und Ernährung: „Wir
kochen gemeinsam
landestypische Gerichte“. Hierbei fand ein reger
kommunikativer Austausch statt. Die Schüler bekamen die
Möglichkeit, sich zu
aktuellen Themen miteinander auszutauschen, Antworten aus verschiedenen
Perspektiven
zusammen zu tragen und mit den Begleitern der Projekte anderer
EU-Staaten ins Gespräch zu kommen.
Sicherlich war die Verköstigung des gemeinsamen Menüs einen
Höhepunkt des Aufenthaltes. Das Menü bestand
aus italienischer Vorspeise,
österreichischem Zwischengericht, deutschem Hauptgericht und Desserts aus
allen
drei Ländern.
Gespräche und Erlebnisse auf gemeinsamen Fahrten zu
historischen Stätten in Cassino, Monte Cassino, dem
Küstenstädtchen Gaeta
und Rom haben sicherlich auch zur Förderung des interkulturellen
Verständnisses
beigetragen, die Fremdsprachenkenntnisse und das geografische
Wissen der Schüler erweitert. Nicht zuletzt
waren alle von der
Gastfreundschaft und der herzlichen Art der Italiener angetan, von
kulturträchtigen und
malerischen Plätzen Italiens begeistert und dankbar für
den fachlichen und geistigen Austausch mit Menschen
anderer Nationen.
Text: Inge Reger

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Förderkreis der ESS mit neuem Vorstand
Der Förderkreis der Elisabeth-Selbert-Schule wird von einem neuen Vorstand geleitet.
Aus Altersgründen bzw. privaten Gründen sind die bisherige
Schriftführerin Erika Krämer-Tomczak, die Schatzmeisterin
Martha Adler und
die Beisitzerin Siglinde Kühlwein aus dem Vorstand
ausgeschieden.
Unter dem bisherigen und neuen 1. Vorsitzenden Dieter Blepp wurden folgende Positionen neu besetzt:
- 2. Vorsitzende: Regine Hindel
- Schatzmeister: Hugo Schumacher
- Schriftführerin: Marita Hopp
- Beisitzer/in: Karin Breckner und Jürgen Brenner
Gemäß der Satzung soll der Förderkreis nicht nur ein
finanzielles Unterstützungsorgan für schulische Belange sein,
sondern als
Bindeglied zwischen Schule und Ausbildungsbetrieben fungieren. Dieser
Grundidee trägt auch die
aktuelle Zusammensetzung des Vorstandes Rechnung.
Während Hindel und Hopp dem aktuellen Lehrerkollegium
angehören, sind
Breckner und Schumacher ehemaliger Lehrer der ESS.
Blepp (Inhaber der Lampertheimer Firma LTG) und Brenner
(Mitarbeiter der Sparkasse Worms-Alzey-Ried)
fungieren als Vertreter der
Ausbildungsbetriebe. Die Schulleitung arbeitet als
unmittelbare Nutznießerin mit
dem Vorstand zusammen und unterstützt den
Vorstand bei der Festlegung der Bedarfsschwerpunkte.
Seit der Gründung im Jahre 2002 konnten immerhin finanzielle
Mittel in Höhe von 65.000 € der ESS zur
Verfügung
gestellt werden. Diese wurden zu den unterschiedlichsten Anschaffungen und
Finanzierung
von Projekten genutzt, beispielsweise für die Ausstattung eines
Medienraumes, der Anschaffung von
Maschinen im Werkstattbereich, der
Gestaltung des Atriums, dem Aufbau eines Gartens mit einem
Glas-Gewächshaus,
usw.
Auch für die Weiterbildung des Kollegiums (z. B. buddy-Projekt)
und die Förderung von Kernkompetenzen
bei den Schülern (z. B. Lesekompetenz)
stellte der Förderkreis finanzielle Mittel zur Verfügung. Klassen-
und
Schulprojekte der unterschiedlichsten Art wurden und werden gefördert. Neben
der Fort- und Weiterbildung
werden auch kulturelle Veranstaltungen
gefördert, wie z.B. der Besuch von Theaterveranstaltungen oder aktuell
eine Aufführung des hr-Sinfonie-Orchesters in der Sporthalle des ESS.
Letztlich beschäftigt der Förderkreis eine Aufsichtsperson in
der Mediothek auf 400 €-Basis. Dadurch erhält
die Schülerschaft die
Möglichkeit, sich zum Lesen von Büchern und Fachzeitschriften oder zur
Beschaffung
von Informationen über das Internet während des Schulalltags
zurückziehen zu können.
Woher kommen nun die finanziellen Mittel für die Unterstützung?
Ein Teil resultiert aus den Mitgliedsbeiträgen der rund 50
Mitglieder, ein anderer Teil aus Spendenaufkommen
von Firmen und
Privatpersonen, die ganz gezielt angesprochen werden, ob sie bereit sind,
konkrete Vorhaben
zu unterstützen. Wegen der Gemeinnützigkeit der Projekte
können Spendenbescheinigungen ausgestellt
werden. Weitere Mittel wurden in
der Vergangenheit durch die Durchführung von Kursen beschafft, so z. B.
durch Kochkurse für Männer, Backkurse, Schwimmkurse für Senioren,
Einführungskurse in den EDV-Bereich.
Alle Kurse wurden von Kollegen der ESS
geleitet.
Bei der Sparkasse Worms-Alzey-Ried mit der Bankleitzahl 553
500 10 ist ein Konto unter der Nummer
317 637 9 eingerichtet, auf das
jederzeit Spenden für den Förderkreis eingezahlt werden können. Alle
Einzahlungen werden förderungswürdigen Maßnahmen der Fort- und Weiterbildung
zugeführt.
Text: Hugo Schumacher

von links: Jürgen Brenner, Marita Hopp, Hugo Schumacher, Dieter Blepp, Regine Hindel, Karin Breckner
Foto: Gabriele Polzin
Ma vie en rose
183 Tage Frankreich pur
Begonnen hatte alles mit dem Abschluss meiner vollschulischen
Ausbildung als Fremdsprachenassistentin im Juni 2010
'
an der
Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim.
Im Anschluss an diese Berufsausbildung gibt es das Angebot, im
Rahmen des europäischen Programmes
„Leonardo da Vinci“ ein halbes Jahr ins
Ausland zu gehen, um dort die erlernten Sprachkenntnisse mithilfe
eines
Sprachkurses und Praktikums zu vertiefen. Damals hatte ich noch keine Ahnung
davon, was mich im
schönen Toulouse, auch „La ville en rose“ („die rosarote
Stadt“), wirklich erwarten würde.
Ende August und bei Temperaturen von fast 40° C im Schatten
begann nun mein Abenteuer mit einem
3-wöchigen Französischkurs in der
Sprachschule „Langue Onze“, ganz zentral gelegen und nicht weit
entfernt von
Sehenswürdigkeiten wie dem Capitole, der Pont Neuf und der Garonne. In
diesen drei
Wochen hatten die vier weiteren Teilnehmerinnen des „Leonardo
Programms“ und ich reichlich Gelegenheit,
Kontakte zu anderen Schülern aus
aller Welt zu knüpfen und uns spielerisch in das Alltagsleben einzufinden.
Nach dieser kleinen Einführung in Sprache und französische
Kultur begann das Praktikum, das uns mithilfe
der Sprachschule vermittelt
wurde. Dieses absolvierte ich von Mitte September bis Ende Februar bei der
Zeitarbeitsfirma „Adecco à Domicile“, die sich um die Personalbeschaffung im
Bereich Kinderbetreuung,
Seniorenpflege und Haushaltshilfe kümmert. Neben
meiner bereits erlernten kaufmännischen Fähigkeiten
konnte ich ebenfalls
meine sprachlichen Kenntnisse in die Praxis umsetzen und mir viele neue
Arbeitsmethoden
und sprachliche Mittel aneignen.
Meine Freizeit nach der Arbeit und an den Wochenenden
verbrachte ich damit, die Stadt zu erkunden und
Reisen in ganz Frankreich zu
unternehmen. Dank der recht günstigen Zugverbindungen und Sonderangebote
hatte ich die Möglichkeit, mir Städte wie Bordeaux, Montpellier, Carcassonne
und Paris anzusehen.
Die Gastfreundlichkeit der Familie, bei der ich lebte,
bot mir des Weiteren die Gelegenheit, am französischen
Leben teilzunehmen.
So konnte ich Weihnachten im Kreise einer französischen Familie feiern,
wurde
zu einem Ausflug aufs Land und zu mehreren Abendessen eingeladen,
wodurch mir Sprache und Kultur
sowie die französische Küche näher gebracht
wurden.
Trotz all dieser erfolgreichen Erfahrungen war dieser
Aufenthalt nicht immer leicht für mich. Es ist nicht
einfach, sich von heute
auf morgen einer anderen Kultur und Arbeitsweise komplett anzupassen. Vor
allem
auf sprachlicher Ebene hatte ich anfangs einige Schwierigkeiten zu
überwinden. Jedoch sollte man nie den
Mut verlieren und sich dieser
besonderen Herausforderung jeden Tag aufs Neue stellen, denn nach schon
wenigen Wochen konnte ich bei mir selbst bemerkenswerte Fortschritte
feststellen und alles in allem habe
ich in diesen sechs Monaten beruflich
sowie privat wertvolle Erfahrungen gesammelt, die mich auf meinem
weiteren
Berufs- und Lebensweg prägen werden und die meinen Aufenthalt zu einem
vollem Erfolg gemacht haben.
Bericht: Alina Kemen
Die zweijährige
vollschulische Ausbildung zum Fremdsprachenassistenten/zur
Fremdsprachenassistentin
an der Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim (ESS)
ermöglicht den direkten Einstieg in das Berufsleben
und die Teilnahme am
Leonardo-Programm (wahlweise vier oder sechs Monate). Wer sich weiter
qualifizieren
möchte, kann mit dieser abgeschlossenen Berufsausbildung in
einem Jahr die Fachhochschulreife an der
ESS erwerben und danach ebenfalls
mit Leonardo (großzügige finanzielle Unterstützung durch EU-Mittel)
ein
Praktikum im Ausland (Toulouse, San Sebastian, Dublin, Cork oder Edinburgh)
absolvieren.
Eine weitere Alternative
ist, die Fachhochschulreife parallel zur zweijährigen Berufsausbildung zum
Fremdsprachenassistenten/zur Fremdsprachenassistentin zu erlangen. Neugierig
geworden? Kommen
Sie zu uns, wir beraten Sie gern. Ansprechpersonen an der
ESS zu diesem Ausbildungsgang sind Stefanie
Richter und Marita Hopp
(Leonardo).
Kontakt:
Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim, Carl-Lepper-Str. 1, 68623 Lampertheim,
Tel: 06206 94090,
E-Mail: bsl-info@kreis-bergstrasse.de,
www.BSLonline.de

Souverän im Bewerbungsgespräch
Fremdsprachen- und Informatikassistenten der
Elisabeth Selbert Schule trainieren Haupt- und
Realschüler der
Erich-Kästner-Schule
Die Assistenten für das Fremdsprachensekretariat und die
Informatikklasse der ESS luden auch dieses Jahr wieder
Schüler der
Erich-Kästner-Schule zum Projekt „Bewerbungstraining“ nach Lampertheim ein.
Planung und Durchführung
wurden von beiden Klassen in Zusammenarbeit mit der
Fachleiterin Carmen Wenz erarbeitet und gestaltet.
Das Projekt war in mehrere Arbeitsphasen unterteilt. Zunächst
wurde eine fiktive Firma gegründet, für die dann
Stellenanzeigen verfasst
und den Schülern der Erich-Kästner-Schule übermittelt wurden. Dabei musste
beachtet
werden, dass die angebotenen Berufe auf die jeweiligen
Schulabgänger zugeschnitten waren, da es sich bei den
„Bewerbern“ sowohl um
zwei Haupt- als auch zwei Realschulklassen handelte. Nach Eingang der
Bewerbungsunterlagen
wurden diese eingesehen und auf Fehler überprüft.
Parallel dazu wurden ein kurzer Einstellungstest, berufsspezifische
Fragen
und ein Bewerbungsbogen erstellt. Im Anschluss planten die Schüler dann
detailliert die Tagesabläufe
und Vorstellungsgespräche.
Für jede eingeladene Klasse begann der Tag mit einer
Präsentation über die fiktive Firma der
Klassen 12 HBF
und HBI. Danach wurden die Schüler der Erich-Kästner-Schule
in zwei Gruppen unterteilt. Während die einen
den Einstellungstest machten,
wurden mit den anderen so praxisnah wie möglich Einzel- oder
Gruppenvorstellungsgespräche
geführt. Nach den jeweiligen
Vorstellungsgesprächen erhielten die Bewerber durch die Schüler
der 12 HBF
und HBI eine persönliche
Rückmeldung mit Verbesserungsvorschlägen.
Nach der Führung durch das Schulgebäude wurden alle Schüler
der EKS um eine schriftliche Evaluation des
Projekttages gebeten. Die
Schüler der EKS, die sich über ihren weiteren Lebensweg noch nicht im Klaren
sind,
hatten auch Gelegenheit, sich über die verschiedenen Möglichkeiten der
schulischen Aus- und Weiterbildung
an der ESS zu informieren. Gerade für die
Hauptschüler war daher die Führung durch den sehr gut ausgestatteten
Werkstattbereich interessant. Realschüler konnten sich über die vielfältigen
Möglichkeiten einer vollschulischen
Ausbildung informieren. So konnte das
verbreitete Missverständnis ausgeräumt werden, dass Berufliche Schulen
nur
ein Teil des dualen Ausbildungssystems seien.
Besonders über ihre eigene vollschulische Ausbildung konnten
die Schüler der 12 HBF und HBI informieren.
So besteht zum Beispiel für die
Sprachinteressierten die Möglichkeit, im Anschluss an die zweijährige
Ausbildung
ein mehrmonatiges Auslandspraktikum zu machen, und zwar im Rahmen
des von der EU geförderten Leonardo-Programms.
Die zweijährige Assistenten
Ausbildung berechtigt ebenfalls zum anschließenden Besuch der Fachoberschule
(FOS).
Der FOS-Abschluss kann aber auch parallel zur Ausbildung erworben
werden.
Trotz kleinerer Anfangsschwierigkeiten waren alle vier Tage
ein großer Erfolg. Beide Seiten konnten aus diesem
Bewerbungstraining viel
lernen und erfahren, welche Bedeutung fehlerfreie Bewerbungsunterlagen, eine
sorgfältige
Auswahl der Kleidung sowie Vorabinformationen über das
Unternehmen für die eigene berufliche Laufbahn haben.
In der Feedback Runde wurde deutlich, dass die Schüler der
Klasse 12 HBF und HBI während ihrer zweijährigen
Ausbildung nicht nur
gelernt haben, selbstständig zu arbeiten, Veranstaltungen professionell zu
planen, durchzuführen
und zu moderieren, sondern auch zu improvisieren.
Sowohl kaufmännisch als auch fremdsprachlich sind sie sehr gut
auf den Beruf
vorbereitet und ihre exzellenten EDV-Kenntnisse entsprechen in allen Punkten
den heutigen Anforderungen.
Text: Christopher Kola (12HBI)

Foto: Samira Steffan (12HBI)
Pressespiegel zum HR-Sinfonieorchester am 24.02.2011 an der Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim
Morgenstimmung? „Kenn' ich“
Jugendarbeit: Auf seiner „Hessen-Schultour“ macht das HR-Sinfonieorchester in Lampertheim Station und erntet Jubel
Früher, vor 300 Jahren
etwa, war es oft nicht anders: Zur Musik wurde geredet, gelacht; mal ging
einer raus, mal kam eine rein. Desinteresse
spiegelt das Verhalten mancher
Lampertheimer Schüler beim Gastspiel des HR-Sinfonieorchesters an ihrer
Schule ganz offenkundig nicht - eher
den ungezwungenen Umgang mit einer
Kunst, die einst ein böser Mensch mit dem Etikett „ernste Musik“ beklebt
hat.
Es hat ja auch keiner
kommen müssen zu diesem Klangereignis in der Turnhalle der
Elisabeth-Selbert-Berufsschule in unmittelbarer Nähe
des Rheins. „Unsere
Lehrerin hat uns darauf angesprochen“, sagt Faris (18), der den Fachbereich
Sozialpädagogik besucht. Mit Erfolg:
„Aus meiner Klasse sind alle da.“
Insgesamt hören ein paar hundert - auf Stühlen oder auf dem Boden - dem
Orchester zu: aufmerksam,
aber nicht erstarrt.
Die Begeisterung teilt
sich auch den Gästen mit. „Mir macht das manchmal mehr Spaß als ein
konventionelles Programm“, bekennt
Konzertmeister Ulrich Edelmann. Da ist er
wohl kein Einzelfall: „Viele aus dem Orchester möchten hier mitmachen.“
Schließlich sei
die Idee aus dessen Reihen gekommen. „Die große Mehrheit
steht hinter dem Projekt“; und obendrein werde der Schul-Besuch als
regulärer Dienst anerkannt. Das Projekt, das ist die zum vierten Mal
angebotene „Hessen-Schultour“ des Rundfunk-Sinfonieorchesters.
Aus etlichen
Bewerbern wurden in diesem Jahr acht Schulen ausgesucht, die an vier
aufeinanderfolgenden Tagen jeweils ein etwa
einstündiges Programm geboten
bekommen; neben den Lampertheimern waren diesmal die Münsterer Schule auf
der Aue und die
Albert-Einstein-Schule in Groß-Bieberau dabei.
Gemessen an den
Aussagen der Schüler ist mindestens der Auftritt am Rhein ein rauschender
Erfolg. „Erst habe ich ja keine Lust
gehabt“ , sagt die angehende
Sozialassistentin Stefanie (18), „jetzt aber schon. Das Video von heute will
ich auf jeden Fall haben.“
Ihr drei Jahre älterer Studienkollege Arash lobt,
das sei doch mal „etwas ganz anderes im Schulalltag“. Sandra (25) findet es
schlicht
„fantastisch“.
Das kommt nicht von
ungefähr. Von den 44 Orchestermusikern werden in der akustisch erstaunlich
brauchbaren Halle sieben
appetitliche Häppchen gereicht. Etwas bemüht hat
man sie auf das Thema Fußball getrimmt; so steht jeder Komponist für ein
Weltmeister-Land. Aber wer so viel Applaus und Jubel bekommt, hat Recht.
Neben einem Tango von
Astor Piazzolla und ein bisschen „West Side Story“ gibt es abenteuerliche
Eigen-Arrangements der
Orchestermusiker zu hören: „The Girl from Ipanema“
tanzt zur Air aus Bachs dritter Orchestersuite. Daran haben die Musiker
Spaß
und ihr Dirigent auch. José Luis Gómez Rios (32), im Vorjahr Gewinner des
Frankfurter Solti-Dirigierwettbewerbs, legt
in der Kurzfassung von Vivaldis
„Vier Jahreszeiten“ einen respektablen Stepptanz zum Sommer aufs
Hallen-Parkett.
Seine Celli mogeln
übermütig ein paar Zwischentöne in das Stück, so dass HR2-Moderator Niels
Kaiser an rundum gute Laune
anknüpfen kann. Das Abschreiben von Komponisten
vergleicht er mit der Guttenberg-Methode, Fragen der Schüler zu
Musiker-Laufbahnen oder dem Wert von Instrumenten gibt er mit kecken
Bemerkungen an die Interpreten weiter.
Ein Orchestervorspiel
sei so etwas wie ein Casting, erfahren die jungen Leute da, auch, wie ein
Fagott klingt. Pädagogik
ist ja der Hintergrund der Schultour, die
Begeisterung wecken und Wissen vermitteln soll. Vieles machen die
Lampertheimer
Zuhörer schon wie die in aller Regel deutlich älteren Besucher
klassischer Konzerte: zu früh klatschen etwa oder Kommentare
während der
Darbietung abgeben. Zu Griegs „Morgenstimmung“ ist aus mehr als einem Mund
zu hören: „Kenn' ich.“
Hier kann das in jeder
Beziehung lobenswerte Projekt anknüpfen. Erfüllt ist die Mission längst
nicht. Auf die Frage, wer von den
Schülern ein Instrument spiele, meldet
sich kaum jemand. Bei einem Gymnasium auf der aktuellen Tour seien es
immerhin rund
80 Prozent gewesen, erzählt Konzertmeister Edelmann.
Und Klassik hören?
„Eigentlich nicht so“, gibt Sandra zu. Anna (24) hat „irgendwas von Mozart
daheim“. Arash gehört als künftiger
Sozialassistent zur einzigen Fachgruppe,
die in Lampertheim Musikunterricht bekommt. „Ich höre Klassik“, sagt er.
Stefanie will
es ihm gleich tun: „Das hat mich überzeugt“, sagt sie. Jetzt
wolle sie sich ein wenig umhören.
Dr. Christian Knatz, Darmstädter Echo (25. Februar 2011) und
Starkenburger Echo (26. Februar 2011)
Spitzenspiel mit spanischer Beteiligung
ESS: hr-Sinfonieorchester zu Gast in den Beruflichen Schulen Lampertheim / Bühne gegen Sporthalle ausgetauscht
Nach dem Spiel ist vor
dem Spiel - diese alte Fußballerweisheit galt gestern auch für das
hr-Sinfonieorchester. Im Rahmen der
Schultour - einem Projekt des
Sinfonieorchesters und des Netzwerks "Musik und Schule" - machten die
Musiker des Hessischen
Rundfunks Halt an der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS).
Und spielten damit ihren zweiten Schulauftritt an diesem Tag.
Ermüdungserscheinungen?
- Fehlanzeige! Stattdessen lieferten die Musiker ein
spannendes Spitzenspiel.
Vergleiche am laufenden Band.
Wie viel Fußball und
Orchestermusik tatsächlich gemeinsam haben, bewies Moderator Niels Kaiser:
So bezeichnete er beides als
Mannschaftsportart, verglich den ersten Geiger
mit dem Kapitän, das Flügelhorn mit der Vuvuzela und den Solisten mit dem
Stürmer,
der "allein vorm Tor steht", dem "keiner mehr helfen kann". Nicht
zuletzt passe, lobte er, der Auftrittsort "Sporthalle" wunderbar zum
Konzertprogramm mit dem Titel "Fußballweltmeister und ihre Komponisten". Und
mit ihrem Dirigenten - dem Spanier José Luís Gómez
Ríos - hatten die
Frankfurter sogar einen "Weltmeister" mitgebracht.
Mit Elgars "Pomp and
Circumstance" - "einer Art zweiten englischen Hymne", wie Kaiser erklärte -
eröffneten die Musiker ihr furioses
Programm. Mit kurzen, eingängigen und
vor allem abwechslungsreichen Stücken bescherten sie rund 300 ESS-Schülern
und Lehrern
eine kurzweilige Musikstunde in der Sporthalle.
Ruhige, melancholische
Melodien wechselten sich ab mit lebendigen, kraftvollen und lauten Passagen.
Im Programm viele bekannte
Werke, darunter eine Kurzfassung - "ähnlich wie
die Bundesliga-Spielzusammenfassung" - der "Vier Jahreszeiten". Ein Raunen
ging
durch die Schülerreihen, als die ersten Töne von Griegs
"Morgenstimmung" ertönten. "Aus der Licher-Werbung" half Kaiser den Schülern
auf die Sprünge. "Norwegens Frauen waren 1995 Weltmeisterinnen", erklärte
der Moderator Griegs "Daseinsberechtigung" im
WM-Konzertprogramm. Eine
Mischung aus flottem und sentimentalem Tango hatte das Orchester aus
Argentinien mitgebracht,
quirlige, ausgelassene Musik aus Brasilien.
Aus Deutschland stand
die "Mission No. 9" auf dem Programm - ein Arrangement bestehend aus
Beethovens "Ode an die Freude"
und der Titelmelodie des Films "Mission
Impossible". "Denn bei uns im Sinfonieorchester heißt es ,mission is
possible'", scherzte
Kaiser. "In die Verlängerung" ging es mit einem
schwungvollen Mambo aus den USA. Zuvor hatten die Schüler Zeit, Fragen an
die Musiker zu richten.
"Wir wollen über die
Schultour Ohren erreichen, die mit Orchestermusik nicht so vertraut sind",
erklärte "Mannschaftskapitän" Uli
Edelmann. Er glaube, viele Schüler seien
überrascht, was man aus einem Sinfonieorchester alles herausholen könne, so
der
erste Geiger. "Wir fühlen uns in vielen Stilen zu Hause, von Barock über
Jazz bis hin zur Filmmusik." "Das war großartig", lobte
eine Schülerin die
44 Musiker, den Dirigenten und Moderator Kaiser.
Als "großes Glück"
bezeichnete Schulleiterin Gabriele Polzin die Tatsache, dass die ESS unter
vielen Bewerbern zu den acht
Schulen gehörte, die das Orchester besuchte.
Eine Laola-Welle gab es zwar nicht, aber Standing Ovations zum Finale.
Anne-Kathrin Jeschke, Südhessen Morgen,
25. Februar 2011
Wie wird man Dirigent?: hr-Sinfonieorchester begeistert in Elisabeth-Selbert-Schule
KLASSIK hr-Sinfonieorchester begeistert bei Konzert in Elisabeth-Selbert-Schule
Eine Schulsporthalle
als Bühne für ein klassisches Konzert? Sehr ungewöhnlich, aber durchaus
sinnvoll, wenn man jüngeren
Menschen Orchestermusik näher bringen möchte.
Der mehr als eine Stunde dauernde Auftritt des Sinfonieorchesters des
Hessischen Rundfunks in der Elisabeth-Selbert-Schule (Berufliche Schulen)
hinterließ bei Schülern und Lehrern sichtbar Eindruck.
Seit der Spielzeit
2007/08 gibt es die Schulkonzertreihe des hr-Sinfonieorchesters in
Zusammenarbeit mit dem Netzwerk „Musik und Schule“.
Der Andrang war groß,
viele saßen auf dem Boden oder lehnten an der Wand. Und niemand bereute sein
Kommen, denn
das Orchester bot beste Unterhaltung: mit klassischer Musik,
aber auch modernen Arrangements. Der Kabarettist Niels
Kaiser führte sehr
kurzweilig durch das Programm. Beispielsweise wies er darauf hin, dass
Orchestermusik nicht nur in
Konzertsälen oder auf Tonträgern zu hören ist,
sondern auch in Hollywood-Streifen. Für Filmmusiker werde bei
Sinfonieorchestern
geklaut, ähnlich wie es Verteidigungsminister Guttenberg
auch getan habe.
Vivaldi im Stehen
Die ausgewählten
Musikstücke bezogen sich auf verschiedene Länder beziehungsweise stammten
aus unterschiedlichen Kulturen.
Um das Interesse der Jugendlichen zu wecken,
hieß das Programm „Fußballweltmeister und ihre Komponisten“. Da waren denn
auch Musikstücke aus Norwegen und den USA dabei - die
Frauen-Nationalmannschaften waren in der Tat schon Weltmeister.
Besonders
gut an kamen Stücke, die viele zumindest schon teilweise gehört haben: zum
Beispiel Vivaldis „Vier Jahreszeiten“.
„Das dauert eigentlich 45 Minuten.
Aber wie in der Sportschau haben wir das Beste zusammengefasst“, meinte
Kaiser. Die
Musiker spielten Vivaldi im Stehen und lebten die Musik. Für
diese Darbietung gab es großen Beifall, die Spielfreude
faszinierte das
Publikum.
Sehr ungewöhnlich, aber
auch mitreißend war die Bossanova-Version eines Stücks von Johann Sebastian
Bach. Während
dieses lässige Arrangement für Brasilien stand, ging Ludwig
van Beethoven für Deutschland ins Rennen: Der kannte zwar
noch keinen
Fußball, schrieb aber die heute Völker verbindende „Ode an die Freude“, die
das hr-Sinfonieorchester mit einer
Melodie aus dem Film „Mission impossible“
mischte - beeindruckend.
Fragerunde zum Abschluss
Vor dem letzten Titel
(Leonard Bernsteins „Mambo“ aus der „West Side Story“) gab es eine
Fragerunde. Eine Schülerin lobte
das Konzert als „großartig“ und wollte
wissen, wie man Dirigent wird. Der preisgekrönte Dirigent José Luis Gómez
Rios
antwortete auf Englisch: indem man selbst erst einmal in einem
Orchester mitspielt. Ob das einer der Anwesenden tun wird,
darf angesichts
des Alters bezweifelt werden. Doch das Interesse an klassischer Musik wurde
auf jeden Fall geweckt.
Oliver Lohmann, Lampertheimer Zeitung,
25. Februar 2011
hr-Sinfonieorchester gab sich weltmeisterlich
Innerhalb der Schultour 2011 gastierte das Ensemble in der Elisabeth-Selbert-Schule in Lampertheim
José Gómez Ríos, 1.
Preisträger des 5. Internationalen Dirigentenwettbewerbs "Sir Georg Solti"
in Frankfurt 2010, dirigierte
das hr-Sinfoieorchester am Donnerstag in der
ESS-Sporthalle.
Was haben Fußball und
klassische Musik gemeinsam? Eine ganze Menge! Und dies konnten die Schüler
der Elisabeth-Selbert-Schule
in Lampertheim am Donnerstag hautnah hören und
erleben. 44 Musiker und Musikerinnen des hr-Sinfonieorchesters hatten ihre
Instrumente ausgepackt und gaben in der Sporthalle ein Konzert. Mit
klassischen und modernen Klängen begeisterte das Ensemble sein Publikum.
Ein wichtiger Baustein
in der Jugendarbeit des hr-Sinfonieorchesters ist das Netzwerk "Musik und
Schule". Diese gemeinsame
Initiative des Hessischen Rundfunks und des
Hessischen Kultusministeriums umfasst eine Reihe von Aktivitäten und möchte
Jugendliche an klassische Musik heranführen. Seit der Spielzeit 2007/08 gibt
es als neues Projekt zudem regelmäßig eine
"Hessen-Schultour". Das
hr-Sinfonieorchester spielt hierbei in hessischen Schulen und bietet den
Schülern so ein Erlebnis
klassischer Musik in ihrem Alltagsumfeld. In acht
Schulen macht das Orchester während der Schultour 2011 Station und eine
dieser Schulen ist die ESS in Lampertheim. "Seit dem es dieses Projekt gibt,
habe ich unsere Schule beworben und bin
sehr froh, dass wir jetzt ausgewählt
wurden", erzählte Elisabeth Ecker, Lehrerin in der Sozialpädagogik.
Am Donnerstag
verwandelte dann das Ensemble des hr-Sinfonieorchesters unter der Leitung
von José Luis Gómez Ríos
die Sporthalle der ESS in einen Konzertsaal. Auf
Turnmatten, Stühlen und Bänken hatten sich die Konzertbesucher
niedergelassen
und um 12:30 Uhr setzte das Orchester in großer
kammermusikalischer Besetzung zu dem etwa einstündigen Konzert an.
"Fußballweltmeister und ihre Komponisten" unter diesem Motto gab es eine
musikalische Reise von England über Italien
bis in die USA. Markus Höller
und Hans-Reiner Schmidt haben speziell für dieses Projekt das Programm rund
um die großen
Fußballnationen arrangiert. Der hr2-Moderator Niels Kaiser
führte durch das Programm. In seinen kurzweiligen Moderationen
zeigte er,
wie viel Fußball und Musik gemeinsam haben. Er gab den Schülern außerdem
Informationen zu die einzelnen Kompositionen
und stellte die
"Mannschaftsaufstellung" des Orchesters vor.
Wie modern klassische
Musik sein kann, erlebten die Zuhörer an dem Stück "Mission No. 9. In dieser
Komposition wurde
Beethovens 9. mit der Titelmusik des Films "Mission
Impossible" verbunden und bereits bei den ersten Klängen war das
junge
Publikum begeistert. Bevor es mit Bernsteins "Mambo" in die Verlängerung
ging, hatten die Schüler die Möglichkeit
zu einem Gespräch mit dem
Dirigenten sowie den Musikern, das sie gerne nutzten und Fragen zur Arbeit
des Ensembles,
der Ausbildung der Musiker und den Instrumenten stellten.
Und eine der Zuhörerinnen lobte das Ensemble:"Es war großartig!"
Vanessa Heß, TIP-Verlag,
24. Februar 2011

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Fotos: Klaus Röckel
Pressespiegel zum Schreibwettbewerb
Texte, die verändern und verbinden: Selbert-Schule kürt Sieger im Schreiben
SCHREIBWETTBEWERB Sieger der Elisabeth-Selbert-Schule geehrt / Tanja Zöller ganz vorne
Ihre Erzählungen
kreisen um Adoption, Drogenmissbrauch, falsche Liebesbeziehungen und
Selbstmordgedanken - aber sie nehmen
alle ein gutes Ende. Zum siebten Mal
waren die Schüler der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) Lampertheim zur
Teilnahme an einem
Schreibwettbewerb aufgerufen. Am Mittwochabend wurden die
Sieger prämiert.
„Achtung! Auf Gleis 7…“
lautete das Thema der diesjährigen Ausschreibung, an dem sich insgesamt 26
Schüler beteiligten. Tanja
Zöller, Annika Adamek und Judith Nickel sowie
Andrea Ulbrich wurden für ihre Leistungen an diesem Abend ausgezeichnet.
Nach
der musikalischen Eröffnung durch Natascha Lecoz, begleitet auf der
Gitarre, begrüßte Initiatorin Kristin Wolz Teilnehmer, Mitwirkende
und
Gäste. In ihren einleitenden Gedanken verwies die Deutschlehrerin auf den
Überfluss an medial inszenierten Wettbewerben wie
Deutschland sucht den
Superstar oder Stefan Raabs Suche nach der Grand-Prix-Gewinnerin Lena, die
gerade für Jugendliche heute
allgegenwärtig sind.
Engagement, Können und Mut
„Was kann die Schule
dem entgegensetzen?“, fragte sie. „Hier wird man nicht berühmt.“ Umso
lobenswerter und wichtiger sei die
Teilnahme der Schüler, die mit ihren
Texten Engagement, Können und Mut unter Beweis gestellt hätten. „Um eine
Geschichte zu
schreiben braucht man Zeit, Geduld und Übung“, betonte Wolz,
„und diese Erfolgserlebnisse währen länger.“
Vor der Übergabe der
Urkunden und Preise in Höhe von insgesamt 275 Euro für die Plätze eins bis
drei sowie einen Sonderpreis
durch Jürgen Manske von der Volksbank eG
Darmstadt-Kreis Bergstraße, die zum siebten Mal die Geldpreise gespendet
hatte,
wurden die Siegertexte verlesen. Diese Aufgabe übernahmen für die
Plätze eins und zwei Günter Loy und Sonja Götz, beide ehrenamtlich
und als
Lesepaten an der ESS tätig sowie Jury-Mitglied Barbara Burkard von der
Stadtbücherei Lampertheim.
Erster Platz für Tanja Zöller
Der erste Platz ging an
Tanja Zöller für ihren lebhaft geschriebenen Text über eine junge Frau, die
sich nach dem Ende einer
schwierigen Liebesbeziehung am Bahnhof steht und
sich das Leben nehmen will. Am Ende kann ihre Schwester sie vor diesem
Fehler bewahren. Sie findet ins Leben zurück und das Glück in einer neuen
Liebe. Mit dem zweiten Platz wurde Annika Adamek
ausgezeichnet, für ihre
Erzählung über ein junges Mädchen auf der Suche nach ihren leiblichen
Eltern. Statt Glück findet sie
verwahrloste Zustände und ihren kleinen
Bruder, den sie mit zu sich nimmt und den ihre Adoptiveltern aufnehmen.
Auch der dritte Preis,
ein Text von Judith Nickel, beschreibt das Leben einer jungen Frau, die nach
Drogenmissbrauch und
Schulabbruch nur knapp dem Tod auf den Gleisen entgeht.
Doch auch ihre Geschichte, die sich rund um Gleis 7 dreht, nimmt
eine
positive Wendung. Neben den drei Preisträgerinnen wurde Andrea Ulbrich für
ihre wiederholte Teilnahme mit einem Sonderpreis
ausgezeichnet. Alle anderen
Teilnehmer erhielten einen Trostpreis.
Buchhandlung erstmals in der Jury
„Wir haben alle Texte
zwei oder drei Mal gelesen, um uns eine Meinung zu bilden“, erläuterte
Manske die schwierige Aufgabe der Jury.
„Die Auswahl ist uns sehr schwer
gefallen.“ Neben seiner Kollegin Gabriele Kissel, ebenfalls von der
Volksbank eG Darmstadt-Kreis
Bergstraße, Barbara Burkhard von der
Stadtbücherei Lampertheim, Reinald Fuhr, Pastor der evangelischen Gemeinde
Hüttenfeld
und Physiker Dr. Herbert Wolz gehörte Sven Kehl von der
Buchhandlung Pegasos in diesem Jahr erstmal der Jury an.
Dass die Auswahl der
Sieger schwer gefallen sei, bekräftigte auch Jury-Mitglied Burkhard. „Die
Texte nehmen ein gutes Ende“,
erläuterte sie. „Es gelingt ihnen, etwas zu
verändern, dass ist das verbindende Element.“
Julia Neuert, Lampertheimer Zeitung, 18.02.2011
Elisabeth-Selbert-Schule: Prämierung nach Schreibwettbewerb
Jury zeichnet Schüler-Texte aus
Die Musik hat das erste
Wort: Mit einer kleinen musikalischen Einlage beginnt im MediaMaxx der
Elisabeth-Selbert-Schule
die Prämierung des siebten Schweibwettbewerbs.
"Achtung! Auf Gleis 7..." lautete dieses Mal das Thema. 26 Schüler der
Beruflichen Schulen des Kreises Bergstraße haben sich beteiligt.
"Das ist wieder eine
recht gute Beteiligung", betont Kristin Wolz, die für den Wettbewerb und die
Preisverleihung verantwortlich
ist. Die Deutschlehrerin begrüßt Teilnehmer,
Preisträger, Jury und Gäste und erläutert Sinn und Zweck der Veranstaltung,
bei der
es, anders als etwa bei "Deutschland sucht den Superstar" nicht um
den schnellen Erfolg gehen dürfe. "Schule", sagt sie, "kann
keinen schnellen
Erfolg bringen." Um gut schreiben zu können, brauche es Übung. Aber das
werde leider oft als "uncool" bewertet.
Weit gefehlt, meint die
Deutschlehrerin und verweist an dieser Stelle auf das positive Beispiel
Natur. Die Natur arbeite leise, langsam
und sie nehme sich Zeit.
Zeit für die
anspruchsvolle Arbeit nahmen sich auch die jungen Schreiber, und was am Ende
dabei herauskam, konnte sich sehen
lassen. So jedenfalls bewertete die Jury
- unter anderem bestehend aus Barbara Burkard von der Stadtbücherei
Lampertheim,
Reinald Fuhr, dem Pastor der evangelischen Gemeinde Hüttenfeld,
oder Physiker Herbert Wolz - die von den Schülern eingereichten Aufsätze.
Es sei sehr, sehr
schwer gewesen, die drei Gewinner herauszufinden, betont Jürgen Manske, der
die Preise, die von der Volksbank
gestiftet worden waren, an Tanja Zöller
(1. Platz - 100 Euro), Annika Adamek (2. Platz - 75 Euro) und Judith Nickel
(3. Platz - 50 Euro)
überreicht. Andrea Ulbrich erhält den Sonderpreis (50
Euro).
Eigene Identität finden
Die Arbeiten der
Erstplatzierten handeln von der Schwierigkeit, erwachsen zu werden, den
Drogen den Kampf anzusagen,
das Leben zu bejahen und davon, seine eigene
Identität zu finden. Wer sich für die Inhalte näher interessiert, kann sich
online
weiter informieren. "Sämtliche Arbeiten", sagt Kristin Wolz am
Schluss, "werden ins Internet gestellt". klm
Südhessen Morgen, 18.02.2011
Die Siegertexte:
1. Preis
Tanja Zöller, 10 BFSK
Da stand ich nun. Ich hatte in den letzen Wochen mit
meinem Leben abgeschlossen. Ich konnte einfach
nicht mehr, ich war innerlich
tot. „Mary-Lou! Tu’s nicht!“, schrie eine Stimme hinter meinem Rücken
hervor.
Es war meine Schwester, die mir gefolgt sein musste. Weinend trat
sie vor mich und schaute mir in mein
schmerzerfülltes Gesicht.
„Hör auf mit dem Mist und komm mit nach Hause, wir
machen uns solche Sorgen um dich.“ Ich wollte einfach
keinem mehr Glauben
schenken, nachdem, was Wochen vorher vorgefallen war. Nun, ich war mit einem
Jungen
zusammen, der mich nur benutzt, belogen und mir das Leben zur Hölle
gemacht hatte. Er zwang mich, mit ihm
zusammen zu sein. Doch ich wollte das
nicht. Er schüchterte mich ein und behauptete, er würde sich umbringen,
wenn
ich nicht mit ihm zusammen kommen würde. Und ich wollte ja nicht schuld am
Tod eines Menschen sein.
Wer will das schon? Also gab ich nach, kam mit ihm
zusammen und schon nach einer Woche war Schluss.
Und nun stand ich hier mit meinen kaputten Nerven und
voller Selbstmordgedanken am Bahnsteig und wartete
auf den nächsten ICE, der
eigentlich bald kommen sollte.
„Achtung, auf Gleis 7, ein Zug fährt durch. Ich
wiederhole: Achtung, auf Gleis 7, ein Zug fährt durch!“, schallte
es aus dem
Lautsprecher.
„Wusste ich’s doch!“, dachte ich mir. „Lass’ mich
los... geh jetzt. Meine Zeit ist gekommen. Doch bevor ich für
immer geh’,
versprich mir, dass du gut auf Mama, Opa und Oma achtest. Lebe wohl...!
Ich sah den Zug schon, er war zwar noch weit entfernt,
doch es würde nicht allzu lange dauern, bis er da ist.
Christin, meine
Schwester, blieb wie angewurzelt stehen. Sie wollte einfach nicht gehen.
„Mary-Lou! Bitte,
tu’s nicht!!!!“ Ihre Stimme zitterte vor Angst.
Der Zug kam immer näher und näher, und die Zeit wurde
immer knapper. „Christin, hau jetzt ab!“ „Neeeeein!“
Unsere beiden Gesichter
waren voller Trauer, über unsere Gesichter kullerten Tränen. Ich war bereit,
bereit für meinen Tod.
Doch meine Mitmenschen waren es nicht. Jetzt ging alles
rasend schnell. Der Zug war gleich da. Ich wollte
schon springen, doch noch
in letzter Sekunde spürte ich, wie jemand mich vom Gleis riss. Es war meine
Schwester, die mich mit sich weg zog. Sie war sauer auf mich, weil ich es
wirklich getan hätte und doch
war sie glücklich, weil sie mich vor dem
größten Fehler meines Lebens bewahrt hatte. Im ersten Moment
war ich wütend
auf sie – doch sie hatte das Richtige getan.
Das Ganze ist nun ein Jahr her und jetzt sitze ich hier
und bin wieder ein fröhliches Mädchen, hab’ ein
tolles Leben, einen
wundervollen Freund, der mich liebt und respektiert und mit dem ich sogar
verlobt bin.
In bin froh, dass meine Schwester mir damals das Leben gerettet
hat.
2. Preis
Annika Adamek, 10 BFSS
Ich stand da, mit Aron
an der Hand und sah immer wieder auf die Anzeigetafel, auf der die Züge
aufgelistet waren. Nervös sah ich
mir die Abfahrzeiten an und trippelte mit
meinem Fuß das Lied mit, das ich gerade hörte („welcome to my life“, von
simple plan),
denn ich fand, es passte gerade zu unserer Situation.
Neben mir stand mein
Koffer und an meiner Hüfte baumelte meine Tasche mit den wichtigsten Sachen,
die wir besaßen und auch
brauchen würden, bis wir Zuhause sind.
Da, endlich wurde unser Zug angekündigt: Abfahrt 20:30 Uhr – Gleis 7.
Ich nahm meinen Koffer und machte mich mit Aron auf den Weg. „Nach Hause“, dachte ich, „nur weg hier“.
Als wir auf dem Gleis
standen, dachte ich darüber nach, wie wir in diese Situation gekommen waren.
Es begann damit, dass mir
meine Eltern erzählten, dass ich adoptiert worden
war. Ich war geschockt. Mit 16 sollte man so etwas wahrscheinlich locker
verkraften können. Eigentlich hab’ ich das ja auch, im Nachhinein. Am Anfang
aber war ich geschockt und sperrte mich in meinem
Zimmer ein. Nach zwei
Stunden war ich mit rot verweinten Augen wieder herausgekommen und hatte
meine Eltern gefragt, wer
meine leiblichen Eltern waren. Ich weigerte mich
dabei sie anzusehen. Ich fragte sie, ob es ihnen etwas ausmachen würde, wenn
ich sie kennenlernen wollte. Sie lächelten, nahmen mich in den Arm, nachdem
ich ihnen gesagt hatte, dass diese Offenbarung nichts
zwischen uns ändern
würde. Sie würden meine Eltern bleiben, es war mir egal, ob leiblich oder
nicht. Sie hatten mich groß gezogen und
mich wie ihr leibliches Kind
aufgenommen und geliebt. Trotzdem wollte ich wissen, wie meine leibliche
Eltern waren, woher ich kam. So
hatte alles angefangen.
Sie gaben mir die
Adresse, und ich packte die wichtigsten Sachen ein und machte mich auf den
Weg. Die Adresse führte mich nach
München, in einen Vorort. Ich fand
Unterkunft in einer Jugendherberge und machte mich dann auf die Suche. Am
zweiten Tag nach
meiner Ankunft hatte ich die Straße, in der meine Eltern
leben sollten, gefunden.
Ich zögerte, doch
schließlich klingelte ich an der Tür. Doch auf das, was ich sah, war ich
nicht vorbereitet. Als erstes wehte mir eine
Alkoholfahne entgegen, und ich
stand einem dicken, müffelnden Mann gegenüber. Ich war erschrocken und wich
erst einmal zurück.
Er pöbelte mich gleich an und sagte, sie würden nichts
kaufen. Als ich sagte, dass ich seine Tochter wäre, ließ er mich – nach
langem
Mustern, das in mir ein seltsames Gefühl auslöste – herein. War ich
schon beim ersten Anblick meines leiblichen Vaters geschockt, so
war ich es
erst recht, als ich im Haus war. Zwischen zwei Hunden, leeren Bier -und
Schnapsflaschen, Zigarettenstummeln, gestapeltem
dreckigen Geschirr und
Scherben saß ein gerade mal geschätzter dreijähriger Junge. Doch wenn ich
hoffte, dass ich nur zu einem ungünstigen
Moment gekommen wäre, da meine
leibliche Mutter vor einem Monat umgekommen war, wie ich erfuhr, so lehrten
mich die darauf folgenden
Tage etwas anderes. Am Anfang war mein leiblicher
Vater Gustav nett und freundlich, doch das änderte sich schnell. Immer
wieder wollte
er Geld von mir und dass ich den Haushalt machte, dass mein
kleiner Bruder nichts zu essen bekam, interessierte ihn nicht. Doch dann
wurde es mir zuviel, als er Aron schlagen wollte, weil er aus Versehen eine
Flasche umgeworfen hatte. Ich stellte mich schützend vor
den Kleinen und
kassierte dafür die Ohrfeige, die für ihn bestimmt war. Das war der Moment,
als ich endgültig der Meinung war, dass es
jetzt reichte! Als Gustav mal
wieder betrunken vor der Glotze lag, schnappte ich mir Aron, seine
wichtigsten Dinge, packte alles in
eine Tasche und floh mit ihm aus dem
Haus.
Wir gingen zu meiner
Jugendherberge, holten meine Sachen und machten uns auf den Weg zum Bahnhof.
Die Stimme aus den Lautsprechern
holt mich aus meinen Erinnerungen. Ins Hier
und Jetzt. „Achtung, auf Gleis 7, Achtung bei der Einfahrt!“ Ich sah den Zug
und lächelte.
Ich nahm Aron auf den Arm. „So, Kleiner, jetzt wird alles
besser!“ Ich stieg zusammen mit Aron ein und fuhr mit ihm nach Hause.
„Ja,
jetzt wird alles besser werden“, dachte ich, als der Zug sich vom Bahnhof
entfernte.
Zwei Jahre später
Aron läuft lachend vor
mir weg, als ich versuche ihn zu fangen. Es ist jetzt zwei Jahre her, dass
ich mit Aron zusammen zu unseren
Adoptiveltern geflüchtet bin. Ja, genau.
Inzwischen haben die beiden auch Aron adoptiert. Ich bin glücklich mit
meiner Familie. Es ist
egal, ob Aron und ich adoptiert sind oder nicht. Wer
es nicht weiß, dem fällt es auch nicht auf.
3. Preis
Judith Nickel, 10 BFSS
Carolin Johnson war ein
14jähriges Mädchen. Ihr Vater war Amerikaner und ihre Mutter Deutsche. Sie
wuchs in Deutschland bei ihrer
Mutter auf, ihr Vater lebte in Florida. Sie
hatte eine sehr schlechte Beziehung zu ihrer Mutter. Caros Leben drehte sich
nur um Drogen.
Schuld war unter anderem, dass sie ihren Vater kaum kannte.
Mit zwölf Jahren
rauchte Carolin das erste Mal Gras, und wie es kommen musste, kamen später
härtere Drogen wie Koks und Heroin dazu.
Die Schule war ihr scheißegal.
Carolin ging irgendwann nur noch sehr selten zur Schule, was zur Folge
hatte, dass sie keinen Schulabschluss
bekam. Ihre Freunde waren alle
drogenabhängig und bestärkten Carolin in ihrem Verhalten. Ihre Mutter wusste
nicht mehr, was sie mit
Carolin machen sollte. Sie war einfach nur noch
verzweifelt.
Eines Tages war Carolin
wieder mal bei ihren Freunden und war total auf Drogen. Sie musste noch mit
dem Zug nach Hause fahren. Wenn
sie Drogen genommen hatte, machte sie immer
Dummheiten. An diesem Abend balancierte Caro auf dem Gleis herum, an dem
dann ihr Zug
kommen würde. Sie hörte noch nicht einmal die Durchsage:
„Achtung, auf Gleis 7 fährt gleich ein Zug ein!“ Der Zug kam mit einer sehr
hohen
Geschwindigkeit angefahren. Carolin sah nur noch die Lichter des Zuges
– dann war es auch schon geschehen.
Ein Mann, der gesehen
hatte, was passierte, rief sofort einen Krankenwagen. Als der Rettungsdienst
da war, kümmerten sich die Sanitäter
um Carolin. Sie wurde umgehend in die
nächste Klinik gebracht. Sie war blutüberströmt, und die Ärzte der
Notaufnahme vermuteten auch
innere Verletzungen. Sie wurde sofort in den
Operationssaal gebracht. Die Polizisten am Unfallort benachrichtigten gleich
ihre Mutter, die
schnellstens ins Krankenhaus fuhr. Nach der Operation sagte
der leitende Arzt zu ihr, dass Carolin sehr viel Glück hatte, gesund würde,
aber
noch im künstlichen Koma bleibe. Frau Johnson verbrachte die nächsten
Tage und Wochen fast rund um die Uhr bei ihrer Tochter, bis sie aus
dem Koma
erwachte. Carolin konnte sich nur noch erinnern, dass sie auf den Zug
gewartet hatte. Ihre Mutter erzählte ihr alles, und dann
konnte sich Caro
wieder an einige Dinge erinnern.
Ihr war nun klar, dass
sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen musste, um von ihrem
Drogenproblem wegzukommen. Es schloss sich eine
mehrwöchige Rehabilitation
in einer Spezialeinrichtung an. Während der Reha arbeitete Carolin ihre
Probleme mit den Therapeuten und andern
abhängigen Jugendlichen auf. Es war
eine sehr schwere Zeit, aber sie merkte immer mehr, wie wichtig ihr selbst
ihr junges Leben war. Carolin
wurde tatsächlich clean und löste sich dann
auch von ihrem bisherigen Freundeskreis. Ihr war bewusst, dass sie jetzt
einen Schlussstrich ziehen
musste, sonst wäre die Gefahr rückfällig zu
werden, sehr hoch. Ihre ganze Einstellung änderte sich. Sie meldete sich
wieder an ihrer alten Schule
an und fand zu ihrer Mutter zurück, ja, diese
wurde eine gute Freundin für Carolin. Mit 19 Jahren machte sie ihr Abitur
und wollte unbedingt danach
studieren. Caro machte sich lange Gedanken
darüber, was sie studieren sollte, aber am Schluss entschied sie sich für
Sozialpädagogik. Sie wollte
unbedingt Menschen helfen, die auch
Drogenprobleme hatten. Während des Studiums lernte sie Lukas kennen, den sie
dann später auch heiratete.
Nach dem Studium arbeitete Crolin als
Streetworkerin. Sie half vielen Menschen und erzählte ihnen ihre Geschichte
mit den Drogen und dem Unfall.
Nach einigen Jahren
fing sie an, ein Buch über ihre Lebensgeschichte zu schreiben. Das Buch
wurde zu einem Bestseller, und viele Jugendliche mit
Drogenproblemen und dem
sich daraus ergebenden Teufelskreis hatten einen Anstoß bekommen, sich auch
helfen zu lassen. Welcher Titel für das
Buch würde sich besser eignen als
„Achtung, auf Gleis sieben...“? Von dem Honorar für das Buch spendete
Carolin einen großen Teil an verschiedene
Einrichtungen, die jugendliche
Drogenabhängige aus ihrer Sucht befreien. Sie besucht auch ihren Vater in
Florida und konnte noch eine gute
Vater-Tochter-Beziehung aufbauen. In ihrem
Mann fand sie eine tolle Unterstützung bei ihren Projekten. Ein Jahr später,
nachdem das Buch
herausgebracht wurde, bekam Caro ihr erstes Kind, für das
sie alles tat. Sie waren eine glückliche Familie. Immer wenn sie auf ihrem
Bahnhof
die Durchsage hörte „Achtung, auf Gleis sieben fährt ein Zug ein“,
traten ihr die Tränen in die Augen.
Der Sonderpreistext von Andrea Ulbrich:
Achtung auf Gleis 7
ohne Wiederkehr
12 August 1944
Es kam aus der Ferne ein
Monstrum, man sah es nicht, denn der Nebel verhüllte dieses unscheinbare Wut
keifende Wesen. Sein schweres Pfeifen und Pusten aber belegte seine
Existenz, oder ist es eine unbekannte
Kreatur der Hölle?
Ich, Elias, stand mit
meiner Mutter auf Gleis 7, zwischen einer tobenden, wallenden Menschenmenge
die schrie
und weinte, überall gezeichnete Gesichter, die nach Erlösung
suchten. Man äußerte sich darüber, was jetzt
geschehen wird, man hörte Gerüchte und grausame absurde Dinge.
Plötzlich bemerkte ich
hinter mir die Totenkopf- Männer, die alle schwere
schwarze Mäntel trugen. Ich schaute
intensiv und eindringlich in ihre Augen,
sie waren hüllenlos, leer und besaßen eine abartige Banalität. Meine
Versuchung ihnen zu widerstehen, gelang mir nur mühselig, obwohl
ich wusste was sie mit uns machen werden.
In
diesem Moment brach aus meiner Mutter die ganze Hoffnungslosigkeit wie ein
sprühender Vulkan hervor.
Denn keiner wusste, was auf uns zukommt, auch sie
nicht. Wir konnten bis jetzt nicht im Entferntesten etwas
von der
abgrundtiefen Grausamkeit ahnen. Ich hatte damals die
Welt aus einer kindlichen Sicht gesehen, dass
alles positiv wird, dass die
Welt das Wort wie Tod nicht kennt. Deswegen schrie
ich meine Mutter an, nahm sie
an ihrem schmalen Arm,
מאַמע= mame* hör mir
bitte zu, es wird alles gut, es wird uns nichts geschehen. Meine Stimme
wurde dab
ei zunehmend intensiver, und meine Laute zersprangen wie Scherben.
Sie war wie in sich gekehrt, ihr Angesicht
besaß keine Regung mehr, in ihr
wütete der Urschrei des Verlusts.
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Ein Gedankenauszug aus Elias Tagebuch: Hilfe, Hilfe, Hilfe, ich habe fürchterliche Angst, ich weiß nicht was passiert, ich finde keine Antwort, niemand kann uns eine geben, das Schicksal ist wie ein Messer unserer inneren Seele, es kann uns niemand helfen. Warum hilft uns der Herr nicht, wir bluten unaufhörlich, ich möchte leben, Herr befreie die Menschen, befreie sie vom Unheil der Tyrannen. |
* Auf Jiddisch das Wort Mutter
Die Hände wurden immer
zittriger, sie fingen an zu schmerzen, die Nerven stachen wie Nägel in meine
Haut.
Kreidebleich stieß meine Mutter aus ihren schmalen Lippen ein Wort
hervor,
משפחה=Mischpocho*. Ihre
Stimme war schwach, es war nur das Flüstern wahrzunehmen. Meine Gedanken
kreisten wie ein Karussell umher, ich dachte an meine
Familie, und wie man sie verliert.
Wohin hat man sie
gebracht, wo ist Tante Golde, oder mein Vater, Herr wohin hat man sie
gebracht. Sie
verschwanden, ohne von ihnen jemals gehört zu haben. Jetzt
droht uns dasselbe.
Danach brauste die Masse
wie ein Feuer auf, die Leute schoben sich nach vorne und wieder abrupt nach
hinten.
Wir wurden wie Vieh behandelt, in den Waggons
war es eng, dunkel, und der Boden hart wie Stein. Auf einmal
schloss
man die schwere Schiebetür, man sah uns zusammengepfercht, voller
Angst in den Ecken. Schrecklich,
keine Toilette, nichts zum Essen und
Trinken, nur Dunkelheit und Angst.
Gleich darauf hörte man
ein fürchterliches Klopfen an der Schiebetür, sie wurde
ruckartig aufgerissen, und
Gesichter sprachen zu uns: „Weh, kein
Mucks, kein Ton von euch, sonst geschieht was“.
Ich habe solche Angst.
Ich nahm Stöhnen und Raunen war, dann setzten sich die schweren Zugräder in
Bewegung. Meine Mutter vergoss wieder Tränen der Verzweiflung. Ich legte
meinen Arm um ihren,
sie beruhigte sich ein wenig, mein Herz wurde etwas
leichter.
Die Menschen in unserem
Waggon hatten schmerzende Knochen vom langen Stehen, sie konnten vor
Enge
kaum sprechen. Ein Mann, der neben uns saß, besaß ein Angesicht, das Verlust
ausstrahlte, er
war innerlich wie gezeichnet. In seiner rechten Hand trug er
eine schwere Ledertasche, aus der Bilder
herausschauten, vielleicht seine
Familie oder Erinnerungen an seine Vergangenheit. Die Dunkelheit
machte
alles nur noch furchteinflößender, in mir stieg ein unbekanntes Gefühl auf.
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Ein Gedankenauszug aus Elias Tagebuch: Wir fuhren Tage und Nächte, Hilfe, Hilfe, Hilfe, Herr, bitte, ich fürchte mich, ich weiß nicht, ob Tag oder Nacht ist, ich kann mich kaum bewegen, es ist kein Platz. Ich bekomme Tränen in die Augen, ich möchte nicht Böse werden, kein Gefühl der Rache empfinden, so wie es die Erwachsenen tun. Warum auch, warum muss man böse werden, Herr es gibt keine Antwort dafür. |
* Dieses Wort bedeutet in Jiddischen ,,Familie“
Der Zug hielt nach
langer mühseliger Fahrt an. Nach einer Weile schlug man mit Angst
einflößenden
Schlägen an die Waggons. Im gleichen Moment riss man brutal
die Waggontüren auf.
Wir wurden wie Schlachtvieh aus dem Waggon getrieben, dann nahm ich meine Mutter an die Hand.
Ich sagte mit leiser
Stimme zu ihr, komm, wir müssen gehen, komm Mama wir müssen gehen, bitte
komm, sonst gibt es noch mehr Ärger.
Als wir endlich draußen
waren, fühlte ich die frische zarte Luft, den fürchterlichen Gestank aus dem
Zug ließen wir endlich hinter uns.
Ich sah in meiner
kindlichen Unschuld den schönen Nachthimmel, dort oben waren unzählige
Sterne,
ich fühlte mich frei, und dachte endlich an unsere Erlösung.
Plötzlich hörte ich brutale Schreie in der
Stille, ich wurde abrupt in die
Wirklichkeit zurück gerissen, was wird mit uns und mit mir geschehen,
wie
geht es weiter, oder ist das jetzt das Ende.
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Extramaterial: Ich habe diese Unglück überlebt, aber ich habe geistig und körperlich darunter gelitten, heute noch gehen mir diese Grausamkeiten durch den Kopf, ich und viele andere Kinder galten schon in jungen Jahren als gezeichnet. Der Ruf nach Hilfe, der innere Schrei nach Freiheit, das kindlich Naive unterstrich meinen Charakter. Meine Mutter starb jedoch leider dort, ich habe Jahrzehnte gebraucht, um ihren Tod zu verkraften, ich sah den Teufel vor meinen Augen, sein Angesicht, seine Wärter (SS) waren wie gefühlslose tote Seelen. Ich spreche im Namen der Toten aller Länder, die in dieser fürchterlichen Zeit ihr Leben verloren. Ich hoffe, dass solch ein Verbrechen nie mehr geschehen wird. Das wir auch der Opfer gedenken. Es wäre mein letztes Vermächtnis.
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Foto: Marita Hopp
Elisabeth-Selbert-Schule: Tag der offenen Tür mit Aufführungen / Fachbereiche stellen sich vor
Wo gehobelt wird, gibt's Infos
Denise Pfannmüller
hobelt, was das Zeug hält, während Lehrer Timmo Lenhardt der 19-Jährigen
erklärt, wie es funktioniert.
"Das ist aber ganz schön anstrengend", sagt
Denise lachend. "Du hast ja auch Informatikerhände", ruft ihr Mitschüler
Kevin
Krause zu. Die beiden besuchen die Elisabeth-Selbert-Schule (ESS)
Lampertheim - die Beruflichen Schulen des Kreises
Bergstraße - und nutzten
den Tag der offenen Tür gestern, um auch die anderen Fachbereiche - so wie
die Holztechnik - kennenzulernen.
Auch heute von 10 bis
13 Uhr sind Interessenten dazu eingeladen, sich über die Schule und die
vollschulischen Weiterbildungsmöglichkeiten
dort zu informieren. Die ESS
besuchen außerdem Schüler, die sich in einer betrieblichen Ausbildung
befinden.
Der Gang durch die
Schule, an der rund 920 Schüler lernen und 70 Lehrer unterrichten, stillt
den Wissensdurst der Besucher:
Auf Flyern und Informationstafeln stellen die
Schüler die verschiedenen Zweige vor. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für
einen Tag
der offenen Tür, weil sich Abgänger anderer Schulen gerade
umschauen und bewerben", sagt Oberstudienrätin Marita Hopp.
So wie die 16-jährige
Alexia. Sie besucht die neunte Klasse der Nibelungenschule in Hofheim und
überlegt gerade, wie es im
Sommer weitergehen soll - ob mit Sozialwesen oder
Ernährung. Definitiv will sie die Elisabeth-Selbert-Schule besuchen. Ihr
kommt die Informationsveranstaltung also gerade recht. "Ich schaue mir die
Bereiche noch mal genauer an und werde dann vielleicht
eine Entscheidung
treffen." Auch für ihre Mitschülerin Michelle kommt der Besuch der ESS
infrage: "Ich will eine kaufmännische
Ausbildung machen und bewerbe mich
jetzt erst einmal bei Unternehmen." Sollte sie keinen Ausbildungsplatz
bekommen, sagt
die Jugendliche, nutze sie das vollschulische Angebot der
Lampertheimer Schule.
Julia und Alexandra
machen das bereits - die beiden sind Schülerinnen der Sozialpflege und
messen heute fleißig Puls, Blutdruck und
Blutzucker bei den Gästen des Tags
der offenen Tür. Auch Schüler aus anderen Bereichen wie der Metall-,
Elektro- sowie Kfz-Technik,
der Wirtschaft und Verwaltung, aus
Sozialpädagogik und -wesen sowie aus den Fachbereichen Ernährung,
Hauswirtschaft und Körperpflege
stellen vor, womit sie sich in ihrem
Schulalltag beschäftigen.
Gleich mehrere
Auftritte hat Marc Hennemann - als Moderator von "TV fatal". Eine gewisse
Ähnlichkeit mit "TV total"-Moderator Stefan Raab
ist zur Belustigung des
Publikums nicht zu verkennen. Die Schüler der Fachoberschule für Sozialwesen
spielen die Fernsehsendung nach
- es gibt natürlich zu lachen. Aber nicht
nur: "Wir wollen einen Denkanstoß geben. Zeigen, dass Dinge, über die
gelacht wird, nicht immer
lustig sind", sagt die 24-jährige Hanna Van Der
Loo. Es geht um Rassismus und Diskriminierung. Bei einer Talentshow in der
Turnhalle treten
derweil Schüler auf - und lassen Gesang oder Tanz von Jury
und Publikum bewerten. Ruhiger geht es in der Mediathek zu. "Lesen ist bei
den
meisten Schülern nicht schick", bedauert Kristin Wolz. "Wir wollen
zeigen, dass es auch cool sein kann." Das versuchen die Lehrer nicht nur
mit
Fach-, sondern auch mit zeitgenössischer Literatur.
Bernd Pollesche ist
Hauptschullehrer in Hofheim und mit Alexia, Michelle und deren Mitschülern
nach Lampertheim gekommen. Er lobt den Tag
der offenen Tür als "gute
Möglichkeit für seine Schüler, die ESS als mögliche Anschlussschule auch
einmal von innen kennenzulernen".
Anne-Kathrin Jeschke, Südhessen Morgen, 12. Februar 2011
Superstar-Spektakel und „TV fatal“: Lampertheimer Selbert-Schule öffnet Pforten
ELISABETH-SELBERT-SCHULE Einblicke, Beratung, Theater und Show beim Tag der offenen Tür
„Achtung, Achtung, eine
wichtige Durchsage“ - Nuran Erdem lässt sich durch das Dröhnen des
Lautsprechers nicht aus der Ruhe bringen.
Mit ihrer Mitschülerin Gonca
Atalay stellt sie gerade den Bildungsgang höhere Handelsschule vor - am Tag
der offenen Tür
der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS).
„In zehn Minuten suchen
wir in der Turnhalle den Superstar“, hallt es weiter durch den Raum. Dann
ist wieder Nuran an der Reihe:
„Wir haben hier von Montag bis Mittwoch
Unterricht, donnerstags und freitags macht man dann ein Praktikum im
kaufmännischen
Bereich.“ Vorraussetzung für die höhere Handelsschule sind
die Mittlere Reife und ein einjähriges Betriebspraktikum.
TV-Blödelbarde Stefan Raab
Während Nuran und Gonca
über Lerninhalte sprechen, schlüpft Marc Hennemann einige Zimmer weiter in
die Rolle des
TV-Blödelbarden Stefan Raab. Die Klasse 12 der Fachoberschule
für Sozialwesen führt „TV fatal“ im MediaMaxx auf. Mit den Proben
hat die
Klasse schon vor Weihnachten angefangen, jetzt ist es soweit - die erste von
insgesamt sechs Aufführungen des Stücks beginnt.
Das Raab-Double hat
Gäste eingeladen. CJ und eine Freundin kommen direkt von der Straße, mit
entsprechendem Slang und
Kleidungsstil. Daneben das krasse Gegenstück:
Olivia und Eva haben einen Preis für Zivilcourage erhalten. Gemeinsam
schauen
sie sich verschiedene - von den Schülern selbst gedrehte -
Einspieler an. Die Themen: Rassismus und Diskriminierung in sämtlichen
Ausprägungen und Gesellschaftsbereichen. So wird beispielsweise ein
Obdachloser oder ein homosexuelles Paar angepöbelt,
ein Mädchen im Rollstuhl
hilflos zurückgelassen, und Schüler werden aufgrund ihrer Hautfarbe
beschimpft und geschlagen. CJ lacht,
Olivia und Eva sind schockiert.
„Rassismus, Diskriminierung, und was machst Du?“
Nach dem Stück erklären
die Schauspieler, dass die Realität leider oft genug genauso aussieht. „Wir
haben durch das Spielen erst
einmal gemerkt, wie schlecht man sich wirklich
in diesen Rollen fühlen muss“, berichten die Schüler. Abschließend sprechen
sie die
Zuschauer direkt an - mit einem Plakat: „Rassismus, Diskriminierung,
und was machst Du?“
Agatina Santangelo und
Julia Heilmann machen Werbung für die zweijährige höhere Berufsfachschule
Fremdsprachensekretariat.
Die Unterrichtsinhalte umfassen Englisch,
Französisch oder Spanisch, Betriebs- und Volkswirtschaftslehre,
Büromanagement,
PC-Anwendungen und mehr. Zudem machen die Schüler innerhalb
der zwei Jahre ein vierwöchiges Praktikum. Wer möchte, kann
das auch im
Ausland absolvieren.
Schüler der Biedensandschule sind vertreten
Auch Schüler der
Biedensandschule sind vertreten. Die Projektkooperation „Arbeitslehre“
trifft sich jeden Dienstag und Freitag in
der Werkstatt der ESS. Heute
präsentieren sie stolz ihre Holzprodukte: Windlichter, Volleyballnetzständer
und Herzen, passend zum
bevorstehenden Valentinstag.
Aus der Turnhalle
wummern Beats. Die Elisabeth-Selbert-Schule sucht jetzt ihren Superstar.
Doch vorher zeigt eine Tanzlehrerin
einigen mehr oder weniger Freiwilligen,
wie sie in der Disco ein gutes Bild abgeben. Dicht gedrängt stehen die
Schüler um die Tanzfläche.
Spektakuläre Breakdance-Show mit Salto und Spagat
Viele kommen von
anderen Schulen, um sich vor Ort zu informieren und sich ein Bild von den
verschiedenen Schulformen zu machen.
Sie wurden dafür vom Unterricht
freigestellt. Fünf Schüler kämpfen um die Gunst der Jury, bestehend aus
Nusin Kisin, Gülsen Bakla,
Selvi und Dilan Secilir, Selma Gültekin, Ridvan
Agir und Özlem Aslan. Vier potenzielle Superstars tanzen, eine Kandidatin
singt. Die
Wahl fällt denkbar knapp aus: Am Ende stehen sich Lück und
Dominik gegenüber und tanzen um den Sieg. Die Jury überlässt die
Entscheidung dem Publikum. Nach einer spektakulären Breakdance-Show mit
Salto und Spagat steht dann der Superstar der
Elisabeth-Selbert-Schule
endgültig fest: Dominik Le.
Simon Michaelis, Lampertheimer Zeitung, 12.02.2011
Elisabeth-Selbert-Schule bietet Perspektive
Großer Andrang beim Tag der offenen Tür / Viele Abschlüsse und Qualifizierungen möglich / Samstag Fortsetzung
Nicht nur trockene
Information, sondern ein ausgeklügeltes Rahmenprogramm von Schülern für
Schüler macht den Tag der offenen
Tür an der ESS zu einem Publikumsmagnet.
Schnell kommt man miteinander ins Gespräch oder findet sich auf einer Bühne
wieder
– wenn etwa "Deutschlands Superstar" von einer Jury gekürt wird.
Bereits am Freitag
öffnete die Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) in Lampertheim ihre Türen.
Bereits in den Morgenstunden nutzten
hunderte Gäste die Möglichkeit, sich
über das vielfältige Angebot der ESS, einer der beruflichen Schulen des
Kreises Bergstraße,
zu informieren. Zumeist Schülerinnen und Schüler, die
kurz vor ihrem Abschluss an der Real- oder Hauptschule stehen, waren unter
ihnen. Es ist aber auch keine Seltenheit, dass Lehrer oder Eltern mit ihren
Kindern vorbeischauen, um sich schlau zu machen, weiß
Marita Hopp,
Oberstudienrätin an der ESS, zu berichten. Die Schüler wollen die
Möglichkeit nutzen, einen höheren Bildungsgrad
zu erwerben – also den
Realschulabschluss oder die Fachhochschulreife zu erlangen. Auch die
Berufsabschlüsse sind stark
nachgefragt: staatlich anerkannte Erzieher,
Sozialassistenten, kaufmännische Assistenten für die
Informationsverarbeitung oder
das Fremdsprachensekretariat werden praxisnah
ausgebildet.
Selbstständiges Lernen
und arbeiten ist dabei angesagt – anders, als die meisten Schülerinnen und
Schüler das aus ihrer bisherigen
Laufbahn kennen. An Schulformen bietet die
ESS neben ein- und zweijährigen Berufsfachschulen auch höhere
Berufsfachschulen an.
Die Berufsschule (Büro-, Industriekaufleute,
Verkäufer/innen, Kfz-Mechatroniker), die Fachschule für Sozialpädagogik und
die
Fachoberschule (Fachrichtung Sozialpädagogik und
Informationsverarbeitung) sorgen dafür, dass ein dynamisches System an
Fortbildungsmöglichkeiten besteht und Schüler mit unterschiedlichen
Lebensläufen hier gemeinsam lernen. Vom Schulabbrecher
bis zur
Einserschülerin an der Realschule über ältere Schüler, die nach einem
abgebrochenen Studium mit Erfolg eine Lehre
absolviert haben, alles ist hier
vertreten. Und so werden auch Berufsvorbereitungs- und
Berufsgrundbildungsjahre angeboten.
Von Gartenbau bis Informatik, von
Elektrotechnik bis zur Industriekauffrau – die Palette an Abschlüssen und
Qualifizierungsmöglichkeiten
ist groß. Derzeit arbeiten 963 Schülerinnen und
Schüler und 70 Lehrer und Ausbilderinnen an der ESS miteinander am Thema
Bildung.
Denn Bildung ist der Schlüssel zu Beruf und Studium und ein
wichtiger Faktor für eine spätere Karriere.
Die Anforderungen an
Berufsanfänger sind in den letzten Jahren und Jahrzehnten gestiegen – das
wissen auch die Schüler sehr genau.
Und so ist es auch kein Wunder, dass
viele von ihnen Zusatzqualifikationen erwerben.
Katharina Gärtner etwa
ist an der höheren Berufsfachschule für Fremdsprachen eingeschrieben. Zwei
Jahre dauert die Ausbildung
zur staatlich geprüften kaufmännischen
Assistentin. Neben Englisch wählt man Französisch oder Spanisch als weitere
Fremdsprache
aus, berichtet die Schülerin. Wirtschaftliche Themen und
Officeanwendungen gehören ebenso zu den Ausbildungsinhalten.
Durch
freiwilligen zusätzlichen Unterricht kann die Fachhochschulreife erworben
werden. Rund die Hälfte der Klasse entscheidet
sich gewöhnlich für diese
Möglichkeit.
Neben all diesen
Informationen über Bildungswege konnte man sich direkt in den einzelnen
Lehrsälen bei Schülern und Lehrern
schlau machen, wie die Ausbildung
abläuft, welche Voraussetzungen man mitbringen muss und wohin sie führen
kann. Außerdem
wurde ein buntes Rahmenprogramm angeboten: Seit einem Jahr
besteht die Mediathek an der ESS. Kristin Wolz stand hier Rede
und Antwort.
Die Deutschlehrerin informierte über den Schreibwettbewerb der Schule, der
jährlich ausgetragen wird und führte die
neuen Rechner und die bequemen
Strandkörbe vor. Die gemütliche Atmosphäre soll helfen "Lesefreude zu
schaffen", verrät die
Pädagogin. Nicht ohne eine Spur Bedauern fügt sie
hinzu, dass es nicht immer leicht sei, das Thema Lesen für die Schüler
attraktiv
zu machen. "Es gibt viele leseresistente Schüler, die so etwas wie
Leselust gar nicht kennen.” Das Motto sei daher, die Schüler mit
aktuellen
und beliebten Bücher zwanglos in Berührung zu bringen.
Wenige Meter weiter, in
der Sporthalle, dröhnten die Bässe. Hier wurde in einem Dance Contest
Deutschlands Superstar gesucht.
Gar nicht so einfach war es da für
Fachoberschüler Sozialwesen, die Aufmerksamkeit auf ihr Theaterstück "TV
fatal" zu lenken, das
gestern vor hunderten Gästen Premiere feierte. In
Anlehnung an die TV-Show mit Stefan Raab wurden Clips anmoderiert, die sich
mit den Themen Fremdenhass und Ausgrenzung auseinandersetzen. Das Publikum
lachte zunächst aus voller Brust darüber, wie
andere "gemobbt” wurden oder
Rollstuhlfahrer sich vergeblich an verschlossenen Türen abmühten. Dieses
Lachen blieb aber
vielen bald im Halse stecken. Bewusst kompromisslos sollte
Fehlverhalten angeprangert werden vor dem niemand frei ist.
Auch am Samstag
hat die ESS noch geöffnet. Von 10 bis 13 Uhr findet der "Tag der offenen
Tür” in der Carl-Lepper-Straße 1
seine Fortsetzung.
Kai Mühleck, TIP-Verlag, 11. Februar 2011

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Fotos: Klaus Röckel
Aktionen zur „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage (SOR-SMC)“ der Fachoberschule für Sozialwesen
In unserer Schule
erleben wir immer wieder Situationen, in denen wir mit respektlosem
Verhalten untereinander
konfrontiert werden. Als Schüler wünschen wir uns
ein angenehmes Klima und haben keine Lust, diskriminierendem
Verhalten
ausgesetzt zu sein.
Deshalb haben wir,
die 12FOS-S mit unserem Klassenlehrer Tobias
Helfrich das Projekt „SOR-SMC“
an unsere
Schule geholt. Gemeinsam mit der AktionCourage e.V. wollen wir uns
eine tolerante Schule schaffen.
Um dies auch anderen
Schülern näher zu bringen, hatten wir bereits im Dezember eine Veranstaltung
mit dem
Verein „Die Unmündigen“ organisiert. Zusammen mit Lehrern und
Schülern haben wir uns den Film
„Deutschland- wäre meine richtige Heimat“
angeschaut und anschließend über das Thema Rassismus diskutiert.
Momentan führen wir
eine Unterschriftenaktion in der ganzen Schule durch. Wir benötigen die
Unterschriften
von mindestens 70 Prozent aller Schüler, Lehrer und
Angestellten der Elisabeth-Selbert-Schule, um den Titel
„Schule ohne
Rassismus – Schule mit Courage“ zu bekommen. Wir wollen aber nicht nur den
Titel, sondern die
Schulgemeinde auch dazu bewegen, das eigene Tun zu
überdenken und aktiv gegen Rassismus und Diskriminierung vorzugehen.
An den Tagen der
offenen Türen am 11. und 12. Februar führen wir das Theaterstück „TV fatal“
auf. Momentan
drehen wir gerade Filmpassagen und entwickeln das Stück. Das
ist super spannend. Wir laden euch deshalb
herzlich zu unseren Vorführungen
ein.
Mit einer prominenten Patin, die wir noch nicht verraten können, wollen wir dann auch bald die Titelübergabe feiern.
Unser Appell geht daher an alle: Macht mit und unterstützt uns bitte bei unseren Aktionen!
Text: Claudia Bayer, Moritz Orth und Tobias Helfrich

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Bilder: Giovanna Caterina Messina
Betriebs- und Schmierstoffe in Fahrzeugmotoren
Schulung an der Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim
Reimund Stotz von der Firma LIQUI MOLY, ein deutscher
Hersteller von Markenölen mit Sitz in Ulm, referierte zum Thema
Anforderungen und Anwendungen
von Hochleistungsölen aus seiner
Produktpalette.
Er zeigte zunächst die mechanischen und thermischen
Belastungen von Fahrzeugmotoren auf, und legte dar, mit welchen spezifischen
Eigenschaften ein Motorenhersteller
Anforderungen an das Motoröl stellt. Ein
gutes Motoröl soll nicht nur bei allen Temperaturverhältnissen eine geringe
Reibung der Komponenten gewährleisten, es soll
auch gute Notlauf- und
Gleiteigenschaften garantieren.
Stotz zeigte spezifische Anforderungen der Motoren
verschiedener Hersteller auf und stellte das dafür entwickelte LIQUI MOLY
Produkt vor, das mit Additiven
versehen ist, die den Schmierstoff veredeln,
um den Anforderungen zu genügen. Hohe Druckfestigkeit, Tragfähigkeit, gute
Wärmeleitfähigkeit und Geräuschdämpfung
um nur einige der Anforderungen zu
nennen.
Aufgrund der guten Resonanz bei den Schülern der
KFZ-Mechatroniker-Klassen und den Betrieben im Einzugsbereich der
Beruflichen Schulen wird diese Schulung
zwei mal im Jahr wiederholt.
An der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) werden seit vielen Jahren erfolgreich
Kfz-Mechaniker/Kfz-Mechatroniker ausgebildet. Um die Entwicklung innovativer
Produkte
im Werkstattgeschehen umsetzen zu können, finden an der ESS
Fortbildungen und Schulungen von Zulieferern der Automobilindustrie statt.
So fanden bereits Schulungen
der Firma Hella-Lichtsysteme oder der Firma
Teroson Dicht- und Klebemittel statt.
Auch für die Zukunft werden in 4 bis 6-wöchigem Abstand
Produktschulungen der Automobilzulieferer an der ESS angeboten. Die Termine
werden zeitnah bekannt gegeben,
Mitarbeiter des einschlägigen Handwerks
können ebenso ganz unverbindlich und kostenfrei daran teilnehmen. Anregungen
und Vorschläge der KFZ-Betriebe greifen wir gerne
auf, schicken Sie uns
einfach eine kurze E-Mail (bsl-info@kreis-bergstrasse.de).
Text: Felix de la Muñoza

Foto: Horst Saemann
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